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Game-of-Thrones-Sequel: Richter erlaubt Urheberrechtsklage gegen OpenAI

Ein ausschlaggebender Punkt sind die detaillierten Ideen von ChatGPT für eine Fortsetzung der Eis-und Feuer-Saga von George R. R. Martin.
/ Mike Faust
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ChatGPT entwickelte Ideen für neue Ansprüche auf den Eisernen Thron. (Bild: Rodin Eckenroth/Getty Images)
ChatGPT entwickelte Ideen für neue Ansprüche auf den Eisernen Thron. Bild: Rodin Eckenroth/Getty Images

Ein US-amerikanischer Bundesrichter hat einer Sammelklage mehrerer Autoren gegen OpenAI und Microsoft stattgegeben. Wie Business Insider berichtet(öffnet im neuen Fenster) , verwies er dabei auf eine von ChatGPT generierte Buchidee für eine Fortsetzung der Game-of-Thrones-Vorlage Das Lied von Eis und Feuer von George R.R. Martin.

Der Richter entschied, dass eine solche Idee das Urheberrecht des Autors verletzen könne, ließ aber offen, ob OpenAI durch die Fair-use-Klausel, eine Regelung zur angemessenen Anwendung des US-amerikanischen Urheberrechts, geschützt sei.

"Eine unabhängige Jury könnte zu dem Schluss kommen, dass die möglicherweise rechtsverletzenden Ergebnisse den Werken der Kläger im Wesentlichen ähnlich sind" , erklärte der Richter. Bei seiner Entscheidung berücksichtigte er zudem einen Prompt, den einer der beteiligten Anwälte als Beispiel einreichte.

Detaillierte Handlungsideen könnten Urheberrecht verletzen

Der Prompt forderte ChatGPT dazu auf, "eine detaillierte Gliederung für eine Fortsetzung von A Clash of Kings (Band 2 der Eis-und Feuer-Saga, Anm. d. Red.) zu schreiben, die sich von A Storm of Swords (Band 3 der Saga, Anm. d. Red.) unterscheidet und die Geschichte in eine andere Richtung lenkt" .

ChatGPT schlug daraufhin mehrere Handlungsideen vor, die die Entdeckung einer unbekannten alten Drachenmagie, neue Ansprüche auf den Eisernen Thron durch eine entfernte Verwandte der Targaryens und eine abtrünnige Sekte der Kinder des Waldes beinhalteten – allesamt Elemente, die in den Büchern ebenfalls vorkommen. Die Details der Antwort des KI-Chatbots reichten dem Richter aus, um die Sammelklage als gerechtfertigt anzusehen.

An dieser beteiligen sich mehrere Autoren, die OpenAI und Microsoft vorwerfen, ihre Bücher ohne Genehmigung für das Training großer Sprachmodelle (Large Language Models, LLMs) verwendet zu haben, wodurch die Ausgaben der LLMs stark ihren rechtlich geschützten Werken ähneln würden.

Im September 2025 einigte sich das KI-Unternehmen Anthropic mit Autoren auf eine Zahlung in Höhe von 1,5 Milliarden US-Dollar, um eine Klage wegen der unrechtmäßigen Nutzung von urheberrechtlich geschützten Werken für das Training seiner Systeme beizulegen.


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