65 Millionen Dollar Strafe: Hat Robinhood Anleger betrogen?

Diese Geschäftspraktik habe Robinhood seinen Usern nicht nur verschwiegen, kritisiert die SEC. Der Neobroker habe auch nicht nach den Market Makern gesucht, die seinen Kunden die besten Konditionen bieten. Robinhood habe Usern daher die wahren Kosten für die Nutzung seiner Dienste verschwiegen - und die sind beträchtlich.

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"Denn bei Neobrokern zahlen Anleger letztlich mit den Daten ihrer Aktientransaktionen", erklärt Professor Leonhard Dobusch, Wirtschaftswissenschaftler am Institut für Organisation und Lernen der Universität Innsbruck. "Wenn Robinhood einen Market Maker - etwa einen Hedgefonds - mit der Ausführung von Orders beauftragt, weiß dieser, wann sich die Herde der Kleinanleger in welche Richtung in Bewegung setzt." Wer dies frühzeitig erkenne, könne mit dem Wissen große Gewinne machen, so Dobusch.

Wer daher annimmt, Kleinanleger hätten sich bei der Game-Stop-Rallye nicht wie bei so vielen Blasen zuvor selbst belogen, als sie sich auf Wallstreetbets gegenseitig versicherten, "this time it's different", wurde enttäuscht.

Auch diesmal haben Kleinanleger das große Kapital nicht geschlagen. Es gab keine Umverteilung von den Reichen hin zu den Opfern der Finanzkrise. "Das ist ein Mythos, der sich nicht mit Zahlen belegen lässt", erklärt Professor Dobusch. "Letztlich wurden auch dieses Mal die gleichen Marktteilnehmer reicher wie bei jeder Blase - die großen Investoren, die die Wallstreetbets-Crowd eigentlich schlagen wollte."

Großinvestoren machten auch diesmal Kasse

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So sind Hedgefonds wie Blackrock, Maverick Capital oder Senvest Management die größten Investoren von Gamestop. Blackrock allein hält fast zehn Prozent der Papiere. Den Wert ihrer Beteiligungen trieben die Kleinanleger gewaltig in die Höhe. Allein Senvest Management strich einen Gewinn von über 700 Millionen Dollar ein, wie das Wallstreet Journal berichtet.

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Auch den Broker, der seine Kunden nach Ansicht der SEC betrogen hat, machten Anleger reicher. Nachdem sich binnen weniger Tage eine Million User die App auf ihre Smartphones geladen hatten, überwiesen Investoren Robinhood in einer einzigen Finanzierungsrunde 3,4 Milliarden Dollar - mehr als je zuvor seit der Firmengründung 2013, jubelte der Neobroker.

Die Gamestop-Rallye hat die Aktienmärkte also nicht demokratisiert. Der kleine Mann konnte das große Kapital auch diesmal nicht mit dessen eigenen Waffen schlagen. This time wasn't different.

"Vielmehr war die Blase das Ergebnis der naiven Selbstüberschätzung von Personen, die glaubten, über überlegenes Wissen und einen Informationsvorsprung zu verfügen, mit dem sie Großinvestoren schlagen können", urteilt Wirtschaftswissenschaftler Professor Dobusch.

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 Gamestop-Blase: Am Ende haben wieder die Großinvestoren gewonnenWar die Game-Stop-Rallye nur ein teurer Selbstbetrug? 
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Liberalala 04. Mär 2021

Ganz ehrlich: "damals", als Golem einfach nur weitestgehend neutral informiert und auf...

Tubes 04. Mär 2021

Du hast natürlich recht aber Du vergisst, dass die Schattenseite Ihre Misserfolge...

Tubes 04. Mär 2021

Solange wir ein planwirtschaftliches Geldsystem einsetzen (Basel 1-4), welches durch...

Emulex 04. Mär 2021

Deshalb investiert man nie alles auf einmal. Hättest du 2008 einfach angefangen einen...

elidor 04. Mär 2021

In der Schweiz zahlst du auf Aktiengewinne aber bspw. keine weiteren Steuern. In...



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