Magie erfordert Rechenpower

Wir bitten die Drei, uns einen Blick ins Innere zu gewähren und mehr über die Technik zu verraten.

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Sie öffnen den Tisch, der ist erst einmal nur eine große Kiste. Ein kleines Towergehäuse steht etwas verloren darin. Über den Aussparungen entdecken wir Kameras. Mittig am Boden des Tisches ist ein kleines rundes Ding. Ein Lidar, wie uns Elias erklärt. Uns wird die Funktionsweise langsam klar: Das Lidar dient zur verzögerungsfreien Erkennung sich nähernder Personen. Die Kameras sorgen zusammen mit einer Bilderkennung für eine Identifikation der Karten.

Allein diese Aufgaben saugen schon Rechenleistung, dazu kommt die ruckelfreie Interaktion auf dem Touchdisplay. "In dem kleinen Towergehäuse stecken eine Nvidia-Quadro-Grafikkarte und als CPU ein Intel i7-Prozessor", erklärt Elias, beides teuere High-End-Technik. Für die Steuerung der Lichteffekte kommt hingegen Low-Tech zum Einsatz. Darum kümmern sich Arduinos, kleine und preiswerte 8-Bit-Mikrocontrollerboards.

  • Bereitwillig zeigen uns Marcus Dittebrand und Oliver Elias die Technik des interaktiven Tisches. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Eine Kamera erfasst Dokumente, welche in die Ecken gehalten werden. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Ganz versteckt am Boden befindet sich ein Lidar. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Die Vitrine wirkt zuerst wenig spektakulär. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Wird die Glasscheibe berührt, beginnt das Innenleben zu erwachen. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Die Benutzungshinweise sind sehr dezent. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Der Prototyp-Status wird bei diesem Modell schnell deutlich.(Bild: Martin Wolf/Golem.de)
Eine Kamera erfasst Dokumente, welche in die Ecken gehalten werden. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)

Bei der Vitrine sieht es ähnlich aus, nur dass dort noch mehr Arduinos zum Einsatz kommen. Ein Computer dient zur Ansteuerung des Hintergrunddisplays, stellt die Inhalte des Infodisplays bereit und koordiniert die Arduinos. Neben der Ansteuerung des Motors für den Drehteller mit der Tontafel werten die Arduinos die Signale der Touchfolien aus, die auf den Glasscheiben aufgeklebt wurde.

Erst die Idee, dann die Hardware

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Trotz der dominanten Technik beginnen die Drei bei einem neuen Projekt nicht sofort mit dem Programmieren und Schrauben. "Die Kunden liefern uns zwar die Inhalte. Doch wie sie präsentiert werden sollen, davon haben sie meist erstmal nur vage Vorstellungen", sagt Köster. Um diese zu präzisieren, hilft den Tüftlern ihre lange Erfahrung mit früheren Projekten. Auch der regelmäßige Blick auf aktuelle, oft künstlerische Werke liefert neue Ideen.

Kompliziert wird es durch rein technische Randbedingungen: Technik benötigt Strom, die Abwärme leistungsstarker Computer muss abgeführt werden. Sollen mehrere Installationen zusammenwirken, müssen sie vernetzt werden. Selbst der Internetzugriff für das Fernupdate von Inhalten und Softwarepatches ist inzwischen Realität. Bei Altertümern müssen außerdem bestimmte Klimaverhältnisse in Vitrinen eingehalten werden und die Baumaterialien bestimmte Anforderungen erfüllen.

Schließlich spielen die Kosten eine Rolle. Dabei kann sich teure Technik durchaus als die billigere Variante erweisen. Elias erklärt uns das anhand großer touchfähiger Display-Installationen, bei denen viele Monitore zu einer großen Fläche zusammengestellt werden. Eine teure Grafikkarte kann zwar soviel kosten wie mehrere Rechner zusammen, doch sie kann bis zu 16 Monitore ansteuern. Deutlich billigere Modelle schaffen nur vier. Es werden also mehrere Rechner notwendig, dazu kommt der ebenfalls notwendige und potenziell fehlerträchtige Programmier- und Vernetzungsaufwand.

Neben der Automatisierung durch Bashscripte gab auch das Budget den Ausschlag, auf den rund 200 Installationen im Deutschen Spionagemuseum Linux statt zum Beispiel Windows zu installieren. Beim Betriebssystem führen Oliver Elias und Marcus Dittebrand sonst keine großen Glaubenskriege. "Allerdings bietet Windows eine bessere Grafiktreiber-Unterstützung", gibt Elias zu. Damit sie bei der Verwaltung und Programmierung interaktiver Oberflächen nicht stets von Null anfangen und zu stark vom Betriebssystem anhängig sind, haben die Entwickler mittlerweile ihre eigenen Frameworks und auch ein eigenes CMS entwickelt.

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 Garamantis: Vorsicht Vitrine, anfassen erwünscht!Museumswärter wird zum Sysadmin 
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