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Alles muss in den Game-of-Thrones-Look passen

Bei der Sequenz handelt es sich um einen Establishing Shot oder Establisher, durch den ein neuer Ort der Handlung vorgestellt wird. Da die Szene recht lang ist, war sie auch aufwendig zu bauen: Sechs Mitarbeiter arbeiteten etwa drei Monate daran.

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Bei einer Produktion wie Game of Thrones hätten die Verantwortlichen schon eine recht klare Vorstellungen, wie ein Shot aussehen solle, erzählt Burda. Mackevision bekomme - als Vorlage - Konzeptzeichnungen und eine Prävisualisierung, eine Animation im Stil einer Game-Grafik von vor 10 oder 15 Jahren, die Kamerafahrt, Aufnahmewinkel, Brennweite etc. zeige. Auf dieser Basis machen sich dann die Mackevision-Artists an die Arbeit.

Es geht schrittweise weiter ins Detail

Als erstes kommt ein grobes Blocking, das die Anordnungen der Inseln der Kanalstadt Braavos und die Geometrie des Koloss' zeigen. Dann geht es immer weiter ins Detail: Wie sieht die Oberfläche des Titans aus, wie der Helm? Wieviele Schiffe fahren durch das Bild? In welche Richtung? Wenn das geklärt ist, geht es in die nächste Detailstufe, etwa wie die Segel aussehen sollen, wie die Vegetation.

  • Jan Burda von Mackevision an seinem Arbeitsplatz. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Die bekannteste Arbeit der Stuttgarter: der Braavos-Establisher aus der vierten Staffel von Game of Thrones. (Bild: HBO/Mackevision)
  • Mackevision bekommt als Vorlage eine Prävisualisierung des Shots. (Bild: HBO/Mackevision)
  • Oft werden real gedrehte Szenen mit am  Computer generierten Bildern montiert. (Bild: HBO/Mackevision)
  • Ziel sei, ein realistisches Bild zu erzeugen, das den Zuschauer täuscht, sagt Burda. (Bild: HBO/Mackevision)
  • Mackevision erzeugt für die Fernsehserie auch Schiffe - ... (Bild: HBO/Mackevision)
  • ... Wasser zu animieren, gilt als schwierig - ... (Bild: HBO/Mackevision)
  • ... und Burgen wie hier Hohenehr... (Bild: HBO/Mackevision)
  • ... oder die Hauptstadt Königsmund mit dem Roten Bergfried. (Bild: HBO/Mackevision)
  • Für ihre Arbeit wurden die Mackevision-Künstler mit dem Award der Visual Effect Society ausgezeichnet. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Die Rückseite zeigt den Visual Artist, der hinter den Kulissen arbeitet. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Alexander Wlk hat zudem die Burg Peik... (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • ... mit dem 3D-Drucker nachgebaut. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
Mackevision bekommt als Vorlage eine Prävisualisierung des Shots. (Bild: HBO/Mackevision)

Das Ganze geschehe in enger Abstimmung mit dem Auftraggeber, sagt Burda "Wir bauen nicht die Szene und schicken das fertig zum Kunden, sondern wir stehen in einem regelmäßigen Kontakt, einem regelmäßigen Austausch." Beide Parteien entwickelten die Szene gemeinsam immer weiter. So wollte der Auftraggeber etwa, dass mehr Kanäle in der Totale zu sehen seien, damit klar werde, dass es sich um eine Kanalstadt wie Venedig handelt.

Inspiration aus dem Teutoburger Wald

Das Team um Burkardsmaier und Burda recherchiert auch selbst, etwa die Materialität des Koloss' anhand von antiken Bronzestatuen oder die Pose am Beispiel des Hermannsdenkmals. Für die Gestaltung der Stadt Mandala im Film Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer etwa seien sie zur Inspiration nach China gereist.

"Wieviel Freiheit man bekommt, hängt auch von dem einzelnen Projekt und dem Regisseur ab", sagt Burkardsmaier. "Das ist von Shot zu Shot unterschiedlich. Aber unseren Stempel drücken wir schon auch drauf." Wichtig seien die Vorgaben von Steve Kullback und Joe Bauer, VFX-Producer und VFX-Supervisor der Serie, die auch Überblick über die Arbeit der anderen VFX-Dienstleister hätten und sicherstellen könnten, dass alles in den Game-of-Thrones-Look passe.

Bei deutschen Produktionen ist Mackevision schon beim Drehbuch dabei

Die Herangehensweise sei bei bei einer US-Produktion anders als etwa bei einer deutschen oder europäischen Produktion, erzählt Burkardsmaier. Bei einem Projekt wie der RTL-Produktion Starfighter - Sie wollten den Himmel erobern oder Jim Knopf seien sie oft schon beim Drehbuch mit dabei und arbeiteten an den Storyboards, also der gezeichneten Version des Drehbuchs mit.

"Natürlich ist der Einfluss und die kreative Mitsprache bei Projekten, die finanziell schwächer aufgestellt sind, wesentlich größer von unserer Seite als bei so einem Projekt wie Game of Thrones", sagt Burkardsmaier. "Deswegen machen wir auch sehr gerne deutsche Projekte, weil es einfach total spannend ist, so eng mit dem Regisseur zusammenzuarbeiten und mit der Produktion, vom Buch her zu entwickeln, wie das aussieht, was wir nachher machen."

Also die Arbeit der Artists.

 Game of Thrones: Die Kunst, Fiktion mit Wirklichkeit zu verschmelzenEin Spezialist für Segeltuch 
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Bluejanis 17. Aug 2017

Warum sollte es mich jucken? Das ist ja auch nur deine Meinung.

Achranon 16. Aug 2017

Finde ich witzig das sie mit Rendereffekte für Autowerbung angefangen haben und...

MrTuscani 14. Aug 2017

.. für den, für mich, wirklich interessanten Bericht. Zumal ich vom Teuto nicht weit weg...

DieSchlange 14. Aug 2017

Klingt nach Fanatikern, und die kann man in der Regel nie gebrauchen. Ein echter Künstler...

Umaru 13. Aug 2017

Was mich an den 90ern fasziniert, ist dass die Effekte tatsächlich mit der Umgebung...


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