Gallium, Antimon und Germanium: China gibt Seltenerdmetalle wieder frei
Das chinesische Handelsministerium hat die Ausfuhrbeschränkungen für drei strategisch essenzielle Metalle(öffnet im neuen Fenster) vorläufig aufgehoben(öffnet im neuen Fenster) . Die Maßnahme betrifft Gallium, Antimon und Germanium – Rohstoffe, ohne die moderne Halbleiterproduktion unmöglich ist. Die Regelung gilt bis Ende November 2026. Schon Anfang November zeichnete sich eine Einigung ab .
Die Entscheidung kommt nach monatelangen Spannungen. Seit 2024 hatte China schrittweise Exportverbote gegen die USA verhängt. Im Frühjahr 2025 verschärfte Peking den Kurs weiter und blockierte zusätzlich Wolfram sowie sieben seltene Erden – als Antwort auf amerikanische Zollerhöhungen.
Annäherung nach Gipfeltreffen
Die Kehrtwende folgt auf das Treffen zwischen den Staatschefs Trump und Xi Jinping Ende Oktober 2025 in Südkorea. Dort vereinbarten beide Seiten, die gegenseitigen Strafzölle für zwölf Monate auf zehn Prozent zu deckeln. Die rasche Aussetzung der erst am 9. Oktober eingeführten Zölle scheint den Streit entspannt zu haben.
Bereits am vergangenen Freitag lockerte China weitere Exportbeschränkungen. Betroffen sind bestimmte Metalle seltener Erden, Lithium-Akku-Materialien und superharte Werkstoffe. Auch diese Aussetzung endet am 10. November 2026.
Monopolstellung als Druckmittel
Chinas Hebel ist gewaltig: Die Volksrepublik kontrolliert 80 Prozent der weltweiten Förderung der Seltenerdmetalle. Bei Metallen wie Gallium liegt der Anteil noch höher. US-amerikanische Chiphersteller haben kaum Alternativen – andere Quellen existieren mangels Exploration nur marginal.
Die freigegebenen Rohstoffe sind unverzichtbar: Gallium steckt in Hochfrequenzchips und LEDs, Germanium in Glasfaserkabeln und Infrarotsensoren, Antimon in Akkus und Flammschutzmitteln. Ohne sie steht die westliche Technologieproduktion still.
Ein Waffenstillstand auf Zeit
Die Befristung bis November 2026 ist kalkuliert. Peking kann die Kontrollen jederzeit reaktivieren, gewährt Washington aber Planungssicherheit für 13 Monate. Beobachter werten dies als vorsichtiges Abtasten im Handelskonflikt. Ob daraus eine dauerhafte Lösung wird, entscheidet sich vermutlich in den kommenden Verhandlungsrunden.