Gamepad Playstation 5 im Test: Der Dualsense Edge spielt ein bisschen besser

Microsoft verkauft für die Xbox schon länger ein besonders hochwertiges Eingabegerät, den Elite Controller. Nun zieht Sony nach: Der Dualsense Edge ist eine für E-Sport-Profis und anspruchsvolle Gamer gedachte Spezialversion des Dualsense – jenes Controllers, der bekanntlich jeder Playstation 5 beiliegt.
Der Edge sieht minimal anders aus als der gewöhnliche Dualsense. Vor allem haben die Designer schwarze und weiße Elemente etwas anders verteilt, was bei den Tasten am deutlichsten auffällt. Ergonomisch gibt es keine Unterschiede, beide Gamepads haben die gleiche Formgebung.
Allerdings ist der Edge schwerer: Er kommt ohne Paddles auf 326 Gramm, der Standard-PS5-Controller auf 281 Gramm. Die 45 Gramm Unterschied merkt man durchaus. Wer schon das Gewicht des Dualsense grenzwertig findet, hat mit dem Edge wenig Spaß.
Er bietet natürlich die gleichen Funktionen wie das mit den Konsolen ausgelieferte Gamepad, dazu kommen allerdings einige Extras. So werden zwei zusätzliche Knubbel für die Analogsticks mitgeliefert, die man je nach Bedarf aufstecken kann.
Neben der Standardfassung dieser Sticks gibt es solche mit Wölbung nach oben. Zum Wechseln wird die verwendete Version schlicht nach oben abgezogen und dann die neue aufgedrückt, bis sie laut hörbar einrastet.
Auf der Rückseite des Dualsense Edge können wir zwei Paddles anbringen. Das gab es beim Dualshock der Playstation 4 nur mit dem separat erhältlichen Rücktasten-Ansatzstück zum Aufstecken. Der neue Controller hat das also unmittelbar integriert.
Sony liefert zwei Versionen von Paddles mit: eine mit langen Hebeln und eine kurze ohne Hebel. Der Unterschied ist in der Praxis gar nicht so deutlich spürbar, wie man vermuten könnte. Uns gefällt die Variante mit Hebel ein bisschen besser. Das Aufstecken kann sich beim ersten Versuch hakelig anfühlen, klappt nach kurzer Gewöhnung aber problemlos.

Die Module mit den Analogsticks können entnommen und gegen neue getauscht werden. Dazu muss man einen kleinen Sperrriegel auf der Rückseite verschieben und dann neben den Modulen einen silbernen Hebel nach oben klappen. Auch das funktioniert auf Anhieb.
Es gibt nur eine Art dieser Module. Sony bietet also keine Analogsticks mit härterer oder weicherer Federung. Sie sind als Ersatz für ausgeleierte oder anderweitig defekte Sticks gedacht.
Beim Edge können wir die Drucktiefe der Triggertasten mit kleinen Schiebereglern verstellen. In Actionspielen verkürzen wir die Einstellung, so dass wir etwa beim Abfeuern von Waffen weniger pressen müssen – das ist sehr angenehm! In Rennspielen lassen wir die Originaleinstellung mit dem weiten Weg, um die Geschwindigkeit möglichst fein justieren zu können.









Per Software (fest in der PS5-Firmware installiert) können wir auf dem Edge weitere Einstellungen in drei konfigurierbaren Profilen hinterlegen, dazu kommt das bekannte Standardprofil. Über Funktionstasten an den beiden Modulen der Analogsticks können wir jederzeit zwischen Profilen wechseln und diese konfigurieren.
Interessanter finden wir die sogenannte Deadzone: Damit legen wir fest, wie mit Bewegungen des Analogsticks umgegangen wird. Unter anderem können wir die Trigger-Deadzone einstellen – also, wie stark wir auf eine Taste drücken müssen, bis die Eingabe erkannt wird.
Dualsense Edge: Verfügbarkeit und Fazit
In einem Taktik-Shooter etwa können wir so dafür sorgen, dass unsere Eingaben sehr vorsichtig umgesetzt werden und wir präzise zielen können. Zusätzlich können wir die Vibrationsintensität festlegen sowie die Intensität der Trigger-Effekte.
Auch die Belegung der meisten Tasten können wir fast frei ändern. Wir verwenden dieses Remapping vor allem, um R3 und L3 auf die Paddles zu legen.
Der Dualsense Edge hat nach Angaben von Sony eine etwas kürzere Akkulaufzeit als das gewöhnliche Gamepad. Konkrete Daten nennt Sony nicht. Die Firma hat aber auch noch nie gesagt, wie lange der Dualsense eigentlich am Stück durchhält.
Geschätzt dürften es in der Praxis zwischen acht und zwölf Stunden sein. Die Dauer hängt unter anderem vom Spiel und dessen Funktionen sowie von der Intensität des Gebrauchs ab. Einen standardisierten Test für vergleichbare Daten gibt es nicht.
Wir haben den Edge bislang dreimal leergespielt. Tatsächlich ging das gefühlt schneller als mit dem Dualsense – aber wir können nicht in Stunden sagen, wie groß der Unterschied ist. Spürbar ist er.
Sony selbst empfiehlt, den Edge im Zweifel mit Kabelverbindung zu verwenden. Das habe nebenbei den Vorteil, "Funkstörungen in Wettkämpfen zu vermeiden" – wichtig für Profispieler.
Der Verpackung liegt ein sehr gutes, mit Stoff ummanteltes Kabel (USB-A auf USB-C) bei, das mit einer Klemmvorrichtung fest an dem Gamepad befestigt werden kann. Es ist mit drei Metern extrem lang und ziemlich schwer.

Wir finden, dass man das zusätzliche Gewicht am hinteren Ende ein bisschen zu sehr spürt. In Pausen kann der Dualsense Edge über die offizielle Ladestation von Sony mit Energie versorgt werden.
Der Dualsense Edge ist ab dem 26. Januar 2023 erhältlich. Das Gerät kostet zusammen mit dem geflochtenen Kabel sowie mit einer Schutztasche und mit verschiedenen Tasten und Kappen rund 240 Euro. Die austauschbaren Stickmodule kosten einzeln bei Sony(öffnet im neuen Fenster) rund 25 Euro (rechts und links sind identisch).
Fazit
Wenn Sony uns gefragt hätte, was wir von einer optimierten Version des Dualsense erwarten würden: Unsere Wunschliste würde ziemlich genau dem entsprechen, was der Edge nun abliefert. Also Paddles, austauschbare Analogsticks und konfigurierbare Profile.
Neben den Paddles sind es vor allem die einstellbaren Empfindlichkeitskurven der Sticks, die uns gefallen und uns in einigen Spielen einen Komfort- und Kampfvorteil verschaffen.









Allerdings: Niemand wird sich allein wegen des Edge locker-flockig durch Elden Ring schnetzeln oder in Fortnite dauerhaft aufs Siegertreppchen ballern. Die Vorteile gegenüber dem ja auch schon hervorragenden Dualsense sind spürbar, aber zum besseren Spieler wird man mit dem Eingabegerät nicht.
Das sollte man auch beim Blick auf das Preisschild beachten. Der Edge ist sehr gut verarbeitet und bietet was fürs Geld, aber 240 Euro finden wir überzogen. Das wird erst recht zum Problem, wenn man wegen des Akkus zwei Gamepads in Rotation betreiben will.
Unser Tipp: Spieler, die den Dualsense Edge wegen der Funktionen wirklich wollen und brauchen, wissen das vermutlich sowieso schon sicher. Wer sich primär aus Neugier oder Coolness für den Controller interessiert, sollte auf Rabattaktionen warten.