Game of Thrones: George R.R. Martin fehlt die Zeit für Winds of Winter

Der lange erwartete Roman The Winds of Winter lässt noch weiter auf sich warten. George R.R. Martin erklärte im Gespräch mit der US-amerikanischen Branchen-Website Hollywood Reporter(öffnet im neuen Fenster) , welche die wahren Gründe für die mittlerweile rund 15 Jahre andauernde Verzögerung sind. Anlass des Interviews ist der Start der neuen HBO-Prequel-Serie A Knight of the Seven Kingdoms.
Der Erfolg überraschte Martin
Martins Erklärung ist vielschichtig, lässt sich aber auf einen zentralen Punkt verdichten: den enormen Erfolg seiner Buchreihe Das Lied aus Eis und Feuer und deren Serienadaption Game of Thrones. Mit dem Verkauf der Rechte an Warner Bros. und dem weltweiten Erfolg der HBO-Serie habe sich sein Leben grundlegend verändert. Projekte, Aufmerksamkeit und Erwartungen hätten sich vervielfacht – ebenso wie neue Verpflichtungen.
Martin nutzte den Erfolg, um zahlreiche weitere Projekte anzustoßen, darunter mehrere neue Serien im Game-of-Thrones-Universum bei HBO. Diese Arbeiten sowie auch völlig unabhängige Vorhaben, hätten ihn immer wieder von der Arbeit an The Winds of Winter abgelenkt. Er beschreibt seinen Schreibprozess als wenig linear: Häufig überarbeite er bereits geschriebene Kapitel oder wechsle spontan die Perspektive, wenn ein Abschnitt nicht funktioniere. Ununterbrochene Schreibphasen seien dabei entscheidend – und genau diese seien selten geworden.
Wie Frank Herbert
Hinzu kommt ein weiterer Aspekt: Martin lebt seit mehr als 30 Jahren mit der Welt von Westeros. Der riesige Erfolg habe ihn, so seine eigene Einschätzung, in eine Situation gebracht, in der von ihm erwartet werde, die Geschichte zwingend zu Ende zu erzählen. Jede Abweichung werde von Teilen der Fangemeinde als Zeitverschwendung betrachtet – selbst wenn daraus erfolgreiche Serien entstehen.
Wie ermüdend ein solches kreatives Korsett sein kann, verdeutlicht Martin mit einer Anekdote über Frank Herbert, den Autor der Dune-Romane. Herbert habe ihm kurz vor seinem Tod gestanden, dass er Dune eigentlich nicht mehr schreiben wollen, sich aber durch den Erfolg dazu gezwungen gefühlt habe. Ganz so weit sei es bei ihm nicht, sagt Martin – doch ein gewisses Wiedererkennen könne er nicht leugnen.



