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Musik, Garmin Pay und der Akku

Im Browser kann man mit wenigen Klicks eigene Kurse bauen oder auf Knopfdruck Rundkurse generieren lassen, auf dem Smartphone geht nur Letzteres. Die Strecken werden etwa per Bluetooth auf die Uhr übertragen. In diesem Modus folgen Hund Gino und ich stur der lila Linie, die auf den Bildschirmen der Plus-Serie sehr gut zu sehen ist. Ich kann auch in Bewegung prima erkennen, ob ich links oder rechts neben einer größeren Straße laufen soll. Bei Abweichungen piepst das Ding, dann muss ich wieder zurück oder mich von Hand umorientieren. Eine Aktualisierung der Strecke findet dabei also nicht statt.

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Für Trekkingprofis gäbe es hier noch viel zu sagen. Etwa, dass das Ganze klasse funktioniert, aber echte Navigationsgeräte beim Radfahren den Vorteil haben, aufgrund des größeren Bildschirms mehr von der Umgebung zu zeigen als die Fenix 5 Plus, so dass man nicht ständig auf das Display blicken muss. Hier soll abschließend der Hinweis genügen, dass die Bedienung der Navigationsfunktionen für Garmin-Verhältnisse richtig gut gemacht ist, Einsteiger aber aufgrund der nicht unkomplexen Materie mit einer längeren Lernkurve als bei Anwendungen wie Google Maps rechnen müssen.

Einfacher sind die beiden anderen Neuheiten der Fenix 5 Plus und ihrer beiden Schwestermodelle gehalten. Musik lässt sich per Kabel am Windows-PC oder Mac auf die Uhr übertragen, was für rund 500 Songs entweder direkt über die Dateiordner oder über Anwendungen wie iTunes geht. Zusätzlich kann der Nutzer Playlisten von iHeartRadio und Deezer verwenden; Spotify und Apple Music werden noch nicht unterstützt. Die Bedienung erfolgt über ein gut gemachtes Kreismenü und Tasten (die Fenix hat keinen Touchscreen), zur Tonausgabe werden Bluetooth-Kopfhörer benötigt.

Noch unkomplizierter läuft das kontaktlose Bezahlen im Supermarkt. Dafür muss man in Deutschland eine beliebige Mastercard besitzen. In der Schweiz funktionieren Mastercard und Visa, aber nur von einigen wenigen Geldinstituten, in Österreich wird Garmin Pay noch gar nicht angeboten. Die Brieftasche auf der Uhr muss mit einer Summe aufgeladen werden. Um zu bezahlen, muss der Nutzer dann einmal am Tag einen Code eingeben oder immer dann, wenn der Pulsmesser der Meinung ist, dass die Uhr mal nicht getragen wurde - dazu reicht es schon, dass sie zu locker sitzt und deshalb den Hautkontakt verliert.

Garmin gibt für alle drei Plus-Versionen andere Akkulaufzeiten als bei den bisherigen Fenix-5-Modellen an. Bei der von uns getesteten mittleren Version nennt der Hersteller kürzere Zeiten, nämlich 18 Stunden statt 24 Stunden beim Aufzeichnen von GPS-Daten, sowie nur 12 statt 14 Tage für die Nutzung nur als Smartwatch mit Pulserfassung.

Mein (regulär im Handel gekauftes, nicht von Garmin gestelltes) Plus-Testgerät hat sich zum Glück etwas besser geschlagen: Es gibt für eine Stunde GPS-Training ebenso wie für einen Tag nur einen minimal höheren Energiekonsum an, nämlich etwa 6 Prozent statt zuvor 5 Prozent. Das summiert sich zwar spürbar bei vielen Aktivitäten, ist im Vergleich zu den allermeisten vergleichbaren Sportuhren aber immer noch sehr gut.

  • Fenix 5 (links) und die neue Fenix 5 Plus: Beim Design von Gehäuse und Band gibt es nur kleine Unterschiede. (Bild: P. Steinlechner/Golem.de)
  • Auch auf der Rückseite hat sich kaum etwas getan, der Anschluss zum Laden ist unverändert. (Nild: P. Steinlechner/Golem.de)
  • Ganz links auf der Fenix 5X Plus befindet sich die rot blinkende LED zur Messung der Sauerstoffsättigung. (Bild: P. Steinlechner/Golem.de)
  • Die Fenix 5S Plus verfügt über einen etwas größeren Bildschirm als die 5S - er ist nun mit 1,2 Zoll genauso groß wie der von den anderen Modellen. (Bild: P. Steinlechner/Golem.de)
  • Eine Übersicht zeigt an, wie viel von einem Anstieg man schon geschafft hat. (Bild: Garmin)
  • Die Musiksteuerung ist nicht schön, aber einfach zu bedienen. (Bild: Garmin)
  • Die lila Linien auf der Karte von Garmin Connect (Web) zeigen typische Wege anderer Nutzer. (Bild: Garmin/Screenshot: Golem.de)
  • Die topografischen Karten will Garmin alle paar Monate kostenlos per Update aktualisieren. (Bild: Garmin/Screenshot: Golem.de)
  • Mit der Software Garmin Express wird Musik auf die Fenix 5 Plus übertragen. (Bild: Garmin/Screenshot: Golem.de)
  • Auf dem Smartphone können wir unterschiedliche Strecken für Radfahrer und Läufer anlegen. (Bild: Garmin/Screenshot: Golem.de)
  • Die App erstellt automatisch einen Rundkurs, der sich meist aber auch für Spaziergänger und Wanderer eignet. (Bild: Garmin/Screenshot: Golem.de)
Die lila Linien auf der Karte von Garmin Connect (Web) zeigen typische Wege anderer Nutzer. (Bild: Garmin/Screenshot: Golem.de)

Beim Navigieren kommen rund 2 bis 3 weitere Prozentpunkte dazu, bei Musik steigt der Wert auf etwa 12 bis 14 Prozent pro Stunde. Wer GPS und Glonass oder Galileo in feinster Auflösung plus Navigation mit Routing sowie Musik gleichzeitig verwendet, kann sogar 20 bis 25 Prozent vom Akku pro Stunde abschreiben, womit die längste Tour gerade mal vier Stunden dauern kann - aber dann ruckelt die Uhr auch spürbar, teils kommt es zu Aussetzern bei der Musikübertragung.

Die neuen Fenix 5 Plus sind ab sofort in mehreren Varianten verfügbar. Die für schmale Handgelenke gedachte 5S Plus und die mittlere 5 Plus kosten ab 700 Euro, für die große 5X Plus sind mindestens 850 Euro fällig; sie verfügt als Extra über eine Diode, mit der etwa beim Höhentraining die Sauerstoffsättigung des Blutes angezeigt werden kann.

Fazit

Ich finde es beeindruckend, welche tatsächlich im Alltag sinnvollen Funktionen ich mir mit einer Fenix 5 Plus einfach so ans Handgelenk schnallen kann. Zu den bisherigen Möglichkeiten kommen nun noch ein paar neue dazu, bei denen für mich vor allem die Navigation hervorsticht. Es ist klasse, wie gut ich mich ohne Smartphone auf vorberechneten Strecken in unbekannter Umgebung zurechtfinde - solange ich nicht vom Weg abweiche.

Es ist allerdings auch ärgerlich, dass das Routing auf der Uhr selbst noch mit so vielen Problemen kämpft. Ich kann mir angesichts der aktuellen Probleme nicht vorstellen, dass Garmin diese Fehler nur durch Firmware-Updates und -Optimierungen gelöst bekommt. Vermutlich ist die Hardware einfach noch nicht leistungsstark genug, um die teilweise komplexen Berechnungen zuverlässig auch bei schwierigen Verhältnissen durchzuführen.

Abgesehen davon ist die Fenix 5 Plus eine echte Verbesserung gegenüber dem direkten Vorgänger, und für Sportler mit einem Faible für mobile Musik fast schon ein Muss - sofern der sehr hohe Preis die Party nicht verdirbt. Für das viele Geld gibt es immerhin einen sehr gut verarbeiteten Zeitmesser, der sich wertig anfühlt und der mit den eher dezenteren Bandvarianten sogar zum Anzug oder Abendkleid nicht ganz unmöglich aussieht.

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 Garmin Fenix 5 Plus im Test: Mit Musik ins unbekannte Land
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  1. (reduzierte Überstände, Restposten & Co.)

znorf 24. Feb 2019

Das Routing hängt von den Attributen der Wege und Straßen des Kartenmaterials ab, nicht...

Abdiel 11. Jul 2018

Das ist in etwas so, wie einen Lambo als Pendlerauto zu bezeichnen. Die Fenix ist...

Anonymer Nutzer 10. Jul 2018

Natürlich bist du Schuld. Du hast in der Situation mit Schrittgeschwindigkeit zu fahren...

Rogoo7 09. Jul 2018

Bei meiner (Fenix 5s Plus) in der Schweiz konnte ich meine Kreditkarte hinterlegen...

Bubanst 09. Jul 2018

Auch wenn ich nicht die Redaktion bin. Hier ein paar Hinweise für die Fenix 5x (ohne...


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