Abo
  • Services:
Anzeige
Komplette Galileo-Konstellation: 18 Salliten im All, elf einsatzbereit, vier warten, zwei falsch ausgesetzt, einer unbrauchbar
Komplette Galileo-Konstellation: 18 Salliten im All, elf einsatzbereit, vier warten, zwei falsch ausgesetzt, einer unbrauchbar (Bild: P. Carril/Esa)

Querelen, die USA und Pech bremsten Galileo

Denn das System, dessen Aufbau die EU 1999 beschloss, sollte bereits 2008 einsatzbereit sein. Zwei Jahr zuvor hätten die beiden ersten Satelliten starten sollen. Allerdings konnten sich die EU-Mitglieder lange nicht über die Finanzierung einigen. Erst 2003 fanden sie eine Lösung.

Anzeige

Das zivile GNSS sollte als öffentlich-private Partnerschaft (Public-private-Partnership, PPP) zwischen Industrie und EU-Kommission dienen. Doch beide Seiten konnten sich nicht verständigen - die beteiligten Unternehmen wollten das Risiko gern auf die öffentliche Hand abwälzen. Die EU-Kommission beschloss daraufhin, das Projekt selbst zu übernehmen.

Die US-Regierung war gegen Galileo

Doch die Probleme waren nicht nur hausgemacht: Über mehrere Jahre versuchte die US-Regierung massiv, den Aufbau eines eigenen europäischen zivilen Navigationssystems zu verhindern. Die Idee eines Systems, das nicht unter der zentralen Kontrolle des Militärs stand, war ihr nicht geheuer. Die Befürchtung war, dass ein möglicher Gegner mit Hilfe der Galileo-Signale Lenkwaffen steuern könnte. Um die EU von ihrem Vorhaben abzubringen, hob die US-Regierung unter Präsident Bill Clinton im Mai 2000 sogar die sogenannte Selective Availability auf. Seither hat das zivile GPS-Signal eine Genauigkeit von 10 bis 15 Metern.

Die Europäer ließen sich davon aber nicht beeindrucken, und so starteten im Oktober 2011 die beiden ersten regulären Satelliten - zuvor waren die Testsatelliten Giove A und Giove B in die Umlaufbahn geschossen worden. Ein Jahr später folgten die nächsten beiden.

Satelliten wurden falsch ausgesetzt

Doch dann verzögerte eine Pechsträhne das System: Bei Satellit Nummer 4 trat 2014 ein Antennenschaden auf, der den Satelliten unbrauchbar machte. Noch schlimmer kam es bei den Satelliten, die im August 2014 ins All geschossen wurden: Sie wurden falsch ausgesetzt und umkreisen die Erde auf einer elliptischen Bahn. Zwar konnte ihre Bahn leicht verändert werden. Doch ob sie für das Navigationssystem eingesetzt werden können, ist nach wie vor nicht klar.

Ende 2014 standen damit statt sechs nur drei operable Satelliten zur Verfügung. Immerhin: Die nächsten Starts klappten alle reibungslos. Allein in diesem Jahr hat die Esa sechs Satelliten in die Umlaufbahn gebracht: Im Mai hatte sie, um Galileo zu beschleunigen, zwei Satelliten außerplanmäßig gestartet, die vor wenigen Tagen in Betrieb gegangen sind. Am 17. November folgten vier, die regulär geplant waren. Sie sind voraussichtlich im Frühjahr im Einsatz, und mit dann 15 operablen Satelliten lässt sich schon einiges anfangen.

2017 starten die nächsten Satelliten

Der nächste Start ist für August 2017 geplant. Dann wird eine Ariane 5 wieder vier Satelliten in die Umlaufbahn bringen. Die europäische Trägerrakete kann vier Satelliten transportieren; die russische Sojus-Rakete, die die ersten Galileo-Satelliten transportiert hat, schafft nur zwei. Das nächste Viererpack ist für 2018 geplant. Dann fehlen noch vier Satelliten, um die Konstellation zu komplettieren - vorgesehen sind 24 Satelliten im Einsatz sowie zwei Ersatzsatelliten auf jeder Bahn. Bis 2020 sollen sie im All sein.

Galileo ist aber nicht das erste Satellitennavigationssystem. Das am weitesten genutzte ist das US-System, das Global Positioning System (GPS). Hinzu kommen das russische Glonass und das chinesische Beidou. Alle zusammen ermöglichen schon eine recht genaue Navigation. Wozu brauchte Europa dann noch ein eigenes GNSS?

 Galileo: Europa weiß, wo es langgehtGalileo ist zivil 

eye home zur Startseite
Moe479 19. Dez 2016

das ding ist auch eine technologische übung für alle beteiligten, das dabei nicht alles...

bitlbee 18. Dez 2016

Sehr interessante Einblicke! Danke!

DG-82 17. Dez 2016

Wenn es eine systematische Ungenauigkeit ist, ist es durchaus so korrekt.

GITNE 16. Dez 2016

mit vielen Hintergrundinformationen und einer hinreichenden Zusammenfassung der...

Rulf 16. Dez 2016

naja...ich glaube die hatten da eher andere hintergedanken...so ein smartphone ist ja...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. Ratbacher GmbH, Coburg
  2. CGM Deutschland AG, Hannover
  3. Pfennigparade WKM GmbH, München
  4. Ratbacher GmbH, Hamburg


Anzeige
Top-Angebote
  1. (u. a. Crucial Ballistix Sport 16-GB-DDR4 für 121€ + 4,99€ Versand)
  2. 799€
  3. 429€

Folgen Sie uns
       


  1. MacOS 10.13

    Apple gibt High Sierra frei

  2. WatchOS 4.0 im Test

    Apples praktische Taschenlampe mit autarkem Musikplayer

  3. Werksreset

    Unitymedia stellt Senderbelegung heute in Hessen um

  4. Aero 15 X

    Mehr Frames mit der GTX 1070 im neuen Gigabyte-Laptop

  5. Review Bombing

    Valve verbessert Transparenz bei Nutzerbewertungen auf Steam

  6. Big Four

    Kundendaten von Deloitte offenbar gehackt

  7. U2F

    Yubico bringt winzigen Yubikey für USB-C

  8. Windows 10

    Windows Store wird zum Microsoft Store mit Hardwareangeboten

  9. Kabelnetz

    Eazy senkt Preis für 50-MBit/s-Zugang im Unitymedia-Netz

  10. Nintendo

    Super Mario Run wird umfangreicher und günstiger



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Bundestagswahl 2017: Viagra, Datenbankpasswörter und uralte Sicherheitslücken
Bundestagswahl 2017
Viagra, Datenbankpasswörter und uralte Sicherheitslücken
  1. Bundestagswahl 2017 Union und SPD verlieren, Jamaika-Koalition rückt näher
  2. Zitis Wer Sicherheitslücken findet, darf sie behalten
  3. Merkel im Bundestag "Wir wollen nicht im Technikmuseum enden"

Olympus Tough TG5 vs. Nikon Coolpix W300: Die Schlechtwetter-Kameras
Olympus Tough TG5 vs. Nikon Coolpix W300
Die Schlechtwetter-Kameras
  1. Mobilestudio Pro 16 im Test Wacom nennt 2,2-Kilogramm-Grafiktablet "mobil"
  2. HP Z8 Workstation Mit 3 TByte RAM und 56 CPU-Kernen komplexe Bilder rendern
  3. Meeting Owl KI-Eule erkennt Teilnehmer in Meetings

VR: Was HTC, Microsoft und Oculus mit Autos zu tun haben
VR
Was HTC, Microsoft und Oculus mit Autos zu tun haben
  1. Zukunft des Autos "Unsere Elektrofahrzeuge sollen typische Porsche sein"
  2. Concept EQA Mercedes elektrifiziert die Kompaktklasse
  3. GLC F-Cell Mercedes stellt SUV mit Brennstoffzelle und Akku vor

  1. Re: Der Preis war schon damals ok

    packansack | 01:56

  2. Re: Nutzen von ECC?

    Mechwarrior | 01:49

  3. Re: Die Atmen App...

    picaschaf | 01:37

  4. Re: Siemens hat eine gute Lösung in Parkhäusern

    Stefann | 01:26

  5. Re: Super Gau

    User_x | 01:24


  1. 19:40

  2. 19:00

  3. 17:32

  4. 17:19

  5. 17:00

  6. 16:26

  7. 15:31

  8. 13:28


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel