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Galaxy Z Flip im Test: Klappen gehört leider zu Samsungs Handwerk

Das Display von Samsungs Galaxy Z Flip ist technisch eindrucksvoll - kaufen würden wir uns das Smartphone trotzdem nicht.
/ Tobias Költzsch
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Stufenlos aufklappbar: das Samsung Galaxy Z Flip (Video) (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Stufenlos aufklappbar: das Samsung Galaxy Z Flip (Video) Bild: Tobias Költzsch/Golem.de

Das Galaxy Z Flip ist Samsungs zweiter Versuch eines Smartphones mit faltbarem Display: Anders als das Galaxy Fold ist das Gerät aber kein zusammenklappbares Tablet, sondern ausgeklappt so groß wie ein herkömmliches Smartphone. Das bedeutet, dass es zusammengeklappt sehr klein ist - im Unterschied zum Galaxy Fold.

Im ersten Hands-on des Galaxy Z Flip erschien uns das Format eines klassischen Klapp-Handys wesentlich sinnvoller als das des Galaxy Fold. Den Alltagstest musste das neue Modell aber noch bestehen - und bei eben jener täglichen Nutzung kommen uns Zweifel. Im Test von Golem.de haben wir herausgefunden: Was 2005 bei einem Handy noch praktisch war, gilt leider nicht für ein Smartphone im Jahr 2020.

  • Im ersten Teil des Tests schauen wir uns an, wie gut sich das Smartphone nutzen lässt. Der Klappmechanismus hört sich praktisch an - im Alltag hatten wir damit aber so unsere Probleme.
  • Im zweiten Teil betrachten wir das Display und den Klappmechanismus genauer. Der Bildschirm soll dank Glasbeschichtung haltbarer als der des Galaxy Fold sein - in der Theorie.
  • Im dritten Teil schauen wir uns die restliche Hardware des Galaxy Z Flip an. Verglichen mit den aktuellen Geräten der Galaxy-S20-Serie finden sich bei Samsungs faltbarem Smartphone noch Überbleibsel der vorigen Generation an Topgeräten.
  • Am Ende gibt es wie gewohnt unser Fazit.

Bereits beim Auspacken fällt uns die gute Verarbeitung des Galaxy Z Flip auf. Zusammengeklappt ist das Smartphone ein Handschmeichler: Die glatte Oberfläche und das kompakte Gehäuse liegen gut in der Hand. Auseinandergeklappt ist das Gerät überraschend verwindungssteif, die Gelenkkonstruktion wirkt sehr stabil. Anders als beim Motorola Razr ist das Scharnier wie beim Galaxy Fold komplett abgeschlossen und dürfte entsprechend deutlich besser vor gröberem Staub geschützt sein.

Unser Testgerät ist schwarz, allerdings reflektieren die Glasoberflächen das Licht in einem bläulichen Ton. Bei Lichteinstrahlung sieht das ziemlich gut aus, das Smartphone ist allerdings ein Staubmagnet. Die Kamera mit zwei Objektiven ragt nur minimal aus dem Gehäuse hervor, ein willkommener Unterschied zum Galaxy S20 Ultra mit seinem gigantischen Kameramodul. Insgesamt gefällt uns die Verarbeitung des Gehäuses außerordentlich gut - seine Probleme hat das Galaxy Z Flip an anderer Stelle, dazu später aber mehr.

Klappen wir das Smartphone auf, blicken wir auf das faltbare 6,7-Zoll-Display.

Das Galaxy Z Flip im Alltag

Aufgeklappt wirkt das Galaxy Z Flip auf den ersten Blick wie ein herkömmliches Smartphone mit auffällig großem Rahmen. Sobald wir uns allerdings in einem ausreichend gut beleuchteten Ort aufhalten, fällt aufgrund der Spiegelungen der Falz in der Mitte des Bildschirms deutlich auf. Das Galaxy Z Flip hat einen geringen Klappradius, weshalb der Knick recht ausgeprägt ist. Auch wenn wir mit dem Finger über den Bildschirm fahren, etwa beim Scrollen, bemerken wir den Falz deutlich. Das angezeigte Bild wird allerdings nicht gestört, wenn man von den kleinen Reflexionen absieht.

Der geringe Klappradius führt im Umkehrschluss dazu, dass das Smartphone zusammengeklappt eine nur ungefähr 1 mm kleine Lücke zwischen den beiden Hälften hat und insgesamt dann lediglich 16,5 mm dick ist. Die Ausmaße betragen im zusammengeklappten Zustand 87,2 x 73,9 mm, womit das Galaxy Z Flip natürlich deutlich kleiner ist als andere Smartphones. Ausgeklappt ist es ungefähr 166 mm lang, also so groß wie ein herkömmliches Smartphone. Diesen Größenunterschied hatten wir vor unserem Test als Vorteil gesehen: Das Smartphone lässt sich platzsparend in der Hosentasche verstauen, bei Benutzung ist es allerdings so groß wie ein herkömmliches Gerät. Nach unserem Alltagstest halten wir das Konzept eines Klapp-Smartphones in der Konstruktion eines Galaxy Z Flip in der heutigen Zeit aber für überholt.

Das ständige Aufklappen nervt uns

Uns hat es bereits nach kürzester Zeit sehr genervt, dass wir das Galaxy Z Flip andauernd aufklappen müssen. Wer wie wir sein Smartphone häufig verwendet, muss das Gerät dementsprechend häufig aufklappen: Nach E-Mails schauen, Textnachrichten überprüfen und beantworten oder etwas nachschlagen - das sind alles Dinge, die wir tagtäglich sehr oft mit unserem Smartphone erledigen. Anders als das Galaxy Fold hat das Galaxy Z Flip nur einen winzigen Bildschirm auf der Außenseite, über den wir die Uhrzeit, den Akkustand und Benachrichtigungen einsehen, nicht aber schnell eine Nachricht beantworten können.

Mit ein bisschen Übung lässt sich das Galaxy Z Flip zwar auch mit einer Hand aufklappen, dafür muss es aber sehr spezifisch in der Hand liegen. Ob wir das Gerät in der Hand balancieren und dann auf diese Weise aufklappen oder es mit beiden Händen aufmachen, es führt bei uns zum gleichen Ergebnis: Wir brauchen länger, als wenn wir ein herkömmliches Smartphone aus der Tasche ziehen und entsperren.

Vor 15 bis 20 Jahren waren Klapp-Handys praktisch, da sie - wie das Galaxy Z Flip unbestreitbar auch - einen Größenvorteil geboten haben. Im Unterschied zu einem Handy von früher verwenden wir aber unser Smartphone im Alltag viel häufiger. Mit einem Smartphone wie dem Galaxy Z Flip telefonieren wir nicht nur und schreiben ab und an eine SMS: Wie jedes moderne Smartphone dient es mehr denn je als Kommunikationszentrale, als Nachschlagewerk, als Wissensspender und auch der Unterhaltung.

Samsung Galaxy Z Flip - Fazit
Samsung Galaxy Z Flip - Fazit (01:16)

Das Herausziehen aus der Hosentasche ist ebenfalls etwas, das uns sofort gestört hat: Zusammengeklappt ist das Galaxy Z Flip klein, und zwar so klein, dass es bis auf den Grund unserer Hosentasche rutscht. Das bedeutet, dass wir unsere Hand komplett in der Tasche versenken müssen, um das Smartphone herauszufummeln. Bei einem herkömmlichen Smartphone können wir das Gerät an der Oberseite greifen und herausziehen. Sicherlich gibt es auch Smartphones wie das Galaxy S20 Ultra, die uns zu groß sind - insgesamt ist das Hosentaschenthema sehr subjektiv. Wer Hosen mit kleinen Taschen trägt, wird sich über die Maße des Galaxy Z Flip freuen.

Klapp-Konzept erscheint uns nicht mehr zeitgemäß

Insgesamt halten wir das Konzept eines Klapp-Smartphones, wie wir es noch aus der Handy-Zeit kennen, heutzutage für überholt. Der Größenvorteil mag für manchen praktisch sein, bei uns hat er allerdings nicht die Nachteile des ständig notwendigen Aufklappens überwogen. Bereits beim Galaxy Fold hat es uns gestört, dass wir das Smartphone für eine vernünftige Nutzung immer aufklappen mussten; beim Galaxy Z Flip geht es uns ebenso.

Von der Verarbeitung her macht das Scharnier des Galaxy Z Flip allerdings einen guten Eindruck.

Galaxy Z Flip hat ein stabiles Scharnier

Das Scharnier ist verhältnismäßig schwer zu bewegen, was das versehentliche Aufklappen des Galaxy Z Flip verhindert. Gleichzeitig lässt es sich aber auch nicht wie ein Star-Trek-Kommunikator durch eine bloße Handbewegung aufklappen. Wir müssen dafür unseren Daumen zwischen die beiden Hälften schieben, was wie bereits beschrieben mitunter sehr fummelig ist.

Das Gelenk erlaubt eine stufenlose Einstellung des Klappwinkels, erst im letzten Viertel der 180-Grad-Bewegung schnellt das Scharnier in die voll aufgeklappte Position. Das ist praktisch, da wir das Galaxy Z Flip beispielsweise während eines Videotelefonates auf den Tisch stellen können. Es gibt bereits einige Apps, die beim Anwinkeln des Bildschirms den Inhalt auf die obere und untere Hälfte aufteilen - etwa Youtube, wobei wir dort keinen nennenswerten Unterschied zur üblichen Zweiteilung auf im Hochkantformat ausgerichteten Bildschirmen sehen. Bei der Kameranutzung können wir das Smartphone ebenfalls auf diese Weise abstellen - dazu später mehr.

Anders als beim Motorola Razr ist das Gelenk des Galaxy Z Flip gut gegen gröbere Schmutzpartikel geschützt. Der Mechanismus ist auf der Außenseite komplett durch Schutzblenden abgeschirmt, das Smartphone hat zudem auf der Bildschirmseite die gleichen Schutznasen wie das Galaxy Fold. Diese sollen das Eindringen von Staub über die Display-Ränder verhindern, die im Gelenkbereich ohne die Nasen offenliegen würden. Das Display ist abgesehen vom Gelenkbereich ansonsten durch einen breiten Rahmen abgedeckt.

Den Staubschutz würden wir nicht herausfordern

Diese Maßnahmen sollten wie bei der zweiten Auflage des Galaxy Fold einen ausreichenden Schutz vor Schmutz bieten. Wir würden das Galaxy Z Flip aber dennoch am Strand eher sicher verstaut in einer Tasche lassen oder lieber gar nicht erst mitnehmen: Grobe und harte Partikel wie Sand dürften der Gelenkabdeckung auf der Außenseite nicht guttun. Außerdem würden wir uns um das Display sorgen.

Der Bildschirm des Galaxy Z Flip ist mit einer Glasschicht bezogen, die das Display vor Kratzern schützen soll. Anders als die Bildschirmoberfläche des Galaxy Fold fühlt sich die des Galaxy Z Flip tatsächlich weniger nach Kunststoff an; nach unserem Alltagstest können wir auch keine kleinen Kratzer entdecken, etwa vom Drüberwischen mit unseren Fingern. Widerstandsfähig ist das Display allerdings bei Weitem nicht.

In der unteren rechten Ecke haben wir - wahrscheinlich beim Aufklappen - Spuren hinterlassen: Möglicherweise unser Daumennagel hat zwei sichtbare Dellen ins Display-Panel gedrückt, die nicht mehr verschwinden. Samsung warnt auf der Verpackung des Galaxy Z Flip davor, das Display spitzen Gegenständen auszusetzen; um das Panel wirklich vor Dellen zu schützen, muss das Smartphone allerdings wie ein rohes Ei gehandhabt werden.

Wenn selbst der leichte Druck eines Fingernagels für dauerhafte Beschädigungen sorgt, halten wir die flexible Display-Technologie für noch nicht ausgereift. Im Alltag können immer mal wieder Dinge auf den Bildschirm einwirken. Dies würde auch beim Galaxy Z Flip zu einer möglicherweise starken Beschädigung führen.

Gutes Display mit kräftigen Farben

Von der Bilddarstellung her gefällt uns das 6,7 Zoll große Display des Galaxy Z Flip gut: Die Schärfe ist mit einer Auflösung von 2.636 x 1.080 Pixeln gut, die Farben sind kräftig. Wem die stark gesättigten Farben im Auslieferungszustand nicht gefallen, kann eine etwas unauffälligere Einstellung wählen. Die Blickwinkelstabilität ist auch beim Galaxy Z Flip sehr gut, wie von Samsungs Top-Smartphones gewohnt. Das Display unterstützt HDR-Wiedergabe, einen 90- oder gar 120-Hz-Modus hat es allerdings nicht.

Insgesamt macht der Klappmechanismus auf uns einen sehr hochwertigen Eindruck. Gut finden wir, dass wir den Aufstellwinkel in einem großen Bereich frei wählen können und das Smartphone in dieser Position stabil bleibt. Das Display ist von der Wiedergabe sehr gut, wir halten die flexible Bildschirmtechnologie aber noch für zu unausgereift, um sie sinnvoll im Alltag einzusetzen.

Das Galaxy Z Flip müssen wir wie schon das Galaxy Fold weitaus vorsichtiger behandeln als ein herkömmliches Smartphone. Die Gefahr, das Panel aus Versehen und ohne viel Kraft zu beschädigen, ist unserer Meinung nach hoch: Es reicht ein Fingernagel, um bleibende Spuren zu hinterlassen. Angesichts des Preises für das Gerät halten wir eine derartig hohe Gefahr der Beschädigung für nicht hinnehmbar. In der alltäglichen Nutzung würde uns der ständige Gedanke, das Smartphone möglicherweise zu beschädigen, stören.

Neben Scharnier und faltbarem Display hat das Galaxy Z Flip noch reichlich weitere Hardware-Komponenten. Bei der Kamera setzt Samsung auf ein Dualsystem.

Kamera-Ausstattung der vorigen Generation

Auf der Rückseite - beziehungsweise im zusammengeklappten Zustand auf der Vorderseite - ist eine Dualkamera eingebaut. Diese besteht aus zwei 12-Megapixel-Kameras, wovon eine ein Weitwinkelobjektiv eingebaut hat, die andere ein Superweitwinkelobjektiv. Ein Teleobjektiv hat das Galaxy Z Flip nicht. Die Aufteilung erinnert an die des Galaxy S10e.

Wie bei seinen neuen Kameras verwendet Samsung keine dualen Blenden mehr: Die Hauptkamera hat eine Anfangsblende von f/1.8, das Superweitwinkelobjektiv kommt mit f/2.2. Die Bildqualität erinnert uns an die älterer Samsung-Smartphones, zum Beispiel die des Galaxy Note 9. An neuere Modelle wie das Galaxy S20 Ultra kommt sie nicht heran, geschweige denn an unsere aktuellen Spitzenreiter, das Xiaomi Mi 10 Pro und das Huawei P40 Pro . Das betrifft besonders die Detailschärfe, die bei modernen Smartphones mit hochauflösenden Sensoren schlichtweg besser ist.

Videos lassen sich mit dem Galaxy Z Flip in maximal 4K-Auflösung bei 60 fps aufnehmen. Klappen wir das Smartphone bei aktivierter Kamera-App leicht zusammen, rutscht das komplette Sucherbild in die obere Bildschirmhälfte, die Bedienelemente finden sich in der unteren Hälfte. Auf diese Weise können wir das Smartphone irgendwo abstellen, um zum Beispiel eine wackelfreie Aufnahme bei schlechtem Licht zu machen oder ein zeitgezündetes Gruppenbild mit dem eingebauten Timer.

Frontkamera in Display-Loch

Die Frontkamera hat 10 Megapixel, sie sitzt in einer kreisrunden Ausstanzung am oberen Display-Rand. Selbstporträts lassen sich mit dem Galaxy Z Flip auch mit der Hauptkamera machen, wenn das Smartphone zugeklappt ist: Dann dient der kleine Frontbildschirm als Ersatzsucher, auf dem wir allerdings nur einen Teil des eigentlichen Sucherbildes erkennen können. Die Aufnahme ist entsprechend ein Stück weit Raterei.

Alles in allem hat das Galaxy Z Flip eine gute Kamera, die von der Qualität aber der vergangenen Top-Smartphone-Generation entspricht. Weder Aufnahmen mit optischem Teleobjektiv sind möglich noch sehr hochauflösende Bilder, um im Nachhinein beispielsweise bestimmte Details auszuschneiden.

Im Inneren des Smartphones steckt Qualcomms Snapdragon 855+ , ein Achtkernprozessor mit einer maximalen Taktrate von 2,9 GHz. Der Arbeitsspeicher ist 8 GByte groß, der eingebaute Flash-Speicher 256 GByte. Mit diesem Speicher müssen Käufer des Gerätes auskommen, einen Steckplatz für Speicherkarten hat das Smartphone nicht. Das Galaxy Z Flip unterstützt LTE, 5G hingegen nicht. Für Nutzer in Deutschland dürfte dies zumindest im Moment noch zu verkraften sein.

Käufer des Galaxy Z Flip können eine SIM-Karte in das Smartphone stecken und einen zweiten Vertrag über die eingebaute eSIM verwenden. Alternativ lässt sich das Gerät natürlich auch komplett nur mit einer eSIM verwenden, sofern der jeweilige Netzanbieter dies anbietet.

Fingerabdrucksensor an ungünstiger Stelle

Den schnell reagierenden Fingerabdrucksensor hat Samsung in den Einschalter am rechten Rand verbaut - also auf die gleiche Weise wie beim Galaxy S10e. Diese Position halten wir bei Smartphones generell für sehr praktisch, beim Galaxy Z Flip ist aber alles etwas anders: Klappen wir das Smartphone auf, haben wir den unteren Teil des Gerätes für gewöhnlich in der rechten Hand, mit der linken Hand klappen wir den oberen Teil nach oben. Alternativ halten wir den unteren Teil fest und schieben unseren Daumen zwischen die beiden Hälften des Telefons.

In beiden Fällen ist unser Daumen nach dem Aufklappen weit entfernt vom Einschalter mit dem Fingerabdrucksensor, den Samsung an den rechten Rand der oberen Hälfte verbaut hat. Um ihn zu verwenden, müssen wir in jedem Fall die Position des Galaxy Z Flip in der Hand nach dem Aufklappen noch einmal verändern, was noch mehr Zeitaufwand bedeutet, bis wir das Gerät endlich verwenden können.

Wäre der Sensor in der unteren Hälfte seitlich verbaut, ginge das Entsperren mit dem Finger wesentlich leichter. Wer das Galaxy Z Flip bequem auf biometrischem Wege entsperren will, wird wahrscheinlich eher auf die Gesichtsentsperrung zugreifen; diese verwendet allerdings keine IR-Tiefenmessung und ist entsprechend weniger sicher.

Das Galaxy Z Flip hat einen zweigeteilten Akku mit einer Gesamtnennladung von 3.330 mAh. Er kann mit 15 Watt schnellgeladen werden, was verglichen mit anderen Smartphones im gleichen Preissegment langsam ist. Einen Full-HD-Film können wir bei voller Helligkeit 11 Stunden lang anschauen - ein guter Wert.

Etwas dünn klingende Lautsprecher

Das Galaxy Z Flip hat einen Lautsprecher am unteren Rand, der nur geringe Bässe wiedergeben kann. Insgesamt ist der Klang des Smartphones angesichts des Preises eher enttäuschend - für den Sound zahlen Käufer definitiv nicht. Einen Klinkenanschluss für Kopfhörer hat das Gerät nicht. Ausgeliefert wird das Smartphone mit Android 10 und Samsungs Benutzeroberfläche One UI in der Version 2.1.

Verfügbarkeit und Fazit

Das Galaxy Z Flip kostet aktuell bei Samsung 1.480 Euro. Im Online-Handel ist das Smartphone momentan für um die 1.240 Euro erhältlich.

Fazit

Das Galaxy Z Flip ist von der Display-Technologie her gesehen ein bemerkenswertes Smartphone. Das faltbare Display ist scharf und hat gute Farben, der Scharniermechanismus fühlt sich hochwertig an. Auch das Format finden wir an sich besser als das des Galaxy Fold, dessen Tablet-Größe im ausgeklappten Zustand für uns in den meisten Fällen unnötig ist.

Allerdings kann uns auch das Galaxy Z Flip nach anfänglichem Interesse nicht davon überzeugen, dass wir ein Smartphone mit faltbarem Display brauchen. Im Alltag nervt uns auch beim neuen Modell der Umstand, dass wir es immer aufklappen müssen. Wir verwenden unser Smartphone über den Tag hinweg einfach zu oft, als dass wir es jedes Mal umständlich aufklappen müssen.

Aufgrund des festen Scharniers ist es notwendig, das Galaxy Z Flip mit beiden Händen zu öffnen oder den Daumen zwischen die beiden Hälften zu schieben. Beide Methoden erfordern mehr Zeit als das Handling eines herkömmlichen Smartphones. Noch nerviger finden wir es, wenn wir das Gerät in der Hosentasche tragen und es erst umständlich herausfummeln müssen.

Zu Hause würden wir wohl irgendwann dazu übergehen, das Smartphone aus Bequemlichkeit nicht mehr zuzuklappen. Das ist angesichts des empfindlichen Bildschirms aber durchaus risikoreich: Selbst leichter Druck mit einem stumpfen Gegenstand reicht aus, um dauerhaft eine Delle in das Panel zu drücken.

Das ist auf dem aktuellen Stand der Technik wohl nicht anders möglich, für uns ist es aber das finale Ausschlusskriterium bei den Überlegungen zum Kauf des Galaxy Z Flip. Für einen Gegenstand, den wir tagtäglich sehr häufig verwenden, ist uns das Smartphone zu empfindlich und zu unpraktisch. Auch beim Galaxy Fold hatten wir Bedenken bei der Widerstandsfähigkeit des Bildschirms - die neue Glasbeschichtung beim Galaxy Z Flip hat daran für uns nichts geändert. Dass der Bildschirm nach mehreren Jahren noch so gut aussieht wie ein durch Gorilla Glass geschütztes Display, können wir uns nicht vorstellen.

Technisch gesehen ist das Galaxy Z Flip gut ausgestattet, den hohen Preis zahlen Käufer aber für das Display - und nicht die restliche Hardware. Vom SoC und der Kamera her entspricht das Smartphone einem Topgerät der vorigen Generation, was für den Alltag natürlich immer noch ausreicht, vom Preis her aber nicht konkurrenzfähig ist.

Insgesamt müssen wir feststellen, dass sich für uns das Konzept eines zusammenklappbaren Handys im Alltag nicht auf die Smartphone-Ära übertragen lässt. Wir haben uns schlichtweg daran gewöhnt, ein Smartphone direkt verwenden zu können, wenn wir es aus der Tasche gezogen haben. Sicherlich wird es Menschen geben, die nicht so oft zu ihrem Smartphone greifen und das kleine Format des Galaxy Z Flip daher schätzen, ohne vom ständigen Aufklappen genervt zu sein. Auf das fragile Display müssen aber auch diese Nutzer aufpassen. Für 1.250 Euro sind uns das zu viele Wenns und Abers.


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