Wer hat recht? Beide!
Das gilt insbesondere im heißen Süden der USA oder regenarmen deutschen Regionen wie Brandenburg und Sachsen-Anhalt. Nicht ohne Grund griff Intel das Thema bei der in Magdeburg geplanten Fab früh auf.
Und auch wenn Haos Zahlen für Chile viel zu hoch waren, bleibt der Wasserbedarf des geplanten Rechenzentrums für eine Region mit bereits angespannter Wassersituation problematisch. Ein Gericht annullierte deshalb die Genehmigung teilweise. Bauherr Google änderte daraufhin das Design(öffnet im neuen Fenster) .
Andererseits ist auch das Argument von KI-Befürworter Masley nicht von der Hand zu weisen, dass wir im Alltag ohne einen Gedanken zu verschwenden diverse andere Produkte mit hohem Wasserbedarf konsumierten – Nahrungsmittel oder Kleidung zum Beispiel. Rechenzentren sind lokal konzentriert und damit sichtbarer und ihr Verbrauch ist bekannt.
Die Wired-Autorin kommt daher zu dem Schluss: Mehr als um die Wasserfrage gehe es darum, welche Bedeutung Menschen KI zusprächen, und ob sie deren Ressourcenbedarf als sinnvolle Investition betrachteten. Ob KI ein Wasserproblem hat, ist damit keine rein objektive Frage.
Zumindest in Mittel- und Nordeuropa ist das Thema Wasserbedarf von Rechenzentren weniger akut. Verdunstungskühlung, wie sie die Hyperscaler in den USA oft nutzen (auch in Chile plante Google damit), ist selten erforderlich, da konvektive Kühlung meist ausreicht. Zwar können die Kühler oft zur Verbesserung der Kühlleistung mit Wasser besprüht werden, das ist aber üblicherweise die Notlösung für besonders heiße Tage.



