Garmin Enduro 3 im Test: Die Ausdaueralternative zur Fenix 8
Im September 2024 hat Garmin die Fenix 8 veröffentlicht, deren Modellvarianten bis zu 1.200 Euro kosten. Es geht jedoch günstiger: Zeitgleich mit der Fenix 8 kam die sehr ähnliche Enduro 3 auf den Markt. Mit rund 900 Euro ist sie zwar auch kein Schnäppchen, aber eben doch preiswerter.
Es gibt einige Unterschiede in der Hardware, die wir im Anschluss an unseren Test der Fenix 8 sowohl beim Sport als auch im Alltag kennengelernt haben. Grundsätzlich richtet sich die Enduro 3 an Ausdauersportler, die möglichst lange unterwegs sein wollen.
Der Akku der Enduro 3 ist größer als der der vergleichbaren Fenix 8 Solar 51 mm, wodurch sie im Smartwatch-Modus laut Hersteller bis zu 36 Tage durchhält. Mit deaktiviertem Bluetooth und Synchronisation über WLAN zeigt die Uhr bei vollem Ladestand sogar 40 Tage an.
Zum Vergleich: Die Fenix 8 51 mm schafft laut Garmin 30 Tage, die Enduro 2 kam auf 34 Tage. Bei GPS-Aktivitäten hält die Enduro 3 bis zu 120 Stunden (Fenix 8 Solar: 95 Stunden, Enduro 2: 110 Stunden).
Sobald Sonnenlicht auf das Display trifft, wird der Vorsprung der Enduro 3 gegenüber der Fenix 8 Solar noch größer. Grund dafür ist die dünnere Titanlünette, die etwas mehr Platz für das Solarpanel rund um das Zifferblatt lässt.
Bei maximaler Sonneneinstrahlung gewinnt die Enduro 3 in einer Stunde genug Energie für rund 30 Minuten GPS-Aktivität – ungefähr doppelt so viel wie das Vorgängermodell. Erstaunlich ist, dass sie selbst bei schlechtem Wetter noch ordentlich Energie generiert.
Wie viel genau, hängt stark von den Wetterbedingungen ab. Ein Beispiel: Während einer rund vierstündigen Radtour im Nebel erzeugten wir etwa so viel Solarstrom wie bei einer einstündigen Laufeinheit bei Sonnenschein.
| Garmin Enduro 3 | Garmin Fenix 8 Solar 47 mm | Garmin Fenix 8 Solar 51 mm | Garmin Fenix 8 Amoled 43 mm | Garmin Fenix 8 Amoled 47 mm | Garmin Fenix 8 Amoled 51 mm | |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Größe | 51 x 51 x 15,7 mm | 47 x 47 x 15,2 mm | 51 x 51 x 15,4 mm | 43 x 43 x 13,8 mm | 47 x 47 x 13,8 mm | 51 x 51 x 14,7 mm |
| Display Größe/Auflösung | 1,4 Zoll / 280 x 280 Pixel | 1,3 Zoll / 260 x 260 Pixel | 1,4 Zoll / 280 x 280 Pixel | 1,3 Zoll / 416 x 416 Pixel | 1,4 Zoll / 454 x 454 Pixel | 1,4 Zoll / 454 x 454 Pixel |
| Akkulaufzeit Smartwatch/Solar | 36 Tage / 90 Tage | 21 Tage / 28 Tage | 30 Tage / 48 Tage | |||
| Akkulaufzeit GPS/Solar | 120 Stunden / 320 Stunden | 67 Stunden / 92 Stunden | 95 Stunden / 149 Stunden | |||
| Akkulaufzeit Smartwatch Geste/Always-on | 10 Tage / 4 Tage | 16 Tage / 7 Tage | 29 Tage / 13 Tage | |||
| Akkulaufzeit GPS Geste/Always-on | 28 Stunden / 22 Stunden | 47 Stunden / 37 Stunden | 84 Stunden / 65 Stunden |
Ein großes Aber: Nachts und wenn das Display durch lange Ärmel oder Manschetten verdeckt ist, produziert das Solarpanel kaum Strom. Im Winter dürfte die Solarausbeute für viele Sportler daher extrem gering ausfallen, sodass die Enduro 3 dann nur wenig Vorteile gegenüber der Fenix 8 Solar bietet.
Der größere Akku ist auch möglich, weil die Enduro 3 im Vergleich zur Fenix 8 Solar 51 mm ein kleines bisschen dicker ist. Zudem fehlen Lautsprecher und Mikrofon, was Platz spart.
Dadurch gibt es keine Sprachsteuerung wie bei der Fenix 8. In unserem Test haben wir diese Funktion, etwa zum Starten von Aktivitäten oder Timern, in den ersten Tagen durchaus vermisst. Hier muss man also entscheiden: Längere Akkulaufzeit oder mehr Komfort bei der Bedienung.
Ein weiterer Unterschied: Die Enduro 3 hat keine induktiven Tasten, die kontaktlos auslösen, sondern setzt auf konventionelle Tasten. Die Sportuhr ist dennoch bis 100 Meter wasserdicht, allerdings sollten die Tasten unter Wasser nicht betätigt werden.
Garmin Enduro 3: Verfügbarkeit und Fazit
Daher bietet Garmin auf der Enduro 3 auch keine Tauchaktivität an – wer diese Funktion möchte, muss zu einem Fenix-8-Modell greifen. Die Tasten der Enduro 3 haben ein deutliches Feedback, erfordern aber teilweise einen kräftigeren Druck, was besonders bei der Taste links oben (am linken Handgelenk) nicht immer bequem ist.
Leichte Vibrationen beim Drücken, wie bei der Fenix 8, sind standardmäßig nicht aktiviert, können aber im Menü eingeschaltet werden – auf Kosten von etwas Akkulaufzeit.
Das 1,4-Zoll-MIP-Display mit einer Auflösung von 280 x 280 Pixeln ist genauso groß und grob aufgelöst wie beim Vorgänger.
Dank stärkerer Kontraste und optimierter Hintergrundbeleuchtung lässt es sich jedoch minimal besser ablesen, da die Solarschicht nun nur noch am Rand und nicht mehr über dem gesamten Saphirglas angebracht ist.
Auf Bildern und Videos sieht man diesen Unterschied kaum, im Alltag bei passenden Lichtverhältnissen fällt er jedoch auf. Vor allem bei hellen Bedingungen ist die Ablesbarkeit im Vergleich zur Enduro 2 deutlich besser.
Ein kleiner weiterer Unterschied ist die Rückseite der Enduro 3, die aus Kunststoff besteht, statt wie bei der Enduro 2 oder Fenix 8 aus Titan oder Stahl. Uns hat das nicht gestört, das reduzierte Gewicht sorgt für ein angenehmes Tragegefühl.
Abgesehen von der Sprachsteuerung und den Tauchaktivitäten gibt es keine funktionalen Unterschiede zur Fenix 8. Die Enduro 3 bietet dieselbe exzellente Herzfrequenzmessung am Handgelenk, eine überarbeitete Anzeige von Smartphone-Benachrichtigungen (abschaltbar), eine verbesserte Benutzeroberfläche und Offline-Karten mit Navigation.
Die Karten fanden wir bei guten Lichtverhältnissen auf der Enduro 3 aufgrund der gröberen, aber klareren Darstellung angenehmer lesbar als auf den AMOLED-Versionen der Fenix 8. Funktionen wie dynamisches Routing funktionierten im Test einwandfrei. Taschenlampe und GPS-Modul sind identisch.
Die Enduro 3 kostet laut Garmin(öffnet im neuen Fenster) rund 900 Euro. In der Verpackung befindet sich neben dem Ladekabel (Pogo auf USB-C) lediglich ein schwarzes Nylonband. Die Bänder der Fenix mit 26 mm Breite passen auch an die Enduro 3.
Fazit
Man muss kein Extremsportler sein, um mit der Enduro 3 viel Freude am Sport zu haben. Die enorme Akkulaufzeit ist ein zentrales Merkmal.
Die Uhr bietet im Vergleich zur gleich großen Fenix 8 Solar jedoch nur dann spürbare Vorteile, wenn man viel Zeit draußen verbringt und die Uhr nicht unter einem langen Ärmel versteckt.
Dann wird das Aufladen per Sonnenenergie zu einem großen Pluspunkt. Ohne diese Funktion, also nur im Akkubetrieb, fallen die zusätzlichen Tage im Alltag kaum ins Gewicht.
Die Kunststoffrückseite und der etwas breitere Rand um das Zifferblatt störten uns nicht. Das Stoffband ist angenehm zu tragen, doch könnte sich eine schnell trocknende Silikon-Alternative lohnen.
Im Vergleich zur Fenix 8 Solar muss man abwägen: Lautsprecher und Mikrofon mit Sprachsteuerung oder weniger Gewicht, etwas mehr Akkulaufzeit und ein paar Hundert Euro Ersparnis – das gesparte Geld könnte man für einen sportlichen Kurzurlaub mit der Enduro 3 nutzen.
- Anzeige Hier geht es zur Garmin Enduro 3 bei SportScheck Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.