Gamesplanet Lab: Crowdfunding-Plattform nur für Spiele
Spätestens mit dem Erfolg von Tim Schafers Adventure hat sich Kickstarter(öffnet im neuen Fenster) als zentrale Anlaufstation für das Crowdfunding durchgesetzt. Jetzt versucht sich ein weiteres Angebot im Markt zu etablieren. Gamesplanet Lab(öffnet im neuen Fenster) will – anders als Kickstarter – ausschließlich Spiele finanzieren. Hinter dem Angebot stecken mehrere Firmen: das französische Unternehmen Metaboli(öffnet im neuen Fenster), das das Downloadportal Gamesplanet betreibt, und die ebenfalls aus Frankreich stammende Crowdfunding-Seite Ulule.com(öffnet im neuen Fenster), die sich selbst als europäischen Marktführer sieht. Unterstützung bei der Pressearbeit erfährt das Projekt in Deutschland außerdem durch das Hamburger Entwicklerstudio Daedalic Entertainment(öffnet im neuen Fenster) (Satinavs Ketten).
Gamesplanet Lab soll dieser Tage mit zwei Projekten starten: dem an Portal erinnernden Magrunners von 3AM Games und dem Adventure Day One des spanischen Entwicklerstudios Pendulo(öffnet im neuen Fenster) – das dank der Runaway-Serie durchaus in der Szene bekannt ist.
In einem Punkt will sich Gamesplanet Lab von typischen Kickstarter-Projekten unterscheiden: Während die meisten PC-Titel auf Kickstarter bewusst damit werben, auf DRM zu verzichten, soll Kopierschutz bei Gamesplanet Lab zum Einsatz kommen. Die Firma begründet das in einer teils schlecht ins Deutsche übersetzten Pressemitteilung offenbar damit, dass so nur Unterstützer tatsächlich Zugriff auf ihr Spiel haben – es dürfte aber mehr als zweifelhaft sein, dass diese Argumentationslinie bei der Kundschaft gut ankommt.
Gamesplanet Lab übt Kritik an Kickstarter: Der "Finanzierungsstil" des Konkurrenten sei "unreif", und "die Interessengruppen sind ehemalige Stars der Industrie, die generell stolz auf eine glorreiche Vergangenheit zurückblicken können und sich noch immer auf dem Erfolg der goldenen Jahre der Videospiele ausruhen". Außerdem hat Gamesplanet Lab Zweifel an der Seriosität der Projekte auf Kickstarter: "Wenn jemand die finanzielle Relevanz einiger Projekte mit den entsprechenden Versprechungen und den abgeschätzten Kosten analysiert, kann darüber hinaus die Durchführbarkeit dieser Projekte selbst bezweifelt werden." Anders bei Gamesplanet Lab: Die Projekte, die dort um Unterstützung werben, würden im Vorfeld gründlich von Experten auf ihre Machbarkeit hin überprüft.
Die Lab-Seite von Gamesplanet(öffnet im neuen Fenster) war zum Redaktionsschluss dieses Artikels zeitweise wegen technischer Probleme oder zu starken Andrangs nur eingeschränkt erreichbar.