War die Game-Stop-Rallye nur ein teurer Selbstbetrug?

Doch war die Rallye wirklich nicht mehr als ein teurer Selbstbetrug für viele Klein- und eine Manipulation des Marktes durch Großanleger? Wäre dem so, wäre nichts an der Geschichte neu.

Stellenmarkt
  1. DevOps Engineer (m/w/d)
    Technische Universität Darmstadt, Darmstadt
  2. Product Owner (m/w/d) Subscription Billing Cloud
    nexnet GmbH, Berlin
Detailsuche

"Große institutionelle Anleger wie Pensionsfonds haben schon immer viel Marktmacht ausgeübt, bis hin zur Manipulation", erklärt Robert Peres, Vorstandsvorsitzender der Initiative Minderheitsaktionäre.

Im Fall von Gamestop trieben allerdings auch Kleinanleger den Markt an. "In Onlineforen und mit Trading-Apps konnten sie sich wie ein Schwarm organisieren und den Markt für die Gamestop-Aktie manipulieren", so Peres. Das war in diesem Ausmaß nur durch die Digitalisierung möglich.

Da soziale Netzwerke und Neobroker eine so große Dynamik entfalten können, werden sich Kursentwicklungen, die durch keine realwirtschaftlichen Daten gerechtfertigt sind, künftig zudem wohl häufiger wiederholen. Das könnte irgendwann auch gesunden Unternehmen schaden sowie Menschen, die ihre Altersvorsorge auf Aktien aufbauen. Zugleich schwächt es die Funktion der Börse als Marktplatz, auf dem sich Unternehmen Kapital für zukunftsträchtige Ideen besorgen können.

Digitalisierung macht eine Regulierung der Börsen wohl unerlässlich

Golem Akademie
  1. Ansible Fundamentals: Systemdeployment & -management: virtueller Drei-Tage-Workshop
    6.–8. Dezember 2021, Virtuell
  2. Penetration Testing Fundamentals: virtueller Zwei-Tage-Workshop
    17.–18. Januar 2022, Virtuell
Weitere IT-Trainings

"Zugleich prägen Gamifizierung und Casino-Kapitalismus zunehmend die Börse, wenn sich der Handel mit einer Aktie und ihr Kurs wie bei der Gamestop-Rallye immer weiter vom realistischen Unternehmenswert abkoppeln", warnt Wirtschaftswissenschaftler Dobusch.

Damit das nicht passiert, muss der Finanzmarkt dringend reguliert werden. "Wir sind weit von einem Regulierungsniveau entfernt, das größere Übertreibungen und Krisen an den Börsen verhindern könnte", stellt Dobusch fest. Er fordert daher, kreditfinanzierte Aktienkäufe einzuschränken und Anleger nicht noch dadurch zu belohnen, dass sie derartiges Fremdkapital von ihrem zu versteuernden Spekulationsgewinn abziehen dürfen.

Aktien Komplett-Anleitung: Alles, was Sie als Börsen-Einsteiger unbedingt über Wertpapiere wissen müssen. Genau so investieren Sie mit wenig Kapital und bauen sich ein krisensicheres Vermögen auf

Außerdem sollte das Investmentgeschäft der Banken klar von deren Kreditvergabe getrennt werden. So ließe sich verhindern, dass an der Börse eingegangene Risiken das Kerngeschäft der Geldhäuser gefährden. "Das wichtigste wäre aber eine Finanzmarkttransaktionssteuer", fordert Professor Dobusch, "weil dies eine Abgabe auf kurzfristige, spekulative und damit wirtschaftlich sinnlose Transaktionen ist." Mit den Einnahmen könnte der Staat Schäden abmildern, die Spekulanten verursachen.

"Wir brauchen außerdem mehr Bildung über Aktien, ihre Chancen und Risiken und die Funktionsweise des Kapitalmarkts", wünscht sich Robert Peres von der Initiative Minderheitsaktionäre. Deshalb bewirken Neobroker vielleicht auch etwas Positives, hofft er. Denn durch sie könnten mehr Menschen Aktionäre werden. Dann wären Trading-Apps doch mehr als nur ein neuer Teufel am Aktienmarkt.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
 65 Millionen Dollar Strafe: Hat Robinhood Anleger betrogen?
  1.  
  2. 1
  3. 2
  4. 3


Liberalala 04. Mär 2021

Ganz ehrlich: "damals", als Golem einfach nur weitestgehend neutral informiert und auf...

Tubes 04. Mär 2021

Du hast natürlich recht aber Du vergisst, dass die Schattenseite Ihre Misserfolge...

Tubes 04. Mär 2021

Solange wir ein planwirtschaftliches Geldsystem einsetzen (Basel 1-4), welches durch...

Emulex 04. Mär 2021

Deshalb investiert man nie alles auf einmal. Hättest du 2008 einfach angefangen einen...

elidor 04. Mär 2021

In der Schweiz zahlst du auf Aktiengewinne aber bspw. keine weiteren Steuern. In...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Cloud-Ausfall
Eine AWS-Region als Single Point of Failure

Ein stundenlanger Ausfall der AWS-Cloud legte zentrale Dienste und sogar Amazon selbst teilweise lahm. Das zeigt die Grenzen der Cloud-Versprechen.
Ein Bericht von Sebastian Grüner

Cloud-Ausfall: Eine AWS-Region als Single Point of Failure
Artikel
  1. Ampelkoalition: Das Verkehrsministerium wird zum Digitalministerium
    Ampelkoalition
    Das Verkehrsministerium wird zum Digitalministerium

    Aus dem geplanten Ministerium für Verkehr und Digitales wird ein Ministerium für Digitales und Verkehr. Minister Wissing erhält zusätzliche Kompetenzen.

  2. Bundesnetzagentur: 30 Messungen an drei unterschiedlichen Kalendertagen
    Bundesnetzagentur
    30 Messungen an drei unterschiedlichen Kalendertagen

    Die Bundesnetzagentur hat festgelegt, wann der Netzbetreiber/Provider den Vertrag nicht erfüllt. Es muss viel gemessen werden.

  3. Euro NCAP: Renault Zoe mit katastrophalem Crash-Ergebnis
    Euro NCAP
    Renault Zoe mit katastrophalem Crash-Ergebnis

    Mit dem Renault Zoe sollte man keinen Unfall bauen. Im Euro-NCAP-Crashtest erhielt das Elektroauto null Sterne.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Acer-Monitore zu Bestpreisen (u. a. 27" FHD 165Hz OC 199€) • Kingston PCIe-SSD 1TB 69,90€ & 2TB 174,90€ • Samsung Smartphones & Watches günstiger • Saturn: Xiaomi Redmi Note 9 Pro 128GB 199€ • Alternate (u. a. Razer Opus Headset 69,99€) • Release: Halo Infinite 68,99€ [Werbung]
    •  /