Galileo Project: Das könnte die erste Nahaufnahme interstellarer Materie sein
Vielleicht ein Teil eines Raumschiffs? Der Wissenschaftler Avi Loeb will Kügelchen von einem interstellaren Objekt gefunden haben.
Es könnte der halb verbrannte Kopf eines Zündholzes sein, ein missglücktes Backwerk – oder ein Stück interstellare Materie. Wenn es Letzteres sein sollte, wäre das von dem Astrophysiker Avi Loeb veröffentlichte Foto die erste Nahaufnahme von Substanz aus den Tiefen des Universums.
Das Bild wurde von Avi Loeb am 26. Juni 2023 im Blog des Forschungsprojekts Galileo online gestellt, noch dauern die Untersuchungen an. Insgesamt fanden die Wissenschaftler bislang 31 Kügelchen (Spherules), die nun analysiert werden.
Hintergrund: Im Rahmen von Project Galileo suchen Avi Loeb und sein Team an Bord des Forschungsschiffs Silver Star im Pazifik nach Überresten eines Objekts mit der Bezeichnung IM1. Das geschätzt rund 500 Kilogramm schwere Ding war am 8. Januar 2014 nahe Papua Neuguinea abgestürzt.
Unter anderem wegen der hohen Geschwindigkeit von IM1 gehen die Wissenschaftler davon aus, dass es nicht aus dem Sonnensystem stammt, sondern aus dem interstellaren Raum.
Die bislang 31 Kügelchen wurden gefunden, indem die Silver Star einen Magnetschlitten in einer Tiefe von rund 1.700 Metern über den Meeresgrund schleppt und damit metallische Gegenstände anzieht. Neben allerlei Drähten und sonstigem Abfall irdischen Ursprungs eben auch die Kügelchen.
Nach Angaben von Loeb deutet unter anderem die Verteilung der bislang gefundenen Spherules darauf hin, dass diese Partikel tatsächlich von dem interstellaren Objekt stammen. Erste Untersuchungen ergaben Spuren von Eisen, Magnesium, Titan und Nickel.
Avi Loeb hofft aber nicht nur auf neue Erkenntnisse über Materie aus dem Universum, sondern auf mehr: Ihn interessiert, ob es Hinweise gibt, dass das Objekt auf irgendeine Art von intelligenten Wesen zusammengesetzt oder konstruiert und dann ins All geschickt wurde.
Aus der gleichen außerirdischen Werft wie Oumuamua?
Hier wird es natürlich extrem spekulativ. Loeb hatte bereits bei dem 2017 am Rande unseres Sonnensystems aufgetauchten Objekt mit der Bezeichnung Oumuamua (g+) mit der Vermutung, dass es sich etwa um eine Sonde von Außerirdischen handeln könnte, für Schlagzeilen gesorgt.
Das klingt abenteuerlich, aber: Loeb ist ein hoch angesehener Wissenschaftler, der seit Jahren unter anderem eine Professur an der Harvard University unterhält und das Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics leitet.
Oumuamua war damals nur kurze Zeit per Teleskop sichtbar – als winziger Punkt. Unter anderem wegen einer ungewöhnlichen Änderung seiner Geschwindigkeit gelangten Loeb und einige andere Forscher zu der These, dass es sich um ein Konstrukt mit künstlichem Antrieb handeln könnte.
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Das hat nichts mit Wissenschaft zu tun, sondern sind die Ergüsse eines Spinners. Sonden...
Danke für die Info. Das ist schon ziemlich mickrig. Was größeres konnte man von einem...
Ich nenne es Calvin. https://youtu.be/7BWyE1As2-U
Vielen Dank für Ihre geschätzte Meinung. Eine Meinung kann jeder haben.