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Garmin Epix 2 im Test: Always-On-AMOLED mit ordentlicher Akkulaufzeit

Gehäuse und Technik der Fenix 7, aber mit schönerem Display: Die Epix 2 von Garmin entpuppt sich trotz AMOLED als erstaunlich ausdauernd.
/ Peter Steinlechner
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Garmin Epix 2 vor dem Einsatz (Bild: Peter Steinlechner/Golem.de)
Garmin Epix 2 vor dem Einsatz Bild: Peter Steinlechner/Golem.de

Nach all den Jahren mit den Fenix-Sportuhren von Garmin wissen wir es endlich: Wenn wir durch die 16 verfügbaren Farben scrollen, ist das erste Hellblau wirklich ein Hellblau. Das zweite, nach unserem Eindruck fast identische Hellblau ist tatsächlich ein Helltürkis und das dritte ein Lila.

Das haben wir beim Gebrauch der Epix 2 gelernt. Der Grund: Das Wearable hat einen AMOLED-Bildschirm verbaut, auf dem wir die Farbtöne problemlos unterscheiden können.

Bislang bietet Garmin(öffnet im neuen Fenster) in den meisten seiner Smartwatches sogenannte MIP-Displays – das Kürzel steht für Memory in Pixel. Vorteile: extrem niedrige Energieaufnahme – und lange Akkulaufzeiten.

Nachteil: Richtig stark leuchten die Farben eigentlich nie, die genannten Blautöne etwa sehen alle beinahe gleich aus. Das gilt auch dann, wenn die Sonne auf das reflektierende Hintergrundmaterial strahlt und somit alles so gut wie möglich ausgeleuchtet ist.

Bei den Outdoor-Sportuhren der Fenix-Linie von Garmin ist MIP dennoch ein Kernelement. Vielen Fans sind Akkulaufzeit und sehr gute Ablesbarkeit in der Sonne enorm wichtig. Auch bei der gerade veröffentlichten Fenix 7 kommen daher MIP-Displays zum Einsatz.

Aber: Die mittelgroße Fenix 7 ( Test auf Golem.de ) gibt es nun auch unter der Bezeichnung Epix 2 mit einem AMOLED-Bildschirmchen.

Abgesehen von der Solar-Ladefunktion, die es nur bei der Fenix 7 gibt, finden sich beim GPS-Modul, dem Herzfrequenzsensor und der sonstigen Hardware der Wearables keine nennenswerten Unterschiede.

Flott durch die Menüs

Die Epix 2 fühlt sich beim Scrollen zwar noch etwas schneller an – aber das dürfte nicht an den Prozessoren liegen, über die Garmin traditionell schweigt, sondern schlicht an AMOLED, das nicht so (relativ) träge ist wie MIP. Die Epix 2 verwendet die gleiche Firmware wie die Fenix 7, mit Wartezeiten gegenüber dem anderen Modell im Hinblick auf Verbesserungen und neue Funktionen ist also nicht zu rechnen.

Garmin Fenix 7 Solar Modelle
Fenix 7S Solar Sapphire Fenix 7 Solar Sapphire Fenix 7X Solar Sapphire Epix 2
Durchmesser 42 mm 47 mm 52 mm 47 mm
Höhe / Gewicht 14,1 mm / 63 Gramm 14,5 mm / 79 Gramm 14,9 mm / 96 Gramm 14,5 mm / 76 Gramm Stahl (70 Gramm Titan)
Display 1,2 Zoll MIP 1,3 Zoll MIP 1,4 Zoll MIP 1,3 Zoll AMOLED
Display Auflösung 240 x 240 Pixel 260 x 260 Pixel 280 x 280 Pixel 416 x 416 Pixel
Akkulaufzeit Smartwatch (mit Solar) 11 Tage (+3 Tage Solar) 18 Tage (+4 Tage Solar) 28 Tage (+9 Tage Solar) 16 Tage Gesten, 6 Tage Always-on
Akkulaufzeit GPS (mit Solar) 37 Stunden (+9 Stunden Solar) 57 Stunden (+16 Stunden Solar) 89 Stunden (+33 Stunden Solar) 42 Stunden Gesten, 30 Stunden Always-on
Akkulaufzeit GPS Expedition (mit Solar) 26 Tage (+17 Tage Solar) 40 Tage (+34 Tage Solar) 62 Tage (+77 Tage Solar) 14 Tage
Preis rund 900 Euro rund 900 Euro rund 1.000 Euro rund 900 Euro Stahl (1.000 Euro Titan)

Auch die Bedienung per Touchscreen und den bewährten fünf Seitentasten ist unverändert. Dennoch hat die Epix 2 in einem Punkt einen großen Vorteil: Die Offlinekarten sehen auf dem AMOLED-Bildschirm mit seiner Auflösung von 416 x 416 Pixeln viel besser aus, Wege und die Topografie sind wesentlich einfacher zu erkennen.

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Einige Kartendetails – Ortsnamen oder Flüsse – zeigt die Epix 2 schon viel früher beim Hineinzoomen. Wer die Navigation oft verwendet, hat also spürbare Vorteile. Das dürfte vor allem in kleinteiligen Umgebungen gelten, etwa in Städten.

Der AMOLED-Bildschirm kann ebenso wie die Touch-Funktion sehr weitgehend den individuellen Bedürfnissen angepasst werden. Wahlweise können wir das Display nur per Geste aktivieren oder einen Always-on-Modus verwenden – letzteres ist voreingestellt, und zwar mit zusätzlicher Gestenaktivierung.

Wenn wir das Handgelenk bewegen, wird also vom leicht heruntergedimmten Always-On zum Vollbild gewechselt. Das funktioniert bei der Epix 2 sehr gut, jedenfalls viel besser als während unseres Tests der Garmin Venu 2 – die hat ebenfalls AMOLED.

Garmin Epix 2: Verfügbarkeit und Fazit

Mit Geste und ohne Always-on schafft die Epix 2 laut Hersteller rund 16 Tage im Smartwatch-Modus. Wenn Always-on aktiviert ist, verkürzt sich diese Zeit laut Garmin auf 6 Tage. Wir haben den Eindruck, dass diese Angabe korrekt ist – und dass dabei eher noch etwas mehr Puffer übrig ist.

Wir haben die Gestensteuerung im Alltag und beim Sport übrigens abgestellt. Damit sparen wir vermutlich ein wenig Strom, vor allem aber ist Always-on hell genug – wir brauchen den Standardmodus nicht. Der wird bei uns erst aktiviert, wenn wir per Touch oder Taste auf weitergehende Funktionen zugreifen.

Für die Nacht gibt es einen weiteren Modus, nämlich "Schlaf" . Die Vorgabe ist, dass das Display etwa von 23 Uhr bis 8 Uhr vollständig abgedunkelt und Touch ausgeschaltet wird.

Anstelle des tagsüber aktiven Zifferblatts bekommen wir im Schlafmodus beim Druck auf eine der Tasten nur mit einfachen Ziffern die Zeit angezeigt.

Ein bisschen schwer tun wir uns mit einer Angabe darüber, was die Ablesbarkeit bei hellem Sonnenschein angeht. Wenn die aktuelle Wintersonne auf das Display der Epix 2 scheint, können wir die Ziffern noch recht gut ablesen. Ob das im Sommer immer noch klappt, können wir derzeit nicht wirklich sagen. Was schade ist: Es gibt offensichtlich eine automatische Anpassung ans Umgebungslicht, aber konfigurieren können wir diese Funktion nicht.

Die Garmin Epix 2 ist in mehreren Versionen erhältlich. Eine Variante mit Lünette und Boden aus Edelstahl kostet rund 900 Euro. Dieses Modell kommt mit Gorilla Glas als Displayschutz sowie mit 16 GByte internem Speicher; die Offline-Karten müssen selbst installiert werden. GPS beherrscht Multi-Frequenz, aber nicht Multi-Band (ähnlich wie bei der Fenix 7).

Garmin Epix 2 – Trailer
Garmin Epix 2 – Trailer (00:42)

Alternativ gibt es Versionen, bei denen stattdessen Saphirglas und Titan zum Einsatz kommen. Intern sind hier 32 GByte RAM verbaut, topografische sowie Straßen- und Trail-Karten sind bereits vorinstalliert. Diese Modelle sind ab 1.000 Euro erhältlich.

Fazit

Als bekennende Fans von maximalen Akkulaufzeiten waren wir im Hinblick auf die Epix 2 erst skeptisch: Alle paar Tage ans Ladekabel, nur damit es ein bisschen schöner leuchtet als bei der Fenix 7?

Nach ein paar Tagen mussten wir aber gestehen: Das wirklich immer gut ablesbare AMOLED-Bildschirmchen hat was und die Sache mit dem Aufladen ist selbst mit Always-On viel weniger ein Problem als befürchtet.

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In der Praxis hält die Epix 2 locker die vom Hersteller versprochenen fünf bis sechs Tage durch – sogar mit Puffer. Die Konfigurationsmöglichkeiten für das Display und den Touchscreen finden wir insgesamt sehr gelungen, lediglich Einfluss auf die automatische Anpassung ans Umgebungslicht wünschen wir uns noch.

Sehr positiv finden wir, dass die Epix 2 die gleiche Firmware wie die Fenix 7 verwendet. Damit dürfte bis auf Weiteres sichergestellt sein, dass regelmäßige Updates und Verbesserungen kommen.

Im Zweifel entscheiden wir uns wegen der besseren Akkulaufzeit zwar vermutlich doch für die Fenix 7. Aber die Entscheidung ist viel enger als erwartet, denn die Epix 2 ist trotz AMOLED kein Blender, sondern eine vollwertige und alltagstaugliche Sportuhr auch für lange Unternehmungen – und sogar die klar bessere Wahl bei Verwendung der Offlinekarten.

Autor Peter Steinlechner auf Strava(öffnet im neuen Fenster)


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