Galileo AR ausprobiert: Augmented Reality für lineares Fernsehen

Wie heißt gleich noch der Song und wer spricht da gerade? Galileo AR ist eine App, die lineares Fernsehen per Augmented Reality erweitert. Dann regnet es im Wohnzimmer oder wir spielen live beim Quiz mit.

Ein Bericht von veröffentlicht am
Galileo AR
Galileo AR (Bild: Martin Wolf/Golem.de)

Bisher war Augmented Reality vor allem Geräten wie Google Glass oder Microsofts Hololens vorbehalten. Spätestens mit dem iPhone X ist sie auch auf Smartphones angekommen, was es viel einfacher macht, die echte und die virtuelle Welt für jedermann miteinander zu verschmelzen. Das dachte sich auch ProSieben und hat mit Galileo AR die erste App veröffentlicht, die Fernsehen per Augmented Reality (AR) erweitert. Vom 6. bis zum 11. November 2017 moderiert Aiman Abdallah täglich um 19:05 Uhr eine Sendung mit zwei AR-Beiträgen. Wir haben es vorab in unserem Wohnzimmer regnen lassen.

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Die Anforderungen für Galileo AR sind vergleichsweise niedrig: Nutzer müssen sich die App für Android oder die App für iOS herunterladen, Windows 10 Mobile wird nicht unterstützt. Da weder ARCore noch ARKit verwendet werden, reicht auch ein zwei Jahre altes Smartphone oder Tablet, sofern es einen Dualcore-Chip mit 2 GByte RAM und Android 6.0 hat. Kompatible Apple-Geräte sind das iPhone 6, iPad Air 2, iPad (Mini) 4 oder neuere Modelle.

Augmented Reality via Telemark

ProSieben arbeitet mit Eyecandylab zusammen und verwendet dessen Augmen.tv-Plattform auf Basis einer Telemark genannten Technik: Als Indikator für Augmented Reality wird ein weißer Rahmen um das Fernsehbild gelegt, der von der Gerätekamera erfasst wird. Anschließend erkennt die App nach ein paar analysierten Frames via Fingerprinting, um welchen Betrag es sich handelt, und lädt die entsprechenden Inhalte, die dann Frame-genau abgespielt werden. Das klappt am besten in dunkler Umgebung, die aber in einem Wohnzimmer ohnehin typisch ist. Die Effekte, mit denen Galileo AR das Fernsehbild augmentiert, werden per Unity3D gerendert.

Wie stark ein Beitrag per Augmented Reality angereichert ist, schwankt. Bei allen gibt es jedoch wiederkehrende Ideen: Ein Button in der App blendet ein, wer gerade spricht, und ein zweiter zeigt an, welcher Song im Hintergrund läuft. Nützliche Elemente sind eine Karte, auf der wir sehen, wo sich ein Land oder eine Stadt befinden oder ein virtuelles Rind, bei dem für ein Rezept gekennzeichnet ist, welches Stück für eine Keule verwendet wird.

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Grundsätzlich reichert ProSieben die Galileo-Beiträge, zumindest die Ausschnitte, die wir gesehen haben, mit Effekten oder weiterführenden Informationen an. Beispielsweise regnet es dann im Wohnzimmer oder das Bild erweitert sich über den Fernseher hinaus, etwa bei 4K-UHD- oder 360-Grad-Inhalten. Auch kleine Quiz-Runden oder durch den Raum fliegende Objekte gibt es. Stellenweise kam es uns ein bisschen zu viel vor, allerdings kennen wir nicht alle Folgen für Galileo AR, sondern bisher nur eine Testsendung.

Der Produktionsaufwand pro Beitrag steigt natürlich, zudem fallen die Spielzeiten tendenziell deutlich kürzer aus, da kaum ein Nutzer eine Viertelstunde lang sein Smartphone hochhalten möchte. Uns jedenfalls gefällt die Idee, lineares Fernsehen mit Augmented Reality zu erweitern, ziemlich gut und auch die Umsetzung von Galileo durch ProSieben wirkt durchdacht.

Mittelfristig möchte Eyecandylab die Augmen.tv-Plattform auf ARCore und ARKit aktualisieren, die Arbeiten sind intern schon weit fortgeschritten. Statt aufwendig einzelne Frames auszuwerten, sollen mehr Sensoren und neuronale Netze verwendet werden, da einige Smartphone-SoCs (A11 Fusion, Kirin 970) bereits AI-Hardware integrieren. Zudem seien dann 3D-Objekte im Raum platzierbar, um die der Zuschauer herum laufen kann.

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Bautz 07. Nov 2017

Ok, aber wozu dann AR machen und das Smartphone auf die Glotze richten? Das Würde ja auch...

Bautz 07. Nov 2017

Teletext hat doch durchaus sinnige Anwendungen. Untertitel, Begriffserklärungen...

Dwalinn 06. Nov 2017

Klingt nach X-Ray von Amazon in Kombination mit etwas interaktivem Raten (was wenn ich...

genussge 06. Nov 2017

ProSieben sendet in 4k?



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