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Gar nicht so leicht zu sagen: Hat KI ein Wasserproblem - oder doch nicht?

Neben Energie ist Wasser ein zentraler Streitpunkt bei KI - Rechenzentren . Aber stimmen die kursierenden Zahlen – und spielt das eine Rolle?
/ Johannes Hiltscher
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Muss man KI-Rechenzentren das Wasser abdrehen? (Bild: 0xCoffe, Pixabay)
Muss man KI-Rechenzentren das Wasser abdrehen? Bild: 0xCoffe, Pixabay / Pixabay-Lizenz
Inhalt
  1. Gar nicht so leicht zu sagen: Hat KI ein Wasserproblem - oder doch nicht?
  2. Wer hat recht? Beide!

KI braucht nicht nur Unmengen Energie, sondern auch extrem viel Wasser – regelmäßig kursieren unvertretbar erscheinende Zahlen . Aber wie kommen diese überhaupt zustande – und stimmen sie? Darüber sind Befürworter der Rechenzentren und Menschen, die diesen skeptisch gegenüberstehen, unterschiedlicher Meinung. Das Magazin Wired ließ beide zu Wort kommen(öffnet im neuen Fenster) .

Zunächst stellte die Autorin des Beitrags fest: Zumindest eine in den USA kursierende Zahl sei definitiv falsch. Das räumte die Journalistin und Tech-Expertin Karen Hao, die diese in Umlauf gebracht hatte, selbst ein(öffnet im neuen Fenster) .

Hao hatte in ihrem Buch Empire of AI geschrieben, ein geplantes Google-Rechenzentrum nahe der chilenischen Hauptstadt Santiago könnte mehr als tausendmal so viel Wasser verbrauchen wie die gesamte Bevölkerung der Region.

Diese Zahl stellte sich später als Fehler heraus und war um den Faktor 1.000 zu hoch. Der Grund war eine falsche Einheitenangabe in einem Regierungsdokument(öffnet im neuen Fenster) – der Wasserverbrauch der Einwohner Cerillos war in Kubikmetern angegeben, allerdings mit der Einheit Liter versehen. Auf den Fehler aufmerksam machte Hao der Physiklehrer und Youtuber Andy Masley.

KI-Befürworter kommen auf wesentlich kleinere Zahlen

Masley erregte selbst jüngst Aufsehen mit einem langen Artikel zum Wasserverbrauch von Rechenzentren(öffnet im neuen Fenster) . Er steht als Anhänger des effektiven Altruismus (g+) KI positiv gegenüber, viele Befürworter erhoffen sich von KI etwa Lösungen für eine klimaneutrale Welt und andere große Menschheitsprobleme. Das rechtfertige dann Umweltschäden im Hier und Jetzt.

Masley kommt zum Ergebnis: Alle Rechenzentren der USA verbrauchen nur einen Bruchteil des Wassers, mit dem Golfplätze beregnet werden. Denn Wassernutzung etwa bei der Energieerzeugung dürfe man eigentlich nicht mit einbeziehen, da Wasser dabei oft direkt in den Kreislauf zurückgegeben werde, aus dem es entnommen wurde.

Verbrauch hingegen bedeute, dass Wasser nicht mehr am selben Ort verfügbar sei, etwa weil es verdunste. Und andere Industrien seien noch schlimmer. Dass er damit recht hat, bestätigten der Wired-Autorin auch Forscher.

Die Wasserfrage ist komplexer

Diese erklärten: Schon den Wasserbedarf für die Bereitstellung von Energie zu ermitteln, sei schwer. Bei anderen Industrien mache man das auch nicht. Und den Wasserbedarf, wie es einige Schätzungen tun, auf eine einzelne ChatGPT-Anfrage herunterzurechnen , sei quasi unmöglich. Dafür gäben die Unternehmen zu wenige Details zu Rechenzentren und Modellen preis.

Die Wasserfrage sei zudem komplexer als das von Kritikern und Befürwortern gezeichnete Schwarz-Weiß-Bild. Sie hänge stark vom Standort ab, daher könnten auch weniger extreme Wassermengen zum Problem werden – etwa, wenn dem Grundwasser oder Flüssen sowieso bereits zu viel entnommen werde.


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