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Ganymed: Riesenasteroid traf Jupitermond

Vor etwa vier Milliarden Jahren schlug ein Asteroid auf einem der Jupitermonde ein. Das Objekt war 20-mal so groß wie der Dinosaurier-Killerasteroid auf der Erde.
/ Patrick Klapetz
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Neuausrichtung der Rotationsachse von Jupitermond Ganymed durch Asteroideneinschlag (Illustration) (Bild: Naoyuki Hirata)
Neuausrichtung der Rotationsachse von Jupitermond Ganymed durch Asteroideneinschlag (Illustration) Bild: Naoyuki Hirata

Der japanische Forscher Naoyuki Hirata hat(öffnet im neuen Fenster) die markanten konzentrischen Furchen untersucht, die weite Teile der Oberfläche des Jupitermonds Ganymed bedecken. Bereits seit den 1980er Jahren wird vermutet, dass es sich dabei um die Überreste mehrerer konzentrischer Ringe handelt, die durch den Einschlag eines Asteroiden entstanden.

Jedoch sei unklar, wie groß der Einschlag gewesen sei und welche Auswirkungen er auf den Jupitermond gehabt habe, erklärte der Forscher von der Universität Kobe in seiner Studie. Bekannt war bereits, dass auf dem größten Mond im Sonnensystem, Ganymed, vor etwa vier Milliarden Jahren ein riesiger Asteroid einschlug.

300 Kilometer großer Asteroid traf Ganymed

Laut den Computersimulationen des Wissenschaftlers war dieser etwa 20-mal so groß wie der Asteroid, der vor 66 Millionen Jahren auf der Erde einschlug und das Aussterben der Dinosaurier verursachte. Er soll knapp 300 Kilometer groß gewesen sein und schlug vermutlich in einem Winkel von 60 bis 90 Grad ein. Durch den Einschlag entstand ein 1.400 bis 1.600 Kilometer breiter Krater, der sich teilweise wieder füllte, als durch den Aufprall herausgeschlagenes Gestein und Staub wieder herabfielen.

Den Simulationen zufolge war der einschlagende Körper so groß, dass die Rotationsachse von Ganymed in die heutige Position verschoben wurde. Wie beim Erde-Mond-System handelt es sich bei Ganymed und Jupiter um ein gezeitenabhängiges System – der Jupitermond zeigt seinem Wirtsplaneten immer dieselbe Seite. Hirata stellte zudem als erster fest, dass der mutmaßliche Ort des Einschlags fast genau auf dem Meridian lag, dem am weitesten vom Jupiter entfernten Punkt – und damit fast genau gegenüber der Jupiteroberfläche.

"Der Rieseneinschlag muss einen erheblichen Einfluss auf die frühe Entwicklung von Ganymed gehabt haben" , erklärte Hirata in einer Pressemitteilung(öffnet im neuen Fenster) . "Aber die thermischen und strukturellen Auswirkungen des Einschlags auf das Innere von Ganymed wurden noch überhaupt nicht untersucht. Ich glaube, dass als Nächstes weitere Forschungen zur inneren Entwicklung von Eismonden durchgeführt werden könnten."

Die Juice-Mission der europäischen Raumfahrtbehörde Esa ist bereits auf dem Weg zu den Jupitermonden und wird auch Ganymed genauer untersuchen. Ab 2034 wird die Raumsonde den Mond für sechs Monate beobachten und Daten für weitere Analysen zurück zur Erde schicken.

Zur Studie

Die Studie wurde am 3. September 2024 in der Fachzeitschrift Scientific Reports veröffentlicht: Giant impact on early Ganymede and its subsequent reorientation(öffnet im neuen Fenster) (Rieseneinschlag auf dem frühen Ganymed und seine anschließende Neuausrichtung).


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