Querelen, die USA und Pech bremsten Galileo

Denn das System, dessen Aufbau die EU 1999 beschloss, sollte bereits 2008 einsatzbereit sein. Zwei Jahr zuvor hätten die beiden ersten Satelliten starten sollen. Allerdings konnten sich die EU-Mitglieder lange nicht über die Finanzierung einigen. Erst 2003 fanden sie eine Lösung.

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Das zivile GNSS sollte als öffentlich-private Partnerschaft (Public-private-Partnership, PPP) zwischen Industrie und EU-Kommission dienen. Doch beide Seiten konnten sich nicht verständigen - die beteiligten Unternehmen wollten das Risiko gern auf die öffentliche Hand abwälzen. Die EU-Kommission beschloss daraufhin, das Projekt selbst zu übernehmen.

Die US-Regierung war gegen Galileo

Doch die Probleme waren nicht nur hausgemacht: Über mehrere Jahre versuchte die US-Regierung massiv, den Aufbau eines eigenen europäischen zivilen Navigationssystems zu verhindern. Die Idee eines Systems, das nicht unter der zentralen Kontrolle des Militärs stand, war ihr nicht geheuer. Die Befürchtung war, dass ein möglicher Gegner mit Hilfe der Galileo-Signale Lenkwaffen steuern könnte. Um die EU von ihrem Vorhaben abzubringen, hob die US-Regierung unter Präsident Bill Clinton im Mai 2000 sogar die sogenannte Selective Availability auf. Seither hat das zivile GPS-Signal eine Genauigkeit von 10 bis 15 Metern.

Die Europäer ließen sich davon aber nicht beeindrucken, und so starteten im Oktober 2011 die beiden ersten regulären Satelliten - zuvor waren die Testsatelliten Giove A und Giove B in die Umlaufbahn geschossen worden. Ein Jahr später folgten die nächsten beiden.

Satelliten wurden falsch ausgesetzt

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Doch dann verzögerte eine Pechsträhne das System: Bei Satellit Nummer 4 trat 2014 ein Antennenschaden auf, der den Satelliten unbrauchbar machte. Noch schlimmer kam es bei den Satelliten, die im August 2014 ins All geschossen wurden: Sie wurden falsch ausgesetzt und umkreisen die Erde auf einer elliptischen Bahn. Zwar konnte ihre Bahn leicht verändert werden. Doch ob sie für das Navigationssystem eingesetzt werden können, ist nach wie vor nicht klar.

Ende 2014 standen damit statt sechs nur drei operable Satelliten zur Verfügung. Immerhin: Die nächsten Starts klappten alle reibungslos. Allein in diesem Jahr hat die Esa sechs Satelliten in die Umlaufbahn gebracht: Im Mai hatte sie, um Galileo zu beschleunigen, zwei Satelliten außerplanmäßig gestartet, die vor wenigen Tagen in Betrieb gegangen sind. Am 17. November folgten vier, die regulär geplant waren. Sie sind voraussichtlich im Frühjahr im Einsatz, und mit dann 15 operablen Satelliten lässt sich schon einiges anfangen.

2017 starten die nächsten Satelliten

Der nächste Start ist für August 2017 geplant. Dann wird eine Ariane 5 wieder vier Satelliten in die Umlaufbahn bringen. Die europäische Trägerrakete kann vier Satelliten transportieren; die russische Sojus-Rakete, die die ersten Galileo-Satelliten transportiert hat, schafft nur zwei. Das nächste Viererpack ist für 2018 geplant. Dann fehlen noch vier Satelliten, um die Konstellation zu komplettieren - vorgesehen sind 24 Satelliten im Einsatz sowie zwei Ersatzsatelliten auf jeder Bahn. Bis 2020 sollen sie im All sein.

Galileo ist aber nicht das erste Satellitennavigationssystem. Das am weitesten genutzte ist das US-System, das Global Positioning System (GPS). Hinzu kommen das russische Glonass und das chinesische Beidou. Alle zusammen ermöglichen schon eine recht genaue Navigation. Wozu brauchte Europa dann noch ein eigenes GNSS?

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 Galileo: Europa weiß, wo es langgehtGalileo ist zivil 
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Moe479 19. Dez 2016

das ding ist auch eine technologische übung für alle beteiligten, das dabei nicht alles...

bitlbee 18. Dez 2016

Sehr interessante Einblicke! Danke!

DG-82 17. Dez 2016

Wenn es eine systematische Ungenauigkeit ist, ist es durchaus so korrekt.

GITNE 16. Dez 2016

mit vielen Hintergrundinformationen und einer hinreichenden Zusammenfassung der...



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