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Mehr Effizienz durch KI?

Wie Geschäftsführer Adrian Kaiser erklärt, versteht das Team KI vor allem als Werkzeug zur Effizienzsteigerung in sehr frühen kreativen Phasen. Aber: "Wir nutzen keine KI-generierten Inhalte direkt in unseren Produkten und verkaufen diese auch nicht, etwa bei Musik, Texturen oder anderen spielrelevanten Assets" , sagt Kaiser.

Als wichtigste Vorteile sieht er kreative Impulse und Entlastung bei repetitiven Aufgaben, gerade für kleine Teams.

Innogames beschäftigt sich intensiv mit KI

Gleichzeitig seien die Systeme fehleranfällig, der Lernaufwand hoch und die gesellschaftliche Akzeptanz unsicher. Einen revolutionären Einfluss in den kommenden ein bis zwei Jahren erwartet das Unternehmen eher nicht.

Am weitesten fortgeschritten wirkt der Einsatz bei Innogames(öffnet im neuen Fenster) aus Hamburg. Dort wird KI bereits in vielen Bereichen genutzt: im Engineering mit Coding-Assistenten und zunehmend automatisierten Workflows, in der Arts-Abteilung für Konzeptexploration und Varianten, im Game Design für Prototypen, Story-Ansätze, Level-Design und teilweise Balancetests sowie in der Lokalisierung.

Thomas Lehr, Director Engineering, spricht von spürbaren Produktivitätsgewinnen und schnelleren Iterationen, betont aber auch den hohen Aufwand für Schulung, Workflow-Anpassungen und Qualitätssicherung.

Für 2026 plant Innogames eine noch stärkere Integration: KI soll als Werkzeug dienen, um mehr Projekte und Features umsetzen zu können. "Geschmack, Qualität und das Endergebnis werden dabei weiterhin von unseren Mitarbeitern bestimmt; KI liefert im Regelfall nur Vorarbeiten" , sagt Lehr.

Deutsche Entwickler in der Probierphase

Insgesamt zeigt sich ein klares Bild: Deutsche Spieleentwickler experimentieren zunehmend mit KI, vor allem dort, wo diese Prozesse beschleunigt oder frühe kreative Phasen unterstützt. Die direkte Nutzung generativer Inhalte im fertigen Spiel bleibt jedoch die Ausnahme und wird häufig bewusst ausgeschlossen.

Vor allem rechtliche Unsicherheiten, Qualitätsfragen und die ablehnende Haltung vieler Spieler bremsen den Einsatz. Während einige Studios KI als unvermeidliches Zukunftswerkzeug betrachten, setzen andere klare rote Linien und verteidigen damit ein Selbstverständnis, in dem menschliche Kreativität weiterhin im Mittelpunkt steht.


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