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Gaming: Spieleentwickler nutzen KI - aber finden sie problematisch

Generative KI ist im Arbeitsalltag vieler Studios angekommen, stößt kreativ jedoch auf großen Widerstand.
/ Peter Steinlechner
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Besucher auf einer Spielemesse in den USA (Bild: Kevork Djansezian/Getty Images)
Besucher auf einer Spielemesse in den USA Bild: Kevork Djansezian/Getty Images

Viele Spieleentwickler greifen im Arbeitsalltag auf generative KI zurück – zugleich wächst die Skepsis gegenüber ihrem Einfluss auf die Branche. Das zeigt der aktuelle Report State of the Game Industry 2026(öffnet im neuen Fenster) der Game Developers Conference, für den mehr als 2.300 Branchenvertreter befragt wurden.

Demnach nutzen inzwischen 36 Prozent der Befragten generative KI-Tools bei der Arbeit. Am häufigsten kommen große Sprachmodelle wie ChatGPT, Google Gemini oder Microsoft Copilot zum Einsatz.

Besonders verbreitet ist KI für Recherche und Brainstorming: 81 Prozent der Entwickler greifen dafür auf entsprechende Tools zurück. Auch für alltägliche Aufgaben wie das Schreiben von E-Mails oder zur Unterstützung beim Programmieren wird KI jeweils von 47 Prozent verwendet.

Einige Entwickler schildern sehr konkrete Einsatzfelder. So nutzen Solo-Entwickler KI etwa, um große Projektideen in kleinere Arbeitsschritte zu zerlegen, andere setzen sie als Sparringspartner für Marketingkonzepte oder zur schnellen Überprüfung von Code ein.

Die Spiele selbst bleiben weitgehend KI-frei

Seltener wird generative KI für kreative oder spielnahe Inhalte genutzt. Nur 19 Prozent verwenden sie zur Erstellung von Assets wie Bildern oder Grafiken. Prozedurale Inhalte entstehen lediglich bei zehn Prozent mit KI, und gerade einmal fünf Prozent setzen sie für Funktionen ein, die Spieler direkt im Spiel erleben.

In offenen Antworten machen viele Entwickler klar, dass KI bewusst aus dem eigentlichen Spielinhalt herausgehalten wird. Ein Audio-Director beschreibt etwa, dass in seinem Studio keine KI-generierten Inhalte in Phasen gelangen, in denen Spieler sie zu sehen oder zu hören bekommen. Andere lehnen KI-Assets grundsätzlich ab und beschränken den Einsatz auf organisatorische oder technische Hilfsaufgaben.

KI ist als Produktivwerkzeug willkommen, aber ...

Parallel dazu hat sich die Stimmung gegenüber generativer KI deutlich verschlechtert. 52 Prozent der Befragten bewerten ihren Einfluss inzwischen als negativ – im Vorjahr waren es noch 30 Prozent. Besonders kritisch äußern sich Entwickler aus Grafik, Game Design und Programmierung. Positiv sehen KI nur noch sieben Prozent der Teilnehmer.

Zwar geben rund 78 Prozent an, dass ihre Unternehmen Richtlinien oder klare Vorgaben zum Einsatz von KI eingeführt haben, doch das Grundmisstrauen bleibt groß. Unterm Strich zeichnet der Report ein Spannungsfeld: Generative KI wird zunehmend als Produktivwerkzeug akzeptiert, ihr kreativer Einsatz im Spiel selbst bleibt jedoch die Ausnahme und wird von einem Großteil der Branche kritisch gesehen.


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