Gamescom 2026: Diebe stehlen Laptops mit unveröffentlichten Spielen
Offenbar sind eine Reihe von Spieleentwicklern und Publishern auf der Gamescom 2026 in Köln bestohlen worden. Betroffen sind nach bisherigem Stand mindestens der Solo-Entwickler Ryan Laley, Publisher iam8bit und Tessera Studios. Auf einigen der gestohlenen Rechner befanden sich unfertige Versionen noch nicht veröffentlichter Spiele.
Auffällig ist, dass innerhalb weniger Tage gleich mehrere solcher Vorfälle öffentlich wurden. Laley und iam8bit meldeten Diebstähle im Business-Bereich, Tessera Studios einen separaten Vorfall in der Indie Area. Dort wurde nach Angaben des Studios sogar ein verschlossener Schrank gewaltsam geöffnet. Gestohlen wurden zwei Laptops und ein Steam Deck.
Dem Publisher iam8bit kamen zwei Laptops abhanden, auf denen Builds von Petal Runner und Escape Academy 2 liefen. Das Unternehmen warnt deshalb davor, dass die unfertigen Versionen nun ohne Zustimmung veröffentlicht werden könnten.
Besonders hart traf es Ryan Laley. Der Entwickler von Mimic verlor unter anderem seinen persönlichen Laptop und erklärte anschließend auf X(öffnet im neuen Fenster), seine Gamescom sei damit praktisch beendet.
Immerhin bekam er schnell Unterstützung: Der Entwickler und Youtuber Indie Game Joe spendete nach Laleys Angaben genug Geld, um die gestohlene Hardware zu ersetzen. Auch CD Projekt Red meldete sich über den offiziellen Cyberpunk-2077-Account und stellte weitere Hardware in Aussicht.
Die Diebstähle fallen in ein Jahr, in dem sich auch abseits davon Beschwerden über die Organisation und Sicherheit der Messe häufen. Besucher und Aussteller berichten in sozialen Netzwerken von massiv überfüllten Gängen, schwachen Zugangskontrollen und teilweise überforderten oder unzureichend eingewiesenen Sicherheitskräften.
Security überfordert?
Einzelne Nutzer schildern sogar, ohne ausreichende Kontrolle in eigentlich beschränkte Bereiche gelangt zu sein. Die Berichte lassen sich nicht durchgehend unabhängig überprüfen, fallen angesichts der zahlreichen Diebstähle aber auf.
Tatsächlich war die Gamescom 2026 so groß wie nie zuvor. 1.743 Aussteller belegten erstmals die komplette verfügbare Ausstellungsfläche. Insgesamt kamen 368.000 Menschen aus 131 Ländern nach Köln. Darunter waren mehr als 36.000 Fachbesucher, rund die Hälfte davon aus dem Ausland. Gerade die Diebstähle im eigentlich professionellen Business-Bereich dürften daher für die Veranstalter unangenehm sein.
Die Gamescom bestätigt die gemeldeten Diebstähle und verweist auf uniformierte Sicherheitskräfte auf dem Gelände. Eine individuelle Bewachung einzelner Messestände müsse von den Ausstellern allerdings zusätzlich gebucht werden. Die Fälle seien der Polizei übergeben worden; die Veranstalter sprechen bislang von Einzelfällen.
Ganz neu ist das Problem nicht. Schon bei der ersten Gamescom in Köln im Jahr 2009 wurde Golem Opfer von Dieben – allerdings außerhalb des Messegeländes. Auf einem Hotelparkplatz wurde ein Redaktionsauto aufgebrochen; Kameraausrüstung und Computer im Wert von mehreren Tausend Euro verschwanden.
Ob die aktuellen Täter gezielt an unveröffentlichte Spiele gelangen wollten, ist nicht bekannt. Dass Ladegeräte teilweise zurückblieben und vor allem leicht transportierbare, wertvolle Hardware verschwand, spricht mindestens ebenso sehr für gewöhnlichen Gerätediebstahl.
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