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Gamesbranche: Spielentwickler wollen mehr und einfacher Förderung

Eines der größeren Probleme von deutschen Spielentwicklern ist die vergleichsweise schlechte finanzielle Ausstattung. Der Branchenverband BIU hat nun ein Konzept vorgelegt, das den Studios besseren Zugang zu Fördermitteln bescheren soll – Golem.de stellt die wichtigsten Punkte vor.
/ Peter Steinlechner
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Grafik des BIU zum Förderkonzept (Bild: BIU)
Grafik des BIU zum Förderkonzept Bild: BIU

Im Rahmen eines Parlamentarischen Abends hat der Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware(öffnet im neuen Fenster) (BIU) in Berlin ein Konzept vorgestellt, mit dem deutsche Spielentwickler einfacher an mehr staatliche Fördermittel kommen würden. Auffällig ist, dass es Geld aus der Staatskasse erst für etwas größere Projekte geben soll, die über einen Umfang von mindestens 200.000 Euro verfügen. Das soll dafür sorgen, dass keine allzu nischigen Titel entstehen, die international keine Chance haben. Die Höchstgrenze liegt bei fünf Millionen Euro je Spiel in fünf Jahren.

Der BIU nennt die Förderung "Kulturförderbonus" , weil es – wie schon beim Deutschen Computerspielpreis – nur Geld für Games geben soll, die als "kulturell wertvoll einzustufen" sind. Das gilt unter anderem für Werke, deren Inhalt auf dem deutschen oder europäischen kulturellen und gesellschaftlichen Erbe basiert, die deutsche Hoch- oder Popkultur aufgreifen oder auf einer literarischen oder filmischen Grundlage aus dem deutschen Sprachraum basieren.

Außerdem muss ein bestimmter Teil der Mitarbeiter in Deutschland oder Europa seinen Wohn- und Steuersitz haben. Mindestens 50 Prozent der gesamten Entwicklungskosten müssen in Deutschland entstehen. All diese Punkte müssen in einem standardisierten Antragsverfahren belegt werden. Falls dessen Prüfung nicht innerhalb von drei Monaten abgeschlossen ist, gilt er als genehmigt – jedenfalls schlägt das der BIU so vor.

In einem längeren PDF(öffnet im neuen Fenster) geht der Verband im Detail darauf ein, wie die Gelder mit den jeweiligen Steuererklärungen verrechnet werden und welche konkreten Bedingungen erfüllt sein müssen. Das Konzept wird vom zweiten großen deutschen Verband, dem Bundesverband der deutschen Games-Branche(öffnet im neuen Fenster) (Game), begrüßt – allerdings arbeitet der Game derzeit an einem eigenen Vorschlag.

Viele Studios in schwieriger Lage

Ob die Konzepte von der Politik aufgegriffen werden und ob dann daraus Gesetze entstehen, ist derzeit schwierig einzuschätzen. Ganz grundsätzlich ist vielen maßgeblichen Entscheidern aber klar, dass die deutschen Entwickler ohne Förderung kaum eine Chance gegen die finanziell viel besser ausgestatteten Studios etwa in Großbritannien, Kanada und den USA haben.

Deutschland zählt zwar zu den weltweit größten Absatzmärkten für Games, der Anteil deutscher Produktionen am hierzulande erzielten Umsatz liegt derzeit aber bei nur 6,5 Prozent – und ist weiter rückläufig. Firmen wie Goodgames, Daedalic und Wooga mussten in den letzten Monaten Mitarbeiter entlassen.


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