Zum Hauptinhalt Zur Navigation Zur Suche

Gamepad: Steam Controller zwischen Gamechanger und Speziallösung

Valve startet einen neuen Anlauf mit dem Steam Controller. Die ersten Tests zeigen: technisch spannend und flexibel, aber nichts für alle.
/ Peter Steinlechner
4 Kommentare Auf Google folgen (öffnet im neuen Fenster)
Artwork des Steam Controller (Bild: Valve)
Artwork des Steam Controller Bild: Valve

Der erste Steam Controller von Valve erschien 2015 und wurde bis 2019 verkauft. Eine kleine, sehr engagierte Community liebte das ungewöhnliche Konzept mit Trackpads und frei konfigurierbarer Steuerung, viele andere kritisierten jedoch die steile Lernkurve und die ungewohnte Ergonomie.

Nun hat Valve einen neuen Anlauf gestartet. Der neue Controller ist technisch komplett neu konstruiert, aber mit einer ähnlichen Grundidee. Das Eingabegerät erscheint am 4. Mai 2026 und ist über Steam für rund 100 Euro erhältlich, einige Fachmagazine haben vorab Testmuster erhalten.

PC Games Hardware(öffnet im neuen Fenster) (gehört wie Golem zu Computec Media) schreibt, der Controller sei "technisch deutlich mehr" als ein Standard-Gamepad. Zugleich sei es aber auch ein Gerät, das "Eingewöhnung verlangt". Interessant seien vor allem drei Besonderheiten: TMR-Sticks, Trackpads und Gyroskop.

Die TMR-Sticks (Tunnel Magnetoresistance) gehören zu den wichtigsten Neuerungen. Anders als klassische Analogsticks mit mechanischem Kontakt oder Hall-Effekt-Varianten messen sie Magnetfeldänderungen besonders fein über spezielle Schichten.

Das soll präzisere Eingaben ermöglichen, Verschleiß reduzieren und Stick-Drift vermeiden. Im Test überzeugt das: Die Reaktion sei "sehr gut", die Totzone lasse sich extrem klein einstellen. Deutlich schwächer fielen die Trigger aus, sie böten zu wenig Widerstand sowie kaum Anpassungsmöglichkeiten.

Die beiden Trackpads ersetzen teilweise die klassische Stick-Steuerung. Sie funktionieren ähnlich wie Laptop-Touchpads und können Mausbewegungen, Klicks oder Gesten simulieren.

Gerade in Spielen ohne Controller-Support oder bei komplexen Menüs sollen sie Vorteile bringen. Laut PC Games Hardware gelingt das grundsätzlich, allerdings nicht ohne Umgewöhnung.

In der Praxis zeige sich die Stärke des Konzepts vor allem über die Software. Die Steam-Eingabe erlaube extrem flexible Anpassungen, inklusive Makros und mehreren Belegungsebenen. In Destiny 2 funktioniere das sofort, auch in Crimson Desert lassen sich komplexe Eingaben auf einzelne Tasten legen.

In Strategiespielen wie Total War – Warhammer 3 und Anno 1800 stoße das Konzept dagegen an Grenzen: Die Steuerung bleibe "spürbar indirekter" und langsamer als mit Maus und Tastatur.

Viel Lob von Gamestar

Gamestar bewertet(öffnet im neuen Fenster) den Controller insgesamt sehr positiv und nennt ihn den "besten PC-Controller für die meisten". Er sei ein "Alleskönner – aber kein Spezialist". Besonders hervorgehoben werden Trackpads und Gyroskop, die neue Spielweisen ermöglichen, etwa präziseres Zielen oder die Steuerung von eigentlich nicht unterstützten Spielen.

Die kapazitive Sensorik in den Griffen wird als interessante Ergänzung gesehen: Sie kann erkennen, ob der Controller aktiv gehalten wird, und so Funktionen wie das Gyro-Zielen situativ unterstützen. Kritik gibt es am D-Pad und an fehlenden Komfortfunktionen wie Trigger-Sperren.

Internationale Stimmen bestätigen die Bandbreite. Polygon spricht(öffnet im neuen Fenster) von einer deutlichen Verbesserung gegenüber dem Vorgänger, The Verge sieht(öffnet im neuen Fenster) den Controller dagegen eher als Speziallösung für Steam-Nutzer.

Laut Linus Tech Tips(öffnet im neuen Fenster) sei der neue Steam Controller vor allem für Fans des ersten Geräts "viel, viel besser", für alle anderen bleibe er schwer einzuordnen. Die Trackpads werden als "die bisher besten haptischen Trackpads" gelobt, das Gyro-Zielen sogar als "Gamechanger".

Gleichzeitig soll die Hardware nicht durchgehend hochwertig wirken, die Ergonomie wird als "okay" beschrieben. Auch Linus bemängelt die Trigger, die schlicht als "sehr unspektakulär" beschrieben werden. Auch der Preis wird kritisch gesehen.

Unterm Strich ergibt sich ein klares Bild: Der neue Steam Controller ist kein klassischer Allrounder, sondern ein extrem anpassbares Werkzeug. Wer bereit ist, Zeit in Konfiguration und Umgewöhnung zu investieren, bekommt ein vielseitiges Eingabegerät. Wer dagegen einfach nur spielen will, könnte mit einem klassischen Controller schneller ans Ziel gelangen.


Relevante Themen