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Gardena Smart Garden im Test: Plug and Spray mit Hindernissen

Neben Äxten und Gartenschläuchen verkauft Gardena nun auch einen Smart-Home-Router und digitale Serviceleistungen über die Cloud. Kann das gutgehen? Und falls ja: zu welchem Preis?

Artikel von veröffentlicht am
Vom Gartenschlauch zum Router: das neue Smart Garden System vom Gardena
Vom Gartenschlauch zum Router: das neue Smart Garden System vom Gardena (Bild: Martin Wolf/Golem.de)

Wer als Gärtner nach Geräten für Bewässerung und Rasenpflege oder nur nach einer einfachen Hacke sucht, kommt an Produkten von Gardena kaum vorbei. Der europäische Marktführer aus Ulm, seit 2006 im Besitz der schwedischen Husqvarna-Gruppe, dominiert die Gartenabteilungen in den Baumärkten. Das Gardena Universalbeil 900 B ist "Hardware" im eigentlichen Sinne. Doch nun stellt die Firma nicht nur Computerhardware her, sondern gleich noch eine Softwareapplikation für Android und iOS sowie ein Cloud-Produkt.

Inhalt:
  1. Gardena Smart Garden im Test: Plug and Spray mit Hindernissen
  2. So teuer wie 300 Meter Gartenschlauch
  3. Schlaues Ventil mit Eigenleben
  4. Fazit

Hat mit dem Gardena Smart System wirklich "die Zukunft des Gartens begonnen", wie es auf der Website vollmundig heißt? Oder ist es nur ein modischer Schnickschnack, den ein fortschrittliches Unternehmen heutzutage den Kunden anbieten muss? Die ferngesteuerte Bewässerung per App steht beispielhaft für den Versuch von traditionellen Firmen, im Internet der Dinge und Smart Home anzukommen. Mit all seinen Fallstricken und Tücken.

Systemwettlauf mit dem Raspberry Pi

Dass solch eine Bewässerung aus der Ferne eine feine Sache ist, zeigt der Einsatz unserer selbst entwickelten Steuerung auf Basis eines Raspberry Pi. Seit mehr als einem Jahr tut der Bastelcomputer zuverlässig seinen Dienst im Schrebergarten: überträgt stündlich die Daten einer Wetterstation ins Internet und schaltet automatisch oder auf SMS-Befehl hin die Bewässerung ein. So gut, dass der Autor das Konzept auch im Kleingärtner-Magazin Gartenfreund vorstellen wollte. Doch der zuständige Redakteur winkte nur ab: Solange man dafür einen Raspberry Pi brauche, sei das zu schwierig für den normalen Kleingärtner.

So etwas darf bei einem Gardena-Produkt natürlich nicht passieren. Das System muss idiotensicher sein. Keine Kommandozeile, kein Zusammenlöten einer Schaltbox, keine aufwendige Erdverkabelung. Gleichzeitig aber so sicher, dass es auf dem nächsten CCC-Kongress nicht auseinandergenommen wird und in halb Deutschland auf Knopfdruck die Rasensprenger angehen. Daher waren wir bei Golem.de sehr gespannt, als Gardena sein System im vergangenen August ankündigte.

Nur noch ein großer Knopf und LEDs

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Doch das Testmodell, das uns für Januar versprochen worden war, kam und kam nicht an. Offenbar war die Herstellung doch mit einigen Verzögerungen verbunden. Ein zunächst vielversprechendes Päckchen enthielt lediglich einen USB-Stick mit Pressematerial. Nachdem wir mehrfach nachgefragt hatten und die ersten Obstbäume schon blühten, erhielten wir endlich das Paket. Gerade noch rechtzeitig zu Beginn der Gartensaison.

  • Die Platine des Gardena-Routers verfügt über ein WLAN-Modul und einen Chip für SRD-Kommunikation. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Die Anschlüsse für eine USB-Buchse sind vorhanden, werden aber nicht genutzt. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Die drei Geräte kosten zusammen 500 Euro. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Zusätzlich lässt sich noch ein Rasenmähroboter anschließen. (Grafik: Gardena)
  • Der moderne Kleingärtner kann dank der Bewässerungs-App nun auch im Sommer auf Abenteuerurlaub gehen. (Foto: Gardena)
  • Die Gardena Water Control macht sich gut neben dem schicken Gasgrill. (Foto: Gardena)
  • Der Urgroßvater des smarten Bewässerungscomputers: der Gardena Watertimer electronic aus den 90er Jahren. (Foto:Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Über die App lassen sich die Sensordaten ablesen. (Screenshot: Golem.de)
  • Die Tastatur verdeckt das Eingabefeld für die 37-stellige Geräte-ID. (Screenshot: Golem.de)
  • Für jeden Tag lassen sich mehrere Bewässerungszeiten programmieren. (Screenshot: Golem.de)
  • Einen solchen Hinweis sieht man bei der Installation einer App nur selten. (Screenshot: Golem.de)
  • Gibt es Probleme mit der Internetverbindung, geht beim Gardena Smart Garden gar nichts mehr. (Screenshot: Golem.de)
Die Platine des Gardena-Routers verfügt über ein WLAN-Modul und einen Chip für SRD-Kommunikation. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)


Schon beim Auspacken stellen wir fest, dass der smarte Bewässerungscomputer ein völlig neues Produkt ist. Es gibt keine merkwürdigen Drehknöpfe und Stifte mehr wie bei den elektronischen Wassertimern der ersten Generation, vor deren Programmierung es einen jedes Mal grauste. Auch die Einstellung der neueren Bewässerungscomputer mit Knöpfen und Display ist irgendwie umständlich. Damit soll jetzt Schluss sein. Der Gardena Smart Control, wie das ferngesteuerte Ventil heißt, hat nur noch einen großen Knopf und drei kleine LEDs. Den Rest übernimmt das Smartphone mit der Garden Smart App. Soweit die Theorie.

Webversion erst im Sommer verfügbar

Um das ganze Set aus Router (Smart Gateway), Ventil und Sensor in Betrieb zu nehmen, muss man sich erst einmal die App herunterladen. Diese gibt es nur für Android und iOS. Eine Version für Windows Phone soll es nicht geben, erfahren wir auf Nachfrage, allerdings im Sommer eine browserfähige Webversion. Wer seinen App-Account anmeldet, erhält zunächst eine Bestätigungsmail an seine Mailadresse. Dann lässt sich das Gateway einbinden.

Eine nicht unkomplizierte Sache, die schon fast am Gartenfreund-Kriterium scheitern könnte. Der Router verfügt über einen eigenen WLAN-Hotspot und einen Ethernet-Anschluss, über den man sich per Browser anmelden kann. Anschließend lassen sich im Browser die Zeitzone und die Zugangsdaten für das heimische WLAN eingeben, über das der Router ins Internet kommt und sich mit dem Gardena-Server verbindet. Ist das passiert, gilt es, sich zu beeilen. Denn nur, solange das Gateway grün blinkt, lässt es sich in die App einbinden. Spätestens bei diesem Versuch beschleicht uns das Gefühl, dass das Produkt noch genauso wenig ausgereift ist wie die Gartenfrüchte im Frühling.

So teuer wie 300 Meter Gartenschlauch 
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Paule 26. Mai 2016

Wenn man so etwas nicht zwingend Online bzw. zentral per Cloud steuern muss, dann kann so...

Snoozel 24. Mai 2016

Lustig ist auch dass Gardene scheinbar Plastik benutzt das nicht UV-Stabil ist. Ein...

Snoozel 24. Mai 2016

Na dann, Loxone Air, paar Air Steckdosen dazu, Magnetventile, und nen 50er für einen...

Snoozel 24. Mai 2016

Dann lieber gleich was anständiges, z.B. Loxone Air, und ein paar Magnetventile. Kann...

mac4ever 19. Mai 2016

Autor: mac4ever 12.05.16 - 10:23 ...denn hier läuft so ein System längst: fest...


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