Galileo ist zivil

GPS, Glonass und Beidou haben eines gemeinsam: Sie gehören dem Militär des jeweiligen Landes. Und das behält sich vor, das System in einem Krisenfall ungenau zu machen. Vor dem Abschalten der Selective Availability war GPS nur auf etwa 100 Meter genau.

Stellenmarkt
  1. Junior / Senior IT Engineers (m/w/d)
    Bayerisches Landeskriminalamt, München
  2. Fachinformatikerin / Fachinformatiker - Datenverarbeitung
    Universitätsklinikum Frankfurt, Frankfurt am Main
Detailsuche

Inzwischen sind aber viele Wirtschaftszweige auf eine genaue Satellitennavigation angewiesen: die Seefahrt und die Fischerei, die Luftfahrt, die Landwirtschaft, Bahngesellschaften oder die Betreiber von Fahrzeugflotten. 2014 schätzte die EU-Kommission, dass etwa sechs bis sieben Prozent des europäischen Bruttoinlandsprodukts von Satellitennavigation abhingen - zu dem Zeitpunkt rund 800 Milliarden Euro. Um hier im Zweifelsfall nicht auf den guten Willen des US-Militärs angewiesen zu sein, wollten die Europäer ein eigenes Satellitennavigationssystem.

Der offene Dienst ist der wichtigste

Galileo bietet vier Dienste, die für verschiedene Zielgruppen vorgesehen sind. Der wichtigste sei der offene Dienst (Open Service, OS), sagt Kleeßen: Das ist das offene, kostenlose Signal, das für jedermann zur Verfügung steht. Es wird auf zwei Frequenzen ausgestrahlt und ermöglicht auf Zwei-Frequenz-Empfängern eine Positionsbestimmung, die bis auf 1 bis 2 Meter genau ist - die Genauigkeit kann schwanken, da die Satelliten sich ja bewegen.

Da die meisten Empfänger - Smartphones, Hand- oder Autonavigationsgeräte - voraussichtlich mit den Signalen mehrerer GNSS arbeiten, bedeutet das, dass praktisch immer eine verlässliche Positionsbestimmung möglich ist. Und das unter Umständen auch in schmalen Straßen zwischen hohen Häusern: Um sich dort orten zu können, sind Satelliten nötig, die möglichst direkt über dem Nutzer stehen. Je mehr Galileo- und GPS-Navigationssatelliten am Himmel sind, desto größer ist die Chance, dass die vier, die zur Positionsbestimmung gebraucht werden, verfügbar sind.

Der kommerzielle Dienst ortet im Zentimeterbereich

Golem Karrierewelt
  1. Jira für Anwender: virtueller Ein-Tages-Workshop
    17.01.2023, virtuell
  2. Adobe Photoshop Grundkurs: virtueller Drei-Tage-Workshop
    05.-07.12.2022, Virtuell
Weitere IT-Trainings

Noch genauer wird die Positionsbestimmung mit dem kommerziellen Dienst (Commercial Service, CS). Der ortet mit einer Genauigkeit von unter einem Meter. Er ist kostenpflichtig und für geschäftliche Anwendungen gedacht. Dazu gehört beispielsweise die vernetzte Landwirtschaft: Landwirte können mit dem GNSS genauer mit ihren Traktoren navigieren und Saatgut oder Dünger präziser ausbringen. Logistikunternehmen können mit genauen Positionsdaten ihre Flotten auf der Straße oder auf der Schiene besser steuern. Auch für autonomes Fahren sind die Daten wichtig.

Für sicherheitsrelevante Anwendungen gibt es einen verschlüsselten Dienst, den regulierten Dienst (Public Regulated Service, PRS), dessen Signal verschlüsselt übertragen wird. Dieser Dienst ist für Behörden gedacht, etwa die Polizei, den Zoll oder auch für Rettungsdienste.

Notrufe werden schneller empfangen

Ebenfalls der Sicherheit dient der Such- und Rettungsdienst (Search and Rescue Service, SAR), der in das Such- und Rettungssystem Cospas-Sarsat integriert wird. Ein Notruf, der beispielsweise auf hoher See abgesetzt wird, kann derzeit erst übertragen werden, wenn ein Satellit ihn empfängt. Das kann je nach Position der Cospas-Sarsat-Satelliten gut eine Stunde dauern. Durch Gallieo verkürzt sich die Zeit auf zehn Minuten. Zudem bekommt das System durch Galileo einen Rückkanal: Die Rettungsstelle kann dem in Not Geratenen mitteilen, dass der Notruf eingegangen ist und dass Hilfe unterwegs ist.

Das klingt alles sehr gut. Welche Geräte sind denn Galileo-kompatibel?

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
 Querelen, die USA und Pech bremsten GalileoDie Geräte kommen 
  1.  
  2. 1
  3. 2
  4. 3
  5. 4
  6.  


Moe479 19. Dez 2016

das ding ist auch eine technologische übung für alle beteiligten, das dabei nicht alles...

bitlbee 18. Dez 2016

Sehr interessante Einblicke! Danke!

DG-82 17. Dez 2016

Wenn es eine systematische Ungenauigkeit ist, ist es durchaus so korrekt.

GITNE 16. Dez 2016

mit vielen Hintergrundinformationen und einer hinreichenden Zusammenfassung der...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Netztest
Telekom hat laut Connect das fast perfekte Mobilfunknetz

Bei der Reichweite der Breitbandversorgung überholt Telefónica den Konkurrenten Vodafone. Die Telekom erhält 952 von maximal 1.000 Punkten.

Netztest: Telekom hat laut Connect das fast perfekte Mobilfunknetz
Artikel
  1. 400.000 Ladepunkte: Audi startet Ladesäulen-Tarif mit bis zu 0,81 Euro pro kWh
    400.000 Ladepunkte
    Audi startet Ladesäulen-Tarif mit bis zu 0,81 Euro pro kWh

    Am 1. Januar 2023 will Audi seinen Ladedienst Audi Charging starten. Bis zu 0,81 Euro pro kWh werden verlangt.

  2. Netzwerkprotokoll: Was Admins und Entwickler über IPv6 wissen müssen
    Netzwerkprotokoll
    Was Admins und Entwickler über IPv6 wissen müssen

    Sogar für IT-Profis scheint das Netzwerkprotokoll IPv6 oft ein Buch mit sieben Siegeln - und stößt bei ihnen nicht auf bedingungslose Liebe. Wir überprüfen die Vorbehalte in der Praxis und geben Tipps.
    Von Jochen Demmer

  3. Wo Long Fallen Dynasty Vorschau: Souls-like mit Schwertkampf in China
    Wo Long Fallen Dynasty Vorschau
    Souls-like mit Schwertkampf in China

    Das nächste Souls-like heißt Wo Long: Fallen Dynasty und stammt von Team Ninja. Golem.de hat beim Anspielen mehr Gegner erledigt als erwartet.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Cyber Monday bei Media Markt & Saturn • Nur noch heute: Black Friday Woche bei Amazon & NBB • MindStar: Intel Core i7 12700K 359€ • Gigabyte RX 6900 XT 799€ • Xbox Series S 222€ • Gamesplanet Winter Sale - neue Angebote • WD_BLACK SN850 1TB 129€ [Werbung]
    •  /