Abo
  • Services:

Garmin Fenix 5 Plus im Test: Mit Musik ins unbekannte Land

Kopfhörer ins Ohr und ab zum Joggen, Rad fahren oder zum nächsten Supermarkt spazieren - ohne Smartphone: Mit der Sport-Smartwatch Fenix 5 Plus von Garmin geht das. Beim Test haben wir uns zwar im Wegfindungsmodus verlaufen, sind von den sonstigen Navigationsoptionen aber begeistert.

Ein Test von veröffentlicht am
Die gerade gelaufene Stecke wird auf der Garmin Fenix 5 Plus rot dargestellt.
Die gerade gelaufene Stecke wird auf der Garmin Fenix 5 Plus rot dargestellt. (Bild: Peter Steinlechner/Golem.de)

Wohin schickt uns das verdammte Ding? Nach einer knappen Stunde Joggen reicht es mir und meinem Hund Gino eigentlich und wir möchten nach Hause. Blöderweise zeigt der blaue Pfeil auf der Sport-Smartwatch Fenix 5 Plus von Garmin unbeirrt in die gefühlt falsche Richtung - also traben wir weiter ins Nirgendwo, das ist ja schließlich ein Test. Nach weiteren 20 Minuten brechen wir aber doch ab. Zum Glück befinden wir uns in einer Gegend, die wir kennen - sonst hätten wir jetzt ein Problem.

Inhalt:
  1. Garmin Fenix 5 Plus im Test: Mit Musik ins unbekannte Land
  2. Musik, Garmin Pay und der Akku

Und zwar mit dem, was Garmin auf der Fenix 5 Plus das sogenannte Round-Trip-Routing nennt. Dabei geht es um die Streckenführung, die direkt von der Smartwatch selbst berechnet wird. Zu diesem Punkt komme ich später noch ausführlich, erst mal ganz grundsätzlich: Die Fenix 5 Plus ist das mittlere Modell der mit dem Namenszusatz "Plus" überarbeiteten Sportuhrenserie von Garmin. Wahlweise gibt es für eher dünnere Handgelenke die Fenix 5S Plus, sowie für Bodybuilder und Bären die riesige Fenix 5X.

Die wichtigsten Informationen über die Benachrichtigungen, die optische Pulsmessung am Handgelenk beim Sport, die Wasserdichtigkeit, den Bildschirm sowie die Kopplung mit dem Smartphone per Bluetooth stehen in unserem Test der Vorgängermodelle - hier hat sich nämlich seitdem so gut wie nichts geändert.

Andere Funktionen wie die Ermittlung des Ruhepulses hat der Hersteller inzwischen per Update optimiert und den Wearables sinnvolle Neuerungen hinzugefügt, etwa eine App zur Schätzung des durch Sport verursachten Stresses. All diese Verbesserungen gibt es nun natürlich auch auf den Plus-Modellen. Außerdem hat Garmin offenbar einige Probleme mit der Konnektivität von externem Spezialzubehör behoben, was wir allerdings nicht nachgeprüft haben.

Stellenmarkt
  1. Robert Bosch GmbH, Reutlingen
  2. Technische Universität Darmstadt, Darmstadt

Die Fenix 5 Plus bieten drei große Neuerungen, und die sind: ein integrierter Musikplayer für Bluetooth-Kopfhörer, Bezahlen per NFC und vor allem ein eingebautes Navigationssystem. Das gab es bislang nur auf der großen Fenix 5X, Garmin hat die Funktion aber spürbar verbessert und sie nun in alle drei Modelle eingebaut - die somit nun alle über 64 GByte internen Speicher verfügen.

Eine weitere Änderung der neuen Plus-Linie bekommen übrigens auch Besitzer der Fenix-5-Serie, sowie Nutzer einiger weiterer Sportuhren des Herstellers: Unterstützung für das Galileo-Satellitennetzwerk. Wahlweise kann man also Navigationsdaten von GPS, von GPS und Galileo oder von GPS und dem russischen Glonass verwenden. Das Galileo-Update wird es vermutlich noch im Juli 2018 als Firmware-Download geben.

Allerdings bietet die Kombination aus GPS und Galileo nur minimale Verbesserungen gegenüber GPS allein. Beim Vergleich zwischen der Fenix 5 Plus nur mit GPS, dem Gespann aus GPS und Galileo und der Fenix 5 nur mit GPS tue ich mich extrem schwer, Unterschiede zu sehen. Faktoren wie enge Bebauung, dichtes Blätterwerk und die Position der Satelliten wiegen viel schwerer.

Am interessantesten an den Fenix 5 Plus finde ich die Navigation am Handgelenk. Damit kann ich zu Hause neue Strecken ausprobieren, oder mich in unbekannten Gegenden ohne Studium von Landkarten oder Google Maps orientieren - zumindest theoretisch. Auf den topografischen Karten der Uhr sind mehr oder weniger alle Straßen, Supermärkte, Bahnhöfe, Sehenswürdigkeiten, Gaststätten und so weiter eingetragen. Das Ding kennt sich überall aus wie ein Einheimischer, und das auch offline.

  • Fenix 5 (links) und die neue Fenix 5 Plus: Beim Design von Gehäuse und Band gibt es nur kleine Unterschiede. (Bild: P. Steinlechner/Golem.de)
  • Auch auf der Rückseite hat sich kaum etwas getan, der Anschluss zum Laden ist unverändert. (Nild: P. Steinlechner/Golem.de)
  • Ganz links auf der Fenix 5X Plus befindet sich die rot blinkende LED zur Messung der Sauerstoffsättigung. (Bild: P. Steinlechner/Golem.de)
  • Die Fenix 5S Plus verfügt über einen etwas größeren Bildschirm als die 5S - er ist nun mit 1,2 Zoll genauso groß wie der von den anderen Modellen. (Bild: P. Steinlechner/Golem.de)
  • Eine Übersicht zeigt an, wie viel von einem Anstieg man schon geschafft hat. (Bild: Garmin)
  • Die Musiksteuerung ist nicht schön, aber einfach zu bedienen. (Bild: Garmin)
  • Die lila Linien auf der Karte von Garmin Connect (Web) zeigen typische Wege anderer Nutzer. (Bild: Garmin/Screenshot: Golem.de)
  • Die topografischen Karten will Garmin alle paar Monate kostenlos per Update aktualisieren. (Bild: Garmin/Screenshot: Golem.de)
  • Mit der Software Garmin Express wird Musik auf die Fenix 5 Plus übertragen. (Bild: Garmin/Screenshot: Golem.de)
  • Auf dem Smartphone können wir unterschiedliche Strecken für Radfahrer und Läufer anlegen. (Bild: Garmin/Screenshot: Golem.de)
  • Die App erstellt automatisch einen Rundkurs, der sich meist aber auch für Spaziergänger und Wanderer eignet. (Bild: Garmin/Screenshot: Golem.de)
Fenix 5 (links) und die neue Fenix 5 Plus: Beim Design von Gehäuse und Band gibt es nur kleine Unterschiede. (Bild: P. Steinlechner/Golem.de)

Im Idealfall soll das so funktionieren, dass ich überall in Europa etwa aus der Kategorie "Supermarkt" den nächstgelegenen Laden aussuchen kann. Dann rechnet die Uhr ein paar Augenblicke und leitet mich auf dem kürzesten Weg zu dem Geschäft. Und nicht nur das: Auf den Karten sind auch Informationen darüber eingebaut, welche Routen andere Nutzer normalerweise verwenden und welche nicht. Mit etwas Glück werde ich also nicht entlang einer dicht befahrenen Straße, sondern entlang eines Bergbächleins geleitet.

Das Navigationssystem hat ein paar weitere spannende Funktionen: So kann man sich direkt von der Uhr einen Rundkurs zum Joggen oder Radfahren basteln lassen, eben über das schon angesprochene Round-Trip-Routing. Ärgerlicherweise hat die Fenix 5 Plus genau damit ziemliche Probleme. Geschätzt etwas mehr als zwei Drittel meiner Strecken erstellte sie zwar zufriedenstellend. Beim Rest allerdings berechnete sie teils absurde Kurse - mehr als einmal sollte ich, statt einfach 30 Meter geradeaus bis zum Ziel zu gehen, einen sinnlosen Umweg von ein paar hundert Metern machen. Andere Ziele konnte die Uhr gar nicht erreichen.

Herausforderung Straßenkreuzung

Besonders schwer - so mein allerdings nur subjektiver Eindruck - tut sich das Gerät bei Fußstrecken, und da vor allem bei komplexen Straßenkreuzungen. Hier baut die Fenix 5 Plus lange Umwege, verheddert sich komplett oder die Navigations-App stürzt einfach ab. Mein Eindruck ist, dass sie das Routing von Fahrradkursen übrigens minimal besser hinbekommt. Das könnte damit zu tun haben, dass die Streckenführung dabei auch Straßen mitverwenden kann, was die Berechnung möglicherweise erleichtert.

Zum Glück gibt es noch einen zweiten Modus zur Orientierung in unbekanntem Terrain, und der funktioniert hervorragend. Er verwendet Strecken, die per App auf dem Smartphone oder auf der Webseite von Garmin generiert wurden; wahlweise geht das auch mit externen Diensten wie Gpsies oder Komoot. Garmin selbst hat seine Streckenbauwerkzeuge in den letzten Monaten teils von Grund auf neu veröffentlicht, teils stark verbessert - ich finde das Angebot selbst für komplexere Touren völlig ausreichend.

Musik, Garmin Pay und der Akku 
  1. 1
  2. 2
  3.  


Anzeige
Top-Angebote
  1. und 10€ Gutschein dazu erhalten
  2. 39,99€
  3. 64,99€
  4. 69,99€

Abdiel 11. Jul 2018 / Themenstart

Das ist in etwas so, wie einen Lambo als Pendlerauto zu bezeichnen. Die Fenix ist...

nixidee 10. Jul 2018 / Themenstart

Natürlich bist du Schuld. Du hast in der Situation mit Schrittgeschwindigkeit zu fahren...

Rogoo7 09. Jul 2018 / Themenstart

Bei meiner (Fenix 5s Plus) in der Schweiz konnte ich meine Kreditkarte hinterlegen...

Bubanst 09. Jul 2018 / Themenstart

Auch wenn ich nicht die Redaktion bin. Hier ein paar Hinweise für die Fenix 5x (ohne...

hle.ogr 06. Jul 2018 / Themenstart

Wenns die Uhr es nicht kann, dann nehme ich ein Garmin Edge. Aber eine GPX-Tour abfahren...

Kommentieren


Folgen Sie uns
       


Lenovo Moto G6 - Test

Bei einem Smartphone für 250 Euro müssen sich Käufer oft auf Kompromisse einstellen. Beim Moto G6 halten sie sich aber in Grenzen.

Lenovo Moto G6 - Test Video aufrufen
Cruijff Arena: Ed Sheeran singt mit Strom aus Nissan-Leaf-Akkus
Cruijff Arena
Ed Sheeran singt mit Strom aus Nissan-Leaf-Akkus

Die Johann-Cruijff-Arena in Amsterdam ist weltweit das erste Stadion, das seine Energieversorgung mit einem Speichersystem sichert, das aus Akkus von Elektroautos besteht. Der englische Sänger Ed Sheeran hat mit dem darin gespeichertem Solarstrom schon seine Gitarre verstärkt.
Ein Bericht von Dirk Kunde

  1. Energiewende Warum die Bundesregierung ihre Versprechen nicht hält
  2. Max Bögl Wind Das höchste Windrad steht bei Stuttgart

Samsung Flip im Test: Brainstorming mit Essstäbchen und nebenbei Powerpoint
Samsung Flip im Test
Brainstorming mit Essstäbchen und nebenbei Powerpoint

Ob mit dem Finger, dem Holzstift oder Essstäbchen: Vor dem Smartboard Samsung Flip sammeln sich in unserem Test schnell viele Mitarbeiter und schreiben darauf. Nebenbei läuft Microsoft Office auf einem drahtlos verbundenen Notebook. Manche Vorteile gehen jedoch auf Kosten der Bedienbarkeit.
Ein Test von Oliver Nickel

  1. Indien Samsung eröffnet weltgrößte Smartphone-Fabrik
  2. Foundry Samsung aktualisiert Node-Roadmap bis 3 nm
  3. Bug Samsungs Messenger-App verschickt ungewollt Fotos

Bargeldloses Zahlen: Warum Apple Pay sich hier noch nicht auszahlt
Bargeldloses Zahlen
Warum Apple Pay sich hier noch nicht auszahlt

Während Google Pay jüngst hierzulande gestartet ist, lässt Apple Pay auf sich warten. Kein Wunder: Der deutsche Markt ist schwierig - und die Banken sind in einer guten Verhandlungsposition.
Eine Analyse von Andreas Maisch

  1. Bargeldloses Zahlen Apple und Goldman Sachs planen Apple-Kreditkarte

    •  /