Abo
  • Services:
Anzeige
Komplette Galileo-Konstellation: 18 Salliten im All, elf einsatzbereit, vier warten, zwei falsch ausgesetzt, einer unbrauchbar
Komplette Galileo-Konstellation: 18 Salliten im All, elf einsatzbereit, vier warten, zwei falsch ausgesetzt, einer unbrauchbar (Bild: P. Carril/Esa)

Galileo ist zivil

GPS, Glonass und Beidou haben eines gemeinsam: Sie gehören dem Militär des jeweiligen Landes. Und das behält sich vor, das System in einem Krisenfall ungenau zu machen. Vor dem Abschalten der Selective Availability war GPS nur auf etwa 100 Meter genau.

Inzwischen sind aber viele Wirtschaftszweige auf eine genaue Satellitennavigation angewiesen: die Seefahrt und die Fischerei, die Luftfahrt, die Landwirtschaft, Bahngesellschaften oder die Betreiber von Fahrzeugflotten. 2014 schätzte die EU-Kommission, dass etwa sechs bis sieben Prozent des europäischen Bruttoinlandsprodukts von Satellitennavigation abhingen - zu dem Zeitpunkt rund 800 Milliarden Euro. Um hier im Zweifelsfall nicht auf den guten Willen des US-Militärs angewiesen zu sein, wollten die Europäer ein eigenes Satellitennavigationssystem.

Anzeige

Der offene Dienst ist der wichtigste

Galileo bietet vier Dienste, die für verschiedene Zielgruppen vorgesehen sind. Der wichtigste sei der offene Dienst (Open Service, OS), sagt Kleeßen: Das ist das offene, kostenlose Signal, das für jedermann zur Verfügung steht. Es wird auf zwei Frequenzen ausgestrahlt und ermöglicht auf Zwei-Frequenz-Empfängern eine Positionsbestimmung, die bis auf 1 bis 2 Meter genau ist - die Genauigkeit kann schwanken, da die Satelliten sich ja bewegen.

Da die meisten Empfänger - Smartphones, Hand- oder Autonavigationsgeräte - voraussichtlich mit den Signalen mehrerer GNSS arbeiten, bedeutet das, dass praktisch immer eine verlässliche Positionsbestimmung möglich ist. Und das unter Umständen auch in schmalen Straßen zwischen hohen Häusern: Um sich dort orten zu können, sind Satelliten nötig, die möglichst direkt über dem Nutzer stehen. Je mehr Galileo- und GPS-Navigationssatelliten am Himmel sind, desto größer ist die Chance, dass die vier, die zur Positionsbestimmung gebraucht werden, verfügbar sind.

Der kommerzielle Dienst ortet im Zentimeterbereich

Noch genauer wird die Positionsbestimmung mit dem kommerziellen Dienst (Commercial Service, CS). Der ortet mit einer Genauigkeit von unter einem Meter. Er ist kostenpflichtig und für geschäftliche Anwendungen gedacht. Dazu gehört beispielsweise die vernetzte Landwirtschaft: Landwirte können mit dem GNSS genauer mit ihren Traktoren navigieren und Saatgut oder Dünger präziser ausbringen. Logistikunternehmen können mit genauen Positionsdaten ihre Flotten auf der Straße oder auf der Schiene besser steuern. Auch für autonomes Fahren sind die Daten wichtig.

Für sicherheitsrelevante Anwendungen gibt es einen verschlüsselten Dienst, den regulierten Dienst (Public Regulated Service, PRS), dessen Signal verschlüsselt übertragen wird. Dieser Dienst ist für Behörden gedacht, etwa die Polizei, den Zoll oder auch für Rettungsdienste.

Notrufe werden schneller empfangen

Ebenfalls der Sicherheit dient der Such- und Rettungsdienst (Search and Rescue Service, SAR), der in das Such- und Rettungssystem Cospas-Sarsat integriert wird. Ein Notruf, der beispielsweise auf hoher See abgesetzt wird, kann derzeit erst übertragen werden, wenn ein Satellit ihn empfängt. Das kann je nach Position der Cospas-Sarsat-Satelliten gut eine Stunde dauern. Durch Gallieo verkürzt sich die Zeit auf zehn Minuten. Zudem bekommt das System durch Galileo einen Rückkanal: Die Rettungsstelle kann dem in Not Geratenen mitteilen, dass der Notruf eingegangen ist und dass Hilfe unterwegs ist.

Das klingt alles sehr gut. Welche Geräte sind denn Galileo-kompatibel?

 Querelen, die USA und Pech bremsten GalileoDie Geräte kommen 

eye home zur Startseite
Moe479 19. Dez 2016

das ding ist auch eine technologische übung für alle beteiligten, das dabei nicht alles...

bitlbee 18. Dez 2016

Sehr interessante Einblicke! Danke!

DG-82 17. Dez 2016

Wenn es eine systematische Ungenauigkeit ist, ist es durchaus so korrekt.

GITNE 16. Dez 2016

mit vielen Hintergrundinformationen und einer hinreichenden Zusammenfassung der...

Rulf 16. Dez 2016

naja...ich glaube die hatten da eher andere hintergedanken...so ein smartphone ist ja...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. Robert Bosch GmbH, Leonberg
  2. Chemische Fabrik Budenheim KG, Budenheim
  3. Techniklotsen GmbH, Bielefeld
  4. BINSERV GmbH, Königswinter (bei Bonn)


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. (Core i5-7600K + Asus GTX 1060 Dual OC)
  2. (reduzierte Überstände, Restposten & Co.)
  3. und bis zu 60€ Steam-Guthaben erhalten

Folgen Sie uns
       


  1. Kupfer

    Nokia hält Terabit DSL für überflüssig

  2. Kryptowährung

    Bitcoin notiert auf neuem Rekordhoch

  3. Facebook

    Dokumente zum Umgang mit Sex- und Gewaltinhalten geleakt

  4. Arduino Cinque

    RISC-V-Prozessor und ESP32 auf einem Board vereint

  5. Schatten des Krieges angespielt

    Wir stürmen Festungen! Mit Orks! Und Drachen!

  6. Skills

    Amazon lässt Alexa natürlicher klingen

  7. Cray

    Rechenleistung von Supercomputern in der Cloud mieten

  8. Streaming

    Sky geht gegen Stream4u.tv und Hardwareanbieter vor

  9. Tado im Langzeittest

    Am Ende der Heizperiode

  10. Owncloud-Fork

    Nextcloud 12 skaliert Global



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Blackberry Keyone im Test: Tolles Tastatur-Smartphone hat zu kurze Akkulaufzeit
Blackberry Keyone im Test
Tolles Tastatur-Smartphone hat zu kurze Akkulaufzeit
  1. Blackberry Keyone kommt Mitte Mai
  2. Keyone Blackberrys neues Tastatur-Smartphone kommt später
  3. Blackberry Keyone im Hands on Android-Smartphone mit toller Hardware-Tastatur

The Surge im Test: Frust und Feiern in der Zukunft
The Surge im Test
Frust und Feiern in der Zukunft
  1. Wirtschaftssimulation Pizza Connection 3 wird gebacken
  2. Mobile-Games-Auslese Untote Rundfahrt und mobiles Seemannsgarn
  3. Spielebranche Beschäftigtenzahl in der deutschen Spielebranche sinkt

Redmond Campus Building 87: Microsofts Area 51 für Hardware
Redmond Campus Building 87
Microsofts Area 51 für Hardware
  1. Windows on ARM Microsoft erklärt den kommenden x86-Emulator im Detail
  2. Azure Microsoft betreut MySQL und PostgreSQL in der Cloud
  3. Microsoft Azure bekommt eine beeindruckend beängstigende Video-API

  1. Re: GT 1030 vs Intel HD

    Zazu42 | 17:32

  2. Re: Bitte nicht alles einfach so wegreden

    Onkel Ho | 17:31

  3. Re: Ziemlich viel Geld ...

    ahoihoi | 17:28

  4. Re: Ursache vs Wirkung

    Hotohori | 17:28

  5. Re: "Tablets werden sich auch nicht durchsetzen"

    tonictrinker | 17:27


  1. 16:35

  2. 16:20

  3. 16:00

  4. 15:37

  5. 15:01

  6. 13:34

  7. 13:19

  8. 12:31


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel