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Garmin Cirqa im Test: Mehr Fenix als Fitnessband

Garmin bringt mit Cirqa ein neues Smart Band für Sportler. Hinter dem unscheinbaren Äußeren steckt fast eine Fenix ohne Display.
/ Peter Steinlechner
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Garmin Cirqa mit Band in Kapitänsblau (heißt so) (Bild: Peter Steinlechner / Golem)
Garmin Cirqa mit Band in Kapitänsblau (heißt so) Bild: Peter Steinlechner / Golem
Inhalt
  1. Garmin Cirqa im Test: Mehr Fenix als Fitnessband
  2. Garmin Cirqa: Verfügbarkeit und Fazit

Fitnessbänder sind eigentlich nicht neu, vor gut zehn Jahren gehörten sie zu den beliebtesten Wearables überhaupt. Garmin war mit der Vivosmart-Reihe ein früher Anbieter dieser Tracker, Fitbit war zeitweise sogar Synonym für die gesamte Produktkategorie. Dann wurden Smartwatches immer leistungsfähiger und verdrängten die Fitnessbänder.

In den vergangenen Jahren erlebte das Konzept jedoch eine überraschende Rückkehr. Whoop machte den Anfang, Amazfit und Polar folgten. Nun zieht auch Garmin als letzter der großen Hersteller nach. Und zwar mit einem Alleinstellungsmerkmal, das auf den ersten Blick banal wirkt: einer Taste – dazu gleich noch mehr.

Die eigentliche Stärke von Cirqa liegt in der Anbindung an Garmins Gesundheits- und Trainingsplattform. Das Smart Band zeichnet Herzfrequenz, Blutsauerstoff, Stress, Schritte, Body Battery und Schlaf auf und liefert auch Sleep Score, Schlafcoach und den HFV-Status.

Hinzu kommen Trainingsmetriken, die bislang vor allem von Fenix & Co. bekannt sind. Trainingsbereitschaft, Trainingszustand, VO2max, Trainingsnutzen und Erholungszeit gehören ebenso zum Funktionsumfang. Genau deshalb fühlt sich Cirqa eher wie eine Fenix ohne Display als wie ein klassisches Fitnessband an.

Das Spannendste ist allerdings die schon angesprochene Taste. Ein Druck startet das Training, einer beendet es wieder – klar erkennbar durch kurzes Vibrieren. Kein Wischen, keine Menüs und kein Hoffen, dass die automatische Aktivitätserkennung korrekt funktioniert. Das klingt banal, entpuppte sich für mich aber als eine der cleversten Ideen des Geräts.

Standardmäßig startet die Taste eine "Aktivität mit Zeitangabe" – auf Wunsch inklusive GPS des gekoppelten Smartphones. Mehr muss man vor dem Training nicht entscheiden. Erst danach wird die Einheit in Garmin Connect etwa als Lauf, Radtour, Rudereinheit oder Krafttraining eingeordnet.

Das macht die Bedienung herrlich unkompliziert und gefällt mir besser, als erst eine Sportart auswählen oder auf die automatische Aktivitätserkennung hoffen zu müssen.

Der Preis für diese Einfachheit: Nachträglich fehlen die sportartspezifischen Daten. Wird eine Aktivität erst später in Indoor-Rudern umgewandelt, gibt es beispielsweise keine Schlagzahl.

Wer solche Metriken möchte, muss die gewünschte Sportart vorher auf die Taste legen. Das funktioniert, die Einrichtung in Garmin Connect ist mit ihren teilweise verschachtelten Menüs aber unnötig kompliziert.

Nur beim Krafttraining hat die korrekte Erkennung gar nicht geklappt. Trotz mehrerer Sätze wurde jeweils nur ein einziger Satz aufgezeichnet. Ob ich dabei etwas falsch gemacht habe oder ob das derzeit einfach eine Einschränkung der Software ist – unklar.

Mach mal Pause!

Ganz grundsätzlich steckt in dem System viel Potenzial: Warum erkennt Connect die Sportart nicht nachträglich und ergänzt auch deren typische Metriken? Das würde beide Vorteile verbinden, Einfachheit beim Start und vollständige Auswertungen. Mein zweiter Wunsch wäre eine nachträgliche Auto-Pause, die Standzeiten automatisch aus der Aktivität entfernt.

Kompliziert ist auch das Zusammenspiel mit anderen Garmin-Geräten. Wer mehrere Wearables nutzt, muss sich in Garmin Connect für ein "primäres Wearable" entscheiden. Nur dieses liefert jeweils die Daten. Ein Wechsel zwischen Cirqa und einer Fenix erfordert jedes Mal eine manuelle Änderung in den Einstellungen – auf Dauer ziemlich lästig.

Eigentlich sollte die Software selbst entscheiden, welche Datenquelle gerade die besten Werte liefert. Noch interessanter wäre ein Ansatz wie beim Helio Strap von Amazfit: Dort übernimmt das Band ohne viel Zutun die Pulsmessung und entlastet so den Akku der Smartwatch.

Akkulaufzeit mit Cirqa verlängern

Garmin ermöglicht zwar auch eine Zusammenarbeit, allerdings nur mit manuellen Schritten. Wer Cirqa als primäres Wearable nutzt, auf der Sportuhr die kontinuierliche Herzfrequenzmessung (inklusive Stresskurve und Body Battery) deaktiviert und beim Training den Herzfrequenz-Broadcast aktiviert, kann die Uhr als Trainingsgerät verwenden und dabei etwas Akku sparen. Von einer nahtlosen Companion-Lösung ist das Setup allerdings weit entfernt.

Im Smartwatch-Modus zeigt meine Enduro 3 damit rund 10 Prozent mehr Restlaufzeit in Tagen an. Bei Aktivitäten dürfte man ebenfalls etwas gewinnen, weil der Bluetooth-Empfang vom anderen Handgelenk vermutlich weniger Energie verbraucht als die Enduro-eigene Pulsmessung. Beim Ausprobieren mit normal langen Aktivitäten war für mich kein Unterschied im Verbrauch erkennbar, bei einem sehr langen Ultralauf könnte das aber anders sein.

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Allerdings: Im Cirqa arbeitet Garmins Elevate-4-Herzfrequenzsensor mit einem Hauttemperatur-Modul statt der aktuellen fünften Generation. Das bedeutet vor allem den Verzicht auf EKG-Funktionen, außerdem arbeitet Elevate 4 wohl in Grenzbereichen (viele Wackler, sehr viel Licht von draußen) etwas weniger genau.

Bei den Gesundheitsdaten hinterließ Cirqa dennoch insgesamt einen guten Eindruck. Parallel zu einer Garmin Enduro 3 (mit Elevate 5) getragen, lagen Herzfrequenz, Hauttemperatur bei Nacht, Schritte und auch der HFV-Status meist erstaunlich nah beieinander oder waren gleich.

Deutlich größere Abweichungen gab es bei den Schlafzeiten. Mein Eindruck war, dass Cirqa etwas genauer arbeitete. Das Smart Band sitzt enger und gleichmäßiger am Handgelenk als eine vergleichsweise schwere Sportuhr, was der Messqualität zugutekommen könnte.


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