Galileo ist zivil

GPS, Glonass und Beidou haben eines gemeinsam: Sie gehören dem Militär des jeweiligen Landes. Und das behält sich vor, das System in einem Krisenfall ungenau zu machen. Vor dem Abschalten der Selective Availability war GPS nur auf etwa 100 Meter genau.

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Inzwischen sind aber viele Wirtschaftszweige auf eine genaue Satellitennavigation angewiesen: die Seefahrt und die Fischerei, die Luftfahrt, die Landwirtschaft, Bahngesellschaften oder die Betreiber von Fahrzeugflotten. 2014 schätzte die EU-Kommission, dass etwa sechs bis sieben Prozent des europäischen Bruttoinlandsprodukts von Satellitennavigation abhingen - zu dem Zeitpunkt rund 800 Milliarden Euro. Um hier im Zweifelsfall nicht auf den guten Willen des US-Militärs angewiesen zu sein, wollten die Europäer ein eigenes Satellitennavigationssystem.

Der offene Dienst ist der wichtigste

Galileo bietet vier Dienste, die für verschiedene Zielgruppen vorgesehen sind. Der wichtigste sei der offene Dienst (Open Service, OS), sagt Kleeßen: Das ist das offene, kostenlose Signal, das für jedermann zur Verfügung steht. Es wird auf zwei Frequenzen ausgestrahlt und ermöglicht auf Zwei-Frequenz-Empfängern eine Positionsbestimmung, die bis auf 1 bis 2 Meter genau ist - die Genauigkeit kann schwanken, da die Satelliten sich ja bewegen.

Da die meisten Empfänger - Smartphones, Hand- oder Autonavigationsgeräte - voraussichtlich mit den Signalen mehrerer GNSS arbeiten, bedeutet das, dass praktisch immer eine verlässliche Positionsbestimmung möglich ist. Und das unter Umständen auch in schmalen Straßen zwischen hohen Häusern: Um sich dort orten zu können, sind Satelliten nötig, die möglichst direkt über dem Nutzer stehen. Je mehr Galileo- und GPS-Navigationssatelliten am Himmel sind, desto größer ist die Chance, dass die vier, die zur Positionsbestimmung gebraucht werden, verfügbar sind.

Der kommerzielle Dienst ortet im Zentimeterbereich

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Noch genauer wird die Positionsbestimmung mit dem kommerziellen Dienst (Commercial Service, CS). Der ortet mit einer Genauigkeit von unter einem Meter. Er ist kostenpflichtig und für geschäftliche Anwendungen gedacht. Dazu gehört beispielsweise die vernetzte Landwirtschaft: Landwirte können mit dem GNSS genauer mit ihren Traktoren navigieren und Saatgut oder Dünger präziser ausbringen. Logistikunternehmen können mit genauen Positionsdaten ihre Flotten auf der Straße oder auf der Schiene besser steuern. Auch für autonomes Fahren sind die Daten wichtig.

Für sicherheitsrelevante Anwendungen gibt es einen verschlüsselten Dienst, den regulierten Dienst (Public Regulated Service, PRS), dessen Signal verschlüsselt übertragen wird. Dieser Dienst ist für Behörden gedacht, etwa die Polizei, den Zoll oder auch für Rettungsdienste.

Notrufe werden schneller empfangen

Ebenfalls der Sicherheit dient der Such- und Rettungsdienst (Search and Rescue Service, SAR), der in das Such- und Rettungssystem Cospas-Sarsat integriert wird. Ein Notruf, der beispielsweise auf hoher See abgesetzt wird, kann derzeit erst übertragen werden, wenn ein Satellit ihn empfängt. Das kann je nach Position der Cospas-Sarsat-Satelliten gut eine Stunde dauern. Durch Gallieo verkürzt sich die Zeit auf zehn Minuten. Zudem bekommt das System durch Galileo einen Rückkanal: Die Rettungsstelle kann dem in Not Geratenen mitteilen, dass der Notruf eingegangen ist und dass Hilfe unterwegs ist.

Das klingt alles sehr gut. Welche Geräte sind denn Galileo-kompatibel?

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 Querelen, die USA und Pech bremsten GalileoDie Geräte kommen 
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Moe479 19. Dez 2016

das ding ist auch eine technologische übung für alle beteiligten, das dabei nicht alles...

bitlbee 18. Dez 2016

Sehr interessante Einblicke! Danke!

DG-82 17. Dez 2016

Wenn es eine systematische Ungenauigkeit ist, ist es durchaus so korrekt.

GITNE 16. Dez 2016

mit vielen Hintergrundinformationen und einer hinreichenden Zusammenfassung der...

Rulf 16. Dez 2016

naja...ich glaube die hatten da eher andere hintergedanken...so ein smartphone ist ja...



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