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Gamestop-Aktien: "Es stinkt nach Korruption"

Hedgefonds und Aktienhandelsplattformen könnten sich wegen des Runs auf Gamestop -Aktien illegal abgesprochen haben - US-Behörden ermitteln.
/ Tobias Költzsch , dpa
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Kleinanleger haben massenhaft Aktien von Gamestop gekauft. (Bild: Michael M. Santiago/Getty Images)
Kleinanleger haben massenhaft Aktien von Gamestop gekauft. Bild: Michael M. Santiago/Getty Images

In die Auseinandersetzung um die Spekulationen mit Aktien des Videospiele-Händlers Gamestop und anderer Unternehmen an der US-Börse haben sich die ersten Justizbehörden eingeschaltet. Der texanische Generalstaatsanwalt Ken Paxton teilte am 29. Janur 2021 mit, dass er Informationen von Robinhood und einer Reihe weiterer Online-Broker angefordert habe, um herauszufinden, ob bei den Beschränkungen des Handels mit Aktien von Gamestop und anderen Firmen alles mit rechten Dingen zugegangen sei.

Es gebe anscheinend Absprachen von Hedgefonds mit Handelsplattformen und Web-Servern zur Abwehr von Bedrohungen von deren Marktdominanz. Die Unternehmen der Wall Street dürften nicht zu ihrem eigenen Vorteil den öffentlichen Zugang zum freien Markt beschränken, teilte der Staatsanwalt mit. "Es stinkt nach Korruption" , hieß es. Bei dem Konflikt stehen sich Hedgefonds, die auf den Verfall von Aktien angeschlagener Firmen wetten, und teils in Online-Foren organisierte Hobby-Anleger gegenüber, die die Kurse mit konzertierten Käufen nach oben treiben.

Kleinanleger sehen sich benachteiligt

Durch die Handelsrestriktionen von Brokern wie Robinhood sehen sich die Kleinanleger, die in dem Kräftemessen zuletzt die Oberhand hatten, auf ihrer Gewinnstrecke ausgebremst. Einige Hedgefonds erlitten bei ihren Wetten extrem hohe Verluste, deshalb gibt es den Verdacht, dass die Handelsplattformen ihnen den Rücken freihalten. Robinhood und Co. streiten dies ab, doch die Empörung ist nicht nur bei der Anleger-Community groß, sondern auch in der Politik. New Yorks Generalstaatsanwältin Letitia James will ebenfalls ermitteln.

An der Börse gingen die Kurskapriolen der betroffenen Aktien am 29. Januar 2021 unterdessen weiter. Nachdem die Handelsbeschränkungen vom Vortag zumindest etwas gelockert wurden, schlossen die Papiere von Gamestop mit 68 Prozent im Plus, die Aktien der ebenfalls stark im Fokus der Spekulationen stehenden Kinokette AMC legten um 54 Prozent zu. Doch der Frust der Anleger über Robinhood ist inzwischen so groß, dass sich bereits 26.000 von ihnen über eine spezielle App einer Sammelklage angeschlossen haben.

Die US-Börsenaufsicht SEC hatte vor Handelsstart erneut bekräftigt, die Vorgänge rund um den Gamestop-Hype zu untersuchen. Die SEC versprach, Kleinanleger zu schützen, wenn die Faktenlage auf manipulative Handelsaktivitäten hinweise. Die Aufsicht werde für "faire, ordentliche und effiziente Märkte" sorgen. Angesichts der großen Aufregung richtete die Behörde extra ein Online-Formular ein und forderte betroffene Anleger zudem auf, sich per E-Mail oder Telefon-Hotline an die SEC zu wenden. Dem Finanzsender CNBC zufolge waren am Freitagnachmittag bereits 4.000 Beschwerden eingegangen.


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