Abo
  • Services:
Anzeige
Ein Spieler während der letztjährigen WM in Call of Duty
Ein Spieler während der letztjährigen WM in Call of Duty (Bild: Rob Stothard/Getty Images)

Games: E-Sport gehört nicht ins Fernsehen

Ein Spieler während der letztjährigen WM in Call of Duty
Ein Spieler während der letztjährigen WM in Call of Duty (Bild: Rob Stothard/Getty Images)

Jahrelang haben die E-Sport-Szene und das Fernsehen erfolglos miteinander geflirtet. Trotzdem will Activision einen eigenen TV-Sender starten. Das ist anachronistisch.
Von Eike Kühl

Der Unterhaltungskonzern Activision Blizzard übernimmt für über 40 Millionen US-Dollar den amerikanischen E-Sport-Veranstalter Major League Gaming. MLG ist eine der bekanntesten Ligen und Veranstalter von Turnieren, etwa für Spiele wie Counter-Strike oder Call of Duty, hatte aber zuletzt Schulden angehäuft. Activision Blizzard ist einer der erfolgreichsten Spiele-Publisher der Welt und hat unlängst angekündigt, seine E-Sport-Abteilung auszubauen. Wirtschaftlich gesehen ist die Übernahme deshalb eine Win-win-Situation.

Anzeige

Interessanter aber sind die Pläne, die Activision Blizzard mit der Marke und der Expertise von MLG hat. In einem Gespräch mit der New York Times sagte Activision-CEO Robert Kotick, er möchte "das ESPN für E-Sport" aufbauen. ESPN ist eines der weltweit größten Sportnetzwerke und vor allem für seine TV-Sender bekannt. Und genau dort möchte Kotick mittelfristig auch mit E-Sport hin: ins Fernsehen. Ein "traditioneller Sender, zu empfangen über Satellit und Kabel" soll den Plänen Koticks zufolge eines Tages aktuelle Turniere und Matches übertragen.

Aber braucht das Fernsehen wirklich E-Sport? Und erst recht andersrum: Braucht die E-Sport-Welt das Fernsehen, um zu wachsen? Die Antwort lautet: Nein, braucht sie nicht, denn sie ist ihm bereits in vielerlei Hinsicht voraus.

Status: Es ist kompliziert

In den vergangenen Jahren versuchten zahlreiche Sender und Netzwerke, E-Sport in ihr Programm aufzunehmen. In Deutschland experimentierten sowohl das damalige DSF als auch Eurosport erfolglos mit einzelnen Formaten. Gleichzeitig konnten sich selbst auf Games ausgerichtete Spartensender wie Giga oder das britische Xleague.tv nicht halten. In den USA kündigte der Kabelsender TBS unlängst Übertragungen an und ESPN zeigte in den vergangenen beiden Jahren bereits Ausschnitte einzelner Veranstaltungen, etwa des Dota-Turniers The International. Doch ESPN-Geschäftsführer John Skipper machte zwischenzeitlich keinen Hehl aus seiner Einstellung gegenüber E-Sport: "Es ist kein Sport, es ist ein Wettbewerb. Und ich interessiere mich vor allem für echten Sport."

Wäre die Beziehung zwischen E-Sport und den Fernsehsendern ein Facebook-Status, würde man sagen: Es ist kompliziert. Sofern es sich nicht gerade um Südkorea handelt, wo E-Sport im Fernsehen völlig normal sind und die besten Teams von Samsung oder Telekommunikationsanbietern gesponsert werden. In den meisten westlichen Ländern schwanken die Programmchefs noch immer zwischen Interesse und Unbehagen: Auf der einen Seite sehen sie die Zuschauerzahlen von E-Sport-Events wie der Weltmeisterschaft in League of Legends und damit das wirtschaftliche Potenzial der Branche. Auf der anderen Seite fehlt ihnen der Zugang, was in zaghaften oder halbgaren Formaten mündet.

Im Gegenzug können es aber auch die Spieleentwickler, die Veranstalter und Publisher wie Activision Blizzard nicht lassen, mit dem traditionellen Fernsehen zu flirten. Zum einen lassen sich TV-Inhalte immer noch einfacher und vor allem lukrativer vermarkten als Streams im Internet oder die Turniere vor Ort. Zum anderen hoffen sie, dass sie damit vielleicht doch ein breiteres Publikum erreichen können, das im Umkehrschluss die gezeigten Spiele kauft. Ein eigener E-Sport-Sender von Activision Blizzard, das hinter Titeln wie Call of Duty, Hearthstone, Heroes of the Storm oder dem kommenden Multiplayer-Shooter Overwatch steht, wäre gewissermaßen 24 Stunden Werbung in eigener Sache. CEO Robert Kotick jedenfalls hofft, dass "Premium-Inhalte das Interesse der Werbetreibenden wecken werden".

E-Sport im TV ist anachronistisch 

eye home zur Startseite
der_wahre_hannes 17. Jan 2016

Traumhaft. :)

der_wahre_hannes 17. Jan 2016

Nur mal zur Erinnerung: Deine Aussage war, dass eine Tastatur genau so schwer zu...

michael_ 15. Jan 2016

Der TV steht im Wohnzimmer, dort will die Freundin nur Frauenkram sehen. Der PC steht im...

Elgareth 14. Jan 2016

Sehe ich n bisschen anders. Im Spiel sind das eben erstmal "abstrakte" Regeln. Die Teams...

neocron 14. Jan 2016

2 Fremdwoerter sind also "massiv"? Gut gebruellt Loewe ... nunja, wenn es nur...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. über Hays AG, Mannheim
  2. Brabbler Secure Message and Data Exchange Aktiengesellschaft, München
  3. T-Systems International GmbH, Leinfelden-Echterdingen
  4. TenneT TSO GmbH, Bayreuth


Anzeige
Blu-ray-Angebote
  1. (u. a. Hobbit Trilogie Blu-ray 43,89€ und Batman Dark Knight Trilogy Blu-ray 17,99€)
  2. (u. a. The Revenant 7,97€, James Bond Spectre 7,97€, Der Marsianer 7,97€)
  3. 29,99€ (Vorbesteller-Preisgarantie)

Folgen Sie uns
       


  1. Building 8

    Facebook arbeitet an modularem Mobilgerät

  2. Remote Control

    Serienklassiker Das Boot wird VR-Antikriegsspiel

  3. TLS-Zertifikate

    Symantec fällt auf falschen Key herein

  4. Shipito

    Mit wenigen Mausklicks zur US-Postadresse

  5. Ausprobiert

    JPEGmini Pro komprimiert riesige JPEGs um bis zu 80 Prozent

  6. Aufstecksucher für TL2

    Leica warnt vor Leica

  7. Autonomes Fahren

    Continental will beim Kartendienst Here einsteigen

  8. Arduino 101

    Intel stellt auch das letzte Bastler-Board ein

  9. Quartalsbericht

    Microsoft kann Gewinn durch Cloud mehr als verdoppeln

  10. Mobilfunk

    Leistungsfähigkeit der 5G-Luftschnittstelle wird überschätzt



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Moto Z2 Play im Test: Bessere Kamera entschädigt nicht für kürzere Akkulaufzeit
Moto Z2 Play im Test
Bessere Kamera entschädigt nicht für kürzere Akkulaufzeit
  1. Modulares Smartphone Moto Z2 Play kostet mit Lautsprecher-Mod 520 Euro
  2. Lenovo Hochleistungs-Akku-Mod für Moto Z
  3. Moto Z Schiebetastatur-Mod hat Finanzierungsziel erreicht

Razer Lancehead im Test: Drahtlose Symmetrie mit Laser
Razer Lancehead im Test
Drahtlose Symmetrie mit Laser
  1. Razer Blade Stealth 13,3- statt 12,5-Zoll-Panel im gleichen Gehäuse
  2. Razer Core im Test Grafikbox + Ultrabook = Gaming-System
  3. Razer Lancehead Symmetrische 16.000-dpi-Maus läuft ohne Cloud-Zwang

Ikea Trådfri im Test: Drahtlos (und sicher) auf Schwedisch
Ikea Trådfri im Test
Drahtlos (und sicher) auf Schwedisch
  1. Die Woche im Video Kündigungen, Kernaussagen und KI-Fahrer
  2. Augmented Reality Ikea will mit iOS 11 Wohnungen virtuell einrichten
  3. Space10 Ikea-Forschungslab untersucht Umgang mit KI

  1. Re: Ich vermisse die Kennzeichnung "sponsored Post"

    SchmuseTigger | 10:33

  2. Re: IT Experten beklagen zu niedrige Löhne

    c0nsultant | 10:32

  3. Re: Darf man Einbrecher platt machen?

    __destruct() | 10:32

  4. Re: Obendrein muss das OS an jeden ARM-Chip...

    ElTentakel | 10:31

  5. Re: Servertickrate

    LH | 10:31


  1. 10:31

  2. 10:09

  3. 09:51

  4. 09:05

  5. 08:03

  6. 07:38

  7. 07:29

  8. 07:20


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel