Galileo: Großbritannien plant eigenes Satellitennavigationssystem

Die Europäische Union will Großbritannien nach dem Brexit vom wichtigsten Dienst von Galileo ausschließen. Die Regierung in London will deshalb ein eigenes Satellitennavigationssystem aufbauen.

Artikel veröffentlicht am ,
Großbritannien plant einen eigenen Raketenstartplatz im Norden Schottlands.
Großbritannien plant einen eigenen Raketenstartplatz im Norden Schottlands. (Bild: UK Space Agency/Screenshot: Golem.de)

Die Briten wollen wissen, wo es langgeht: Die Regierung in London plant den Aufbau eines eigenen globalen Satellitennavigationssystems (Global Navigation Satellite System, GNSS). Die offizielle Ankündigung soll im Laufe dieser Woche erfolgen.

Stellenmarkt
  1. Microsoft Office 365 & Power Platform Developer (m/w)
    Marc Cain GmbH, Bodelshausen
  2. IT-Security Systemspezialistin/IT-Securi- ty Systemspezialist (m/w/d)
    Landschaftsverband Rheinland LVR-InfoKom, Köln
Detailsuche

Premierministerin Theresa May habe angeordnet, ein Konkurrenzsystem zum europäischen Satellitennavigationssystem Galileo zu schaffen, berichtet die Wochenzeitung Sunday Telegraph. Die Regierung wolle zunächst 100 Millionen britische Pfund, umgerechnet gut 110 Millionen Euro, bereitstellen, um die entsprechenden Pläne für ein solches System zu erarbeiten.

Die Europäische Kommission sieht in einer weiteren Beteiligung Großbritanniens an Galileo ein Sicherheitsproblem. So soll das Land keinen Zugriff auf den regulierten Dienst (Public Regulated Service, PRS) bekommen, wenn der Brexit im März kommenden Jahres vollzogen ist.

Der PRS ist verschlüsselt und gilt als ein Schlüsselelement des Navigationssystems. Der Dienst ist für sicherheitsrelevante Anwendungen gedacht, nutzen sollen ihn unter anderem Behörden wie Polizei oder Zoll, das Militär und Rettungsdienste. Der PRS steht nur den EU-Mitgliedern zur Verfügung. Nach dem 2016 durch einen Volksentscheid beschlossenen Austritt wird Großbritannien nach Ansicht der EU ein Drittstaat sein. Der unverschlüsselte öffentliche Dienst steht den Briten auch weiterhin zur Verfügung

Golem Akademie
  1. C++ Programmierung Basics: virtueller Fünf-Tage-Workshop
    30.05.-03.06.2022, virtuell
  2. Linux-Systeme absichern und härten: virtueller Drei-Tage-Workshop
    07.-09.06.2022, Virtuell
Weitere IT-Trainings

Im wirtschaftlichen Bereich bekommen britische Unternehmen bereits die Folgen des Austritts aus der Europäischen Union (EU) zu spüren: Die verbleibenden EU-Mitgliedstaaten haben kürzlich angekündigt, dass keine Aufträge für Galileo mehr an britische Unternehmen vergeben werden sollen.

Großbritannien arbeitet bereits an einem eigenen Raumfahrtprogramm. Dazu gehört die Entwicklung eigener Raketen sowie die Errichtung eines Raketenstartplatzes in der Grafschaft Sutherland im Norden Schottlands. Dort sollen in den 2020er Jahren erstmals Raketen abheben.

Galileo ist praktisch komplett

Das Satellitennavigationssystem Galileo ist seit Dezember 2016 in Betrieb, wenn auch nur eingeschränkt. Im vergangenen Monat hat die Europäische Raumfahrtagentur (European Space Agency, Esa) vier weitere Satelliten für das System ins All geschossen. Wenn sie in Betrieb sind, ist Galileo voll einsatzfähig.

Britische Unternehmen waren entscheidend am Aufbau des Systems beteiligt. Der britische Staat hat einen nicht unerheblichen Anteil der Kosten von Galileo getragen. Die Regierung soll erwägen, von der EU etwa eine Milliarde britischer Pfund, etwa 1,1 Milliarden Euro, zurückzufordern. Die Kosten für ein britisches GNSS werden auf etwa drei Milliarden britische Pfund geschätzt.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


dummzeuch 30. Aug 2018

Bei den bei uns (Straßenzustandserfassung) eingesetzten "GPS"en wird GPS, Glonass...

Anonymer Nutzer 28. Aug 2018

Interessiert keine sau was sie nun neu abstimmen bei sich. Wird es ganz sicher nicht. Nö.

Kay_Ahnung 28. Aug 2018

Oder Politiker/Behörden von Ideen überzeugen wie gesagt ich bin für einen gesunden Mix...

Kay_Ahnung 28. Aug 2018

1. das EU Parlament ist Demokratisch gewählt "Die Europawahl ist eine seit 1979 in der...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Sicherheitslücke
Die Schadsoftware, die auf ausgeschalteten iPhones aktiv ist

Forschern ist es gelungen, eine Schadsoftware auf ausgeschalteten iPhones mit vermeintlich leerem Akku auszuführen. Denn ganz aus sind diese nicht.

Sicherheitslücke: Die Schadsoftware, die auf ausgeschalteten iPhones aktiv ist
Artikel
  1. Autoindustrie: Mit handgeknüpften Kabelbäumen gegen die Lieferkrise
    Autoindustrie
    Mit handgeknüpften Kabelbäumen gegen die Lieferkrise

    Der Krieg in der Ukraine unterbricht die Lieferkette bei den Kabelbäumen. Jetzt suchen Autohersteller nach neuen Produktionswegen.
    Von Wolfgang Gomoll

  2. Elektroauto: Mercedes passt EQA-Preise an
    Elektroauto
    Mercedes passt EQA-Preise an

    Mercedes erhöht den Preis für das Elektroauto EQA 250 und macht den EQA 250+ günstiger.

  3. Homeoffice: Bastler baut Gestell für die liegende Büroarbeit im Bett
    Homeoffice
    Bastler baut Gestell für die liegende Büroarbeit im Bett

    Der Bildschirm über dem Kopf, die Tastatur hängt herab: Das Homeoffice aus dem Bett heraus funktioniert - mit Handwerk und Kreativität.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • MindStar (u. a. Intel Core i9 529€, MSI RTX 3060 Ti 609€, Kingston Fury DDR5-4800 32GB 195€) • Cyber Week: Bis zu 400€ Rabatt auf Gaming-Stühle • AOC G3 Gaming-Monitor 34" UWQHD 165 Hz günstig wie nie: 404€ • Xbox Series X bestellbar [Werbung]
    •  /