Museumswärter wird zum Sysadmin

Wenn, wie im Spionagemuseum, 200 Installationen zur Anwendung kommen, stellt sich uns zwangsläufig die Frage, wer die Systeme eigentlich im Auge behält. "Die Museumsangestellten", sagt Köster. Sie erhalten eine Einführung in die Betreuung der Technik. Schwerwiegende Probleme können einen Vor-Ort-Termin erfordern, ansonsten wird versucht, soweit es machbar ist, es per Fernwartung zu lösen.

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Berührungsängste mit der Technik gibt es seitens der Museen und Ausstellungsorganisatoren wenig, wie Köster sagt. Im Gegenteil: Die Technik bietet ganz neue Möglichkeiten, Besucher-Feedback zu erhalten. Die Computer können die Nutzung erfassen. Die Museen erfahren, welche Inhalte und Präsentationsformen von den Besuchern angenommen werden und welche nicht.

Die Besucher gehen wenig ängstlich mit den Geräten um - zuweilen sogar bemerkenswert arglos. Elias erzählt uns, wie eine Besucherin während einer Ausstellung auf einem der großen Touch-Displaytische ihr Kind gewickelt hat. Für sie war die an sich empfindliche Technik offenbar tatsächlich unsichtbar geworden.

In gewisser Weise ist den Tüftlern von Garamantis bei der Mutter gelungen, was ihr selbst gestecktes Ziel ist: Den Besucher zu physischen Interaktionen zu ermutigen und damit einen Ausstellungsbesuch interessanter zu machen und in der Erinnerung zu verankern.

Nicht nur weg vom Smartphone

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Dabei spielt auch die Tatsache eine Rolle, dass viele mehr aufs Smartphone starren als auf die Kunstwerke und Altertümer selbst. Es geht den Tüftlern bei ihren Installationen zwar nicht nur um einen Kampf um die Aufmerksamkeit, doch er spielt eine Rolle. Denn selbst Audioguides und einfache Lesetexte können laut ihrer Aussage zuweilen vom eigentlichen Ausstellungsobjekt ablenken und den Betrachter von ihm isolieren.

Moderne Technik ermöglicht es, neue Ausstellungskonzepte auszuprobieren, bei denen sogar mehr Zusatzinformationen vermittelt werden, während der Betrachter trotzdem physisch nah am Objekt bleibt. Oliver Elias und Marcus Dittebrand setzen große Hoffnungen auf Augmented und Virtual Reality und experimentieren bereits damit.

Doch parallel dazu müssen sie andere, profanere Aufgaben lösen. Noch finden sich interaktive Vitrinen nicht in jedem Museum und jeder Ausstellung. Garamantis arbeitet daran, aus den Einzelstücken Serienmodelle zu machen. Vitrinen zu berühren, könnte also in Zukunft öfters erwünscht sein.

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