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Vom Gartenschlauch zum Router: das neue Smart Garden System vom Gardena
Vom Gartenschlauch zum Router: das neue Smart Garden System vom Gardena (Bild: Martin Wolf/Golem.de)

Schlaues Ventil mit Eigenleben

Das Konzept von Gardena hat noch eine weitere Besonderheit, um nicht zu sagen: Tücke. Denn das Ventil ist kein reiner Empfänger von Steuerbefehlen, sondern in der Lage, einen per App eingegebenen Bewässerungsplan zu speichern und auszuführen. Damit wird beispielsweise sichergestellt, dass die Bewässerung nach der gewünschten Zeit auch dann stoppt, wenn das Gateway unerwartet abstürzt oder vom Strom getrennt wird. Selbst wenn das Gateway ausgeschaltet sein sollte, sind die Zeiten im Ventil gespeichert und können gestartet werden. Eine Funktion, auf die in der Bedienungsanleitung übrigens mit keinem Wort hingewiesen wird. Doch das Gerät entwickelt dabei mitunter ein merkwürdiges Eigenleben.

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So kann es passieren, dass Bewässerungszeiten, die per App eingegeben und gespeichert werden, im Ventil gar nicht ankommen. Diese werden dann nicht ausgeführt, wovon der Gärtner aber nichts erfährt. Ebenfalls können abgespeicherte Zeiten plötzlich ins Nirwana entschwinden. Stattdessen tauchen überschriebene Zeitpläne wieder auf. Offenbar gibt es gelegentlich eine Synchronisation der Daten zwischen Cloud und Ventil, bei der die Ventildaten die Cloud-Daten überschreiben. Zudem kann es passieren, dass die Systemzeit der App nicht mit der Eigenzeit des Ventils übereinstimmt. Wenn gar nichts mehr gehe, müssten alle gespeicherten Zeiten gelöscht, das Ventil auf Werkseinstellungen zurückgesetzt und in der App neu eingebunden werden, empfiehlt ein Servicetechniker. Bis man das gemerkt hat, ist der Rasen vielleicht schon vertrocknet.

Keine eigenständige Internetverbindung möglich

Bei Gardena dient das teure Gateway offenbar nur der reinen Datenweiterleitung. Unser Raspberry Pi übernimmt hingegen die komplette Steuerung der Ventile. Zudem ermöglicht er ein direktes Feedback per SMS oder E-Mail über die tatsächliche Bewässerung, wozu auch ein Durchflussmesser genutzt wird. Eine solche Möglichkeit bietet Gardena nicht. Zudem ist es bei den Tests mehrfach vorgekommen, dass das Ventil über die App nicht mehr erreichbar war, obwohl alle Funkverbindungen als funktionierend angezeigt wurden. Dann half nur ein "Neustart" des Ventils über das Herausnehmen der Batterie. Das wurde auch nötig, als wir die automatisch gesteuerte Bewässerung mit dem dicken Taster auf dem Ventil unterbrachen. Danach war das Ventil über die App nicht mehr ansprechbar. Nach den etwa zweiwöchigen Tests waren die drei Mignon-Zellen schon fast leer.

Ein weiterer Nachteil ist der oben genannte Verzicht auf eine USB-Schnittstelle. Dadurch ist es deutlich aufwendiger, die Fernsteuerung beispielsweise in einem Kleingarten einzusetzen. Dort gibt es in der Regel keinen dauerhaften Internetzugang. Um dies dennoch zu ermöglichen, muss der smarte Gärtner einen weiteren Router einsetzen, der über einen UMTS-Stick die Netzverbindung herstellt. Möglich ist in diesem Fall auch der Rückgriff auf einen Raspberry Pi.

  • Die Platine des Gardena-Routers verfügt über ein WLAN-Modul und einen Chip für SRD-Kommunikation. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Die Anschlüsse für eine USB-Buchse sind vorhanden, werden aber nicht genutzt. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Die drei Geräte kosten zusammen 500 Euro. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Zusätzlich lässt sich noch ein Rasenmähroboter anschließen. (Grafik: Gardena)
  • Der moderne Kleingärtner kann dank der Bewässerungs-App nun auch im Sommer auf Abenteuerurlaub gehen. (Foto: Gardena)
  • Die Gardena Water Control macht sich gut neben dem schicken Gasgrill. (Foto: Gardena)
  • Der Urgroßvater des smarten Bewässerungscomputers: der Gardena Watertimer electronic aus den 90er Jahren. (Foto:Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Über die App lassen sich die Sensordaten ablesen. (Screenshot: Golem.de)
  • Die Tastatur verdeckt das Eingabefeld für die 37-stellige Geräte-ID. (Screenshot: Golem.de)
  • Für jeden Tag lassen sich mehrere Bewässerungszeiten programmieren. (Screenshot: Golem.de)
  • Einen solchen Hinweis sieht man bei der Installation einer App nur selten. (Screenshot: Golem.de)
  • Gibt es Probleme mit der Internetverbindung, geht beim Gardena Smart Garden gar nichts mehr. (Screenshot: Golem.de)
Der Urgroßvater des smarten Bewässerungscomputers: der Gardena Watertimer electronic aus den 90er Jahren. (Foto:Friedhelm Greis/Golem.de)


Die im vergangenen Jahr vorgestellte Lösung mit der Installation von Gnokii und Sakis3G muss dazu allerdings um einen DCHP-Router ergänzt werden, der den Traffic vom Gateway ins Netz leitet. Eine brauchbare Anleitung zur Einrichtung von isc-dhcp und für die erforderliche Änderung der IP-Tables findet sich auf dieser Seite. Sinnvoll ist auch ein kleines Programm zur dauerhaften Speicherung der IP-Tables. Möglich ist dabei, das Gardena-Gateway über Ethernet (eth0) einzubinden. Das Routing erfolgt dabei über den Stick (ppp0).

Hohes Datenvolumen

Mit solch einer Lösung braucht man der Gartenfreund-Redaktion aber gar nicht erst zu kommen. Offenbar ist die Zielgruppe für das Smart System eher der Eigenheimbesitzer, der seine BMW-Kumpels mit der coolen App am Gasgrill beeindrucken kann. Darauf deutet auch das bereitgestellte Werbematerial hin. Gegen einen Einsatz im entfernten Garten spricht zudem der Datentraffic, der deutlich höher als beim Konzept mit dem Raspberry Pi liegt. Zwar muss das Gardena-Gateway ebenfalls nur geringe Nutzungsdaten übertragen. Weil aber permanent der Tunnel freigeschaufelt werden muss, fallen rund 16 MByte an Datenvolumen pro Tag an. Wer das Gateway an eine Mobilfunkverbindung anschließt, müsste daher einen Volumentarif abschließen, was zusätzliche Fixkosten verursacht.

Eine letzte Einschränkung besteht zudem im Ventiltyp. Während im Gardena Watertimer Electronic von 1994 noch ein robustes Kugelventil mit Motorantrieb arbeitet, wird das smarte Water Control mit einem vorgesteuerten Magnetventil geschaltet. Dieses erfordert einen Mindestwasserdruck von 0,5 bar. Ein Anschluss an eine Regenwassertonne ist damit nicht möglich.

System unausgereift, aber schwer zu hacken

Immerhin ist das Gardena-System ziemlich sicher. Die Gefahr, dass ein missliebiger Nachbar das System hackt und den Garten unter Wasser setzt, ist nach unserer Einschätzung sehr gering. Zwar verfügt der Router über einen SSH-Client, doch ein Zugang über ein allgemeines oder kundenspezifisches Passwort ist nicht vorgesehen. Einen Brute-Force-Angriff haben wir nicht gestartet. Das Gateway kommuniziert verschlüsselt mit den angeschlossenen Geräten, wie auch ein Mitschnitt des Traffics zeigte. Am einfachsten dürfte es noch sein, die Zugangsdaten zur App zu erraten, die aus einer E-Mail-Adresse und einem Passwort bestehen.

 So teuer wie 300 Meter GartenschlauchFazit 

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Paule 26. Mai 2016

Wenn man so etwas nicht zwingend Online bzw. zentral per Cloud steuern muss, dann kann so...

Snoozel 24. Mai 2016

Lustig ist auch dass Gardene scheinbar Plastik benutzt das nicht UV-Stabil ist. Ein...

Snoozel 24. Mai 2016

Na dann, Loxone Air, paar Air Steckdosen dazu, Magnetventile, und nen 50er für einen...

Snoozel 24. Mai 2016

Dann lieber gleich was anständiges, z.B. Loxone Air, und ein paar Magnetventile. Kann...

mac4ever 19. Mai 2016

Autor: mac4ever 12.05.16 - 10:23 ...denn hier läuft so ein System längst: fest...



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