Gaming-Einschränkungen: Profis sehen chinesische E-Sport-Szene in Gefahr

China gilt als Vorreiter im E-Sport. Angesichts der jüngsten Einschränkungen durch die Regierung fürchten Profis einen Verlust dieser Position.

Artikel veröffentlicht am , Manuel Bauer
Minderjährige E-Sportler haben in China kaum noch die Möglichkeit, ausreichend zu trainieren.
Minderjährige E-Sportler haben in China kaum noch die Möglichkeit, ausreichend zu trainieren. (Bild: Andrea Verdelli via Getty Images)

Namhafte E-Sportler fürchten um Chinas Spitzenposition im professionellen Gaming. Seit Ende August 2021 begrenzt die chinesische Regierung die Online-Spielzeit von Minderjährigen auf drei Stunden pro Woche. Gegenüber der Financial Times sagten Profis unterschiedlicher Länder, dass eine solche Einschränkung E-Sport-Training auf Top-Niveau für chinesische Spieler unter 18 Jahren unmöglich mache.

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In kaum einem Land ist der professionelle Wettstreit in Computerspielen so etabliert wie in China. Eine ganze Reihe der weltweit besten Gamer und Gamerinnen kommt aus dem Land. Der chinesische Publisher Tencent gehört zu den größten Turnierveranstaltern der internationalen Szene. Chinesische E-Sport-Fans füllen regelmäßig ganze Stadien. All das steht nach Ansicht der Profis auf der Kippe.

Der deutsche League-of Legends-Spieler Maurice Stückenschneider geht laut dem Bericht davon aus, dass chinesische Teams angesichts der neuen Rahmenbedingungen keine Möglichkeit mehr haben, hochqualifizierten Nachwuchs zu fördern und sich weiterzuentwickeln. In keinem anderen Land der Welt gebe es ähnliche Einschränkungen, sodass chinesische Spieler und Spielerinnen künftig klar im Nachteil gegenüber der internationalen Konkurrenz seien.

70 Stunden Gaming pro Woche sind normal

Laut Stückenschneider unterscheidet sich der Trainingsaufwand im E-Sport kaum vom regulären Sport. Wer ganz vorne mitmischen will, verbringt bis zu 70 Stunden in der Woche am Rechner. Da kann in China nun kein minderjähriger Spieler mehr mithalten.

Um sich auf internationaler Ebene gegen die Konkurrenz behaupten zu können, beginnen angehende E-Sportler ihre Karriere in der Regel lange vor Vollendung des 18. Lebensjahres. Ein E-Sport-Profi namens Ding aus Shanghai etwa sagte gegenüber der Financial Times, er habe bereits mit 15 drei bis vier Stunden pro Tag gespielt und an Wochenenden ganztägig trainiert. Auch der heute 24-Jährige glaubt, dass Chinas E-Sport-Szene massiv unter den neuen Reglementierungen leiden wird.

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Eine anonyme, im chinesischen Shenzhen ansässige Betreiberin eines E-Sport-Clubs sagte dem Bericht zufolge, dass das neue Gesetz völlig überraschend gekommen sei. Sie räumte ein, dass es auf Umwegen möglich sei, Spielern unter 18 Jahren Trainings-Accounts zu verschaffen. Allerdings fürchte die Branche nun vor allem um ihre Investoren, die von Chinas Restriktionen abgeschreckt werden könnten.

China hat Wettbewerbsfähigkeit geopfert

Charlie Moseley, Gründer der Chengdu Gaming Federation, fasst die Situation so zusammen: "China hat seine Wettbewerbsfähigkeit im E-Sport der kulturellen Kontrolle geopfert." Auch er geht von "katastrophalen Folgen" für Chinas E-Sport-Industrie aus.

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