Gaming: Konsolenkrieg statt Spielestreaming

Klar, Spielestreaming mit Stadia von Google könnte die Zukunft sein. Aber wollen wir das - wenn wir stattdessen auch über die Vor- und Nachteile von neuer Hardware streiten könnten?

Ein IMHO von Robert Bannert veröffentlicht am
Controller von Google Stadia (schwarze Version)
Controller von Google Stadia (schwarze Version) (Bild: Peter Steinlechner/Golem.de)

Playstation 4 und Xbox One sind zwar schon Auslaufmodelle, aber die nächste Hardwaregeneration ist noch nicht so recht in Sicht. Wesentlich konkreter ist da schon die Konkurrenz aus dem Streaming-Lager. Vielleicht brauchen wir ja im Angesicht von Stadia & Co. gar keine neuen Konsolen mehr?

Inhalt:
  1. Gaming: Konsolenkrieg statt Spielestreaming
  2. Vor allem Sony könnte Probleme bekommen

Knapp sechs Jahre alt sind die PS4 und die aktuelle Xbox inzwischen - und sollten sie tatsächlich gegen Ende 2020 von der nächsten Generation abgelöst werden, dann hätten sie ungefähr das gleiche Alter erreicht wie ihre Vorgänger, als sie ausgemustert wurden. Viel bekannt ist bisher nicht über die neuen Topmodelle von Sony und Microsoft. Nicht mal über das angestrebte Geschäftsmodell der Hersteller ist man sich ganz sicher.

Die Frage nach der Zukunft der Konsolen ist untrennbar mit der Frage nach Cloud- und Abo-Gaming verknüpft. Konzepte wie Stadia oder Apple Arcade könnten anstelle von greifbarer Hardware die Zukunft sein. Immerhin verspricht uns der Zock aus der Dose ein unkompliziertes "Wann du willst, wo du willst und worauf du willst".

Im günstigsten Fall könnte der Erfolg von Spielestreaming für eine schöne neue Spielewelt sorgen, die sich endgültig von der Hardware-Rüstungsspirale entkoppelt und in der irgendwie jeder mit jedem kann. Der schon seit 8-Bit-Zeiten gängige "Ätsch, meine Hardware ist aber viel geiler als deine!"-Habitus würde damit endgültig der Vergangenheit angehören.

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Schlimmstenfalls wäre die grenzenlose Gaming-Welt eine, in der wir als Nutzer immer mehr Rechte verlieren - zum Beispiel das Recht darauf, ein Produkt wirklich zu besitzen. Und es auch dann zu genießen, wenn unsere Internetleitung streikt oder der Vertrag des Spieleherstellers mit dem des Plattformbetreibers endet. Schon jetzt haben große Publisher Vorteile, weil sie sich bessere Produktplatzierungen im Einzelhandel oder auf digitalen Vertriebsplattformen leisten können.

Streamingkanäle hätten die Möglichkeit, derartige Monopole noch zu stärken. Eine reelle Chance auf Sichtbarkeit hätte hier nur, wer sich durch schiere Markt- oder Markenmacht in einer guten Verhandlungsposition befindet, während die Kleinen und Allerkleinsten schwächeln könnten. Sie würden für ihre vergleichsweise geringen Aufrufzahlen bestenfalls homöopathische Geldbeträge bekommen.

Indiegames wären in diesem neuen Business nur überlebensfähig, wenn sie unmittelbar durch den Plattformbetreiber kuratiert oder durch einen größeren Publisher vertreten werden. Kein Wunder, dass große Drittanbieter wie Activision, Electronic Arts oder Ubisoft den Durchbruch der Streaming-Ära schon lange herbeisehnen. Sie hoffen, dass ihnen durch günstige Abomodelle und die Entkoppelung von Hardwaregrenzen oder Systemvoraussetzungen mehr Konsumenten denn je ins Netz gehen.

Dass diese Diskussion ausgerechnet in dem Moment entfacht wird, in dem Google mit der Streaming-Bühne beginnt, hat einen guten Grund: Vergleichbare Konzepte gibt es zwar schon, seit David Perry vor rund zehn Jahren mit Gaikai angefangen hat. Aber erst mit dem Engagement des Youtube-Eigentümers und Online-Service-Konzerns Google hat das interaktive Streaming-Zeitalter wirklich begonnen.

Denn wenn jemand die technischen, monetären und netzwerkseitigen Ressourcen hat, um diese Vision umzusetzen, dann Google. Auch der Starttermin ist clever gewählt, denn derzeit befinden wir uns wieder mal im Niemandsland zwischen zwei Hardwaregenerationen. Beim Auslaufen der letzten Geräte waren es Android-basierte Quasi-Konsolen wie die OUYA, die - befeuert vom Erfolg der Smartphones und Tablets - die Übergangszeit genutzt haben, um unser Interesse zu wecken. Der Geruch von etwas Neuem lag in der Luft, aber noch war nicht klar, was genau dieses Neue sein würde. Darum waren wir bereit, so ziemlich jedem unser Vertrauen zu schenken, der das Vakuum mit einem klangvollen Konzept füllen konnte.

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Vor allem Sony könnte Probleme bekommen 
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Glennmorangy 08. Apr 2019

PSnow ist leistungsschwach und bietet Zugang zu uralt Software. Und das zu überhöhten...

Trollversteher 03. Apr 2019

Aber wozu dann noch Hardware kaufen, wenn eh alles gestreamed wird und alles was ich...

superdachs 03. Apr 2019

Aber die Story macht ein Spiel zum Spiel. Das ist doch völlig legitim wenn man sich dann...

Dwalinn 02. Apr 2019

Nintendo macht sein eigenes Ding, war schon immer so und wird auch immer so sein. Okay...



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