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Galaxy S7 und S7 Edge im Hands on: Neue Galaxys haben Speicher-Slot und schnellere Kamera

MWC 2016
Samsungs neue Smartphones Galaxy S7 und Galaxy S7 Edge setzen die Designlinie der Vorgänger fort, bieten aber technisch einiges Neues: Die beiden Geräte haben eine Heatpipe für den Exynos-Prozessor, eine neu entwickelte, blitzschnelle Kamera – und den schmerzlich vermissten Speicher-Slot.
/ Tobias Költzsch
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Samsungs neue Smartphones: Links das Galaxy S7 Edge, rechts das Galaxy S7 (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
Samsungs neue Smartphones: Links das Galaxy S7 Edge, rechts das Galaxy S7 Bild: Martin Wolf/Golem.de

Samsung hat auf dem Mobile World Congress (MWC) 2016 seine beiden neuen Android-Top-Smartphones Galaxy S7 und Galaxy S7 Edge vorgestellt. Wie bei den entsprechenden Vorgängern hat das Galaxy S7 normal geformte Display-Ränder, das Edge-Modell hingegen wieder abgerundete Kanten.

Samsung Galaxy S7 Edge Hands on
Samsung Galaxy S7 Edge Hands on (02:12)

Das Galaxy S7 hat einen 5,1 Zoll großen OLED-Bildschirm, der des Galaxy S7 Edge ist 5,5 Zoll groß. Damit liegt er zwischen dem des Galaxy S6 Edge und dem des Galaxy S6 Edge+. Ein 5.1 Zoll großes Edge-Modell gibt es mit den neuen Geräten nicht mehr. Beide Displays haben eine Auflösung von 2.560 x 1.440 Pixeln.

Beide neuen Smartphones teilen sich bis auf die Display-Größe und -Ränder die technischen Daten: Sie enthalten Samsungs neues SoC Exynos 8890 , dessen Taktrate Samsung uns nicht verraten hat. Der Prozessor wird mit einer Heatpipe gekühlt und soll dementsprechend auch bei stärkerer Belastung der Kerne nicht zu heiß werden. In unserem kurzen Test konnten wir die Leistungsfähigkeit des Prozessors nicht ausreizen, die Benutzeroberfläche lief allerdings stets ruckelfrei, Apps starteten ohne Verzögerung.

Nur 32 GByte Speicher für Europa

Dies dürfte auch an der Größe des Arbeitsspeichers liegen: Er ist 4 GByte groß, der interne Flashspeicher 32 GByte. Nur außerhalb Europas wird es auch eine 64-GByte-Variante geben. Auf dem nichteuropäischen Markt werden die beiden Smartphones teilweise auch eine andere Prozessorausstattung haben – wahrscheinlich Qualcomms Snapdragon 820.

Anders als bei den Galaxy-S6-Modellen des Vorjahres haben sowohl das Galaxy S7 als auch das Galaxy S7 Edge jeweils einen Steckplatz für Micro-SD-Karten. Damit hat Samsung einen der größten Kritikpunkte der vorigen Geräte beseitigt. Wieder mit eingebaut sind der Pulsmesser auf der Rückseite sowie der Fingerabdrucksensor im Home-Button.

12-Megapixel-Kamera mit schnellem Autofokus

Die um kaum merkbare 0,46 mm aus dem Gehäuse ragende Kamera der beiden neuen Smartphones hat Samsung neu gestaltet: Anstelle weiter auf eine hohe Megapixel-Zahl zu setzen, hat der Hersteller diese auf 12 Megapixel reduziert. Dafür sind die Pixel jetzt mit 1,4 µm größer als vorher und sollen zusammen mit der auf f/1.7 gesenkten Anfangsblende bessere Aufnahmen in schummrigen Umgebungen ermöglichen.

Dies gelingt Samsung mit beiden Galaxy-S7-Geräten unseren ersten Tests zufolge gut: Bereits im Vorschaubild ist verglichen mit dem Galaxy S6 und dem iPhone 6S Plus merklich weniger Bildrauschen erkennbar. Die aufgenommenen Fotos zeigen auch in dunkleren Bereichen keine nennenswerten Artefakte. Die Schärfe und der Detailgrad sind unserem ersten Eindruck zufolge gut; die Reduzierung der Megapixelanzahl scheint der Qualität der Bilder nicht geschadet zu haben. Genaueres wird aber erst ein detaillierter Fototest zeigen.

Scharf, während andere Smartphones noch fokussieren

Bemerkenswert ist die Fokussiergeschwindigkeit der beiden neuen Galaxy-S7-Modelle: Die Anzahl der Messfelder des Phasenvergleich-Autofokus wurde erhöht, was zu deutlich schnellerem Scharfstellen führt. Halten wir ein Objekt direkt vor die Kamera eines der Geräte, wird sofort darauf fokussiert; nehmen wir das Objekt wieder weg, ist der Hintergrund praktisch sofort wieder scharf. Dabei werden laut Samsung 100 Prozent der Pixel auf dem Kamerachip für den Autofokus verwendet. Die Kameras der Galaxy-S6-Geräte wirken im Vergleich geradezu träge, auch ein iPhone 6S Plus macht hier in der direkten Gegenüberstellung eine weitaus schlechtere Figur.

Ausgeliefert werden das Galaxy S7 und das Galaxy S7 Edge mit Android 6.0, auf dem Samsungs eigene Benutzeroberfläche läuft. Diese hat sich im Aussehen und in der Bedienung nicht nennenswert verändert. Mit dem Game Launcher ist jedoch eine neue Funktion hinzugekommen: Hier werden nicht nur automatisch neu installierte Spiele angezeigt, es stehen auch einige Hard- und Software-Optionen zur Verfügung.

Reduzierung der Bildwiederholungsfrequenz und der Auflösung möglich

So lassen sich die Framerate und die Auflösung in zwei Stufen reduzieren, was Samsung zufolge die Akkulaufzeit verlängern soll. Die Idee dahinter ist, dass Nutzer etwa für Puzzlespiele nicht die volle Auflösung und 60 fps benötigen, sondern auch mit 30 fps und einer niedrigeren Auflösung auskommen können. Zusätzlich können für ungestörtes Spielen sämtliche Benachrichtigungen ausgeschaltet werden.

Mit einer weiteren Funktion namens Game Tools kann über das Spiel ein Set an Werkzeugen als kleine verschiebbare Blase auf dem Bildschirm eingeblendet werden. Hier lassen sich unter anderem Screenshots oder Bildschirmvideos anfertigen oder das Spiel minimieren. Dann läuft es in Echtzeit weiter, während andere Dinge auf dem Smartphone erledigt werden können. Das soll etwa bei Echtzeit-Strategiespielen praktisch sein, wenn es darum geht, auf die Fertigstellung einer Aktion zu warten. Ob diese Funktionen in der Realität wirklich praktisch sind, ist Geschmackssache – Samsung hat sich auf jeden Fall Gedanken gemacht.

Eine weitere Neuerung der beiden Smartphones ist ein Always-On-Screen, der auch dann Informationen liefert, wenn sich die Geräte im Standby-Zustand befinden. Dargestellt werden können die Uhrzeit oder der Kalender sowie ein wählbares Bild. Vor Samsung hatten unter anderem Nokia und Motorola bereits derartige Standby-Funktionen bei ihren Smartphones implementiert.

Edge UX mit Informationen für den Rand

Beim Galaxy S7 Edge steht dem Nutzer mit Edge UX wieder ein spezieller Bedienmodus für den abgerundeten Rand zur Verfügung. Mit einem Wisch lassen sich favorisierte Kontakte, Apps und Aktionen sowie Randanzeigen von Drittanbietern anzeigen – unter anderem das Wetter, Finanz- und Sportnachrichten. Die Bedienung unterscheidet sich nicht von der beim Galaxy S6 Edge und Galaxy S6 Edge+.

Das Galaxy S7 und das Galaxy S7 Edge unterstützen Cat9-LTE und WLAN nach 802.11ac. Der fest eingebaute und daher wieder nicht ohne weiteres wechselbare Akku hat beim Galaxy S7 eine Nennladung von 3.000 mAh, beim Galaxy S7 Edge 3.600 mAh. Zur Laufzeit machte Samsung keine Angaben. Geladen werden die Smartphones über einen herkömmlichen Micro-USB-Stecker, beide Geräte sind schnellladefähig. Die Gehäuse sind nach IP68 gegen Staub und Wasser geschützt – anders als die beiden Vorgänger.

Fazit

Samsung neue Smartphones machen auf uns einen sehr guten Eindruck. Samsung hat zum einen zwei Kritikpunkte der Galaxy-S6-Modelle beseitigt: der fehlende Speicherkartensteckplatz und der fehlende Schutz vor Wasser und Staub. Zum anderen hat Samsung beim Galaxy S7 und Galaxy S7 Edge auch bei der Hardware einiges verbessert und erneuert.

Beide Smartphones haben Samsungs neuen Exynos-8890-Chip, dessen Leistung vergleichbar mit der des Snapdragon 820 sein soll. Die restliche Hardware-Ausstattung liegt ebenfalls im absoluten Top-Bereich und lässt nichts zu wünschen übrig. Lediglich die Beschränkung auf nur eine Version mit 32 GByte Speicher für Europa können wir nicht nachvollziehen.

Auf den ersten Blick hat auch Samsungs Neugestaltung der Kamera nur Positives: Die Fotos sehen qualitativ gut aus und bieten einen größeren Spielraum in weniger gut beleuchteten Situationen. Beeindruckend finden wir die Geschwindigkeit des Autofokus.

Bei der Software setzt Samsung auf die aktuelle Android-Version und seine gewohnte Benutzeroberfläche. Die Möglichkeit, die Auflösung und die Bildwiederholfrequenz verringern zu können, finden wir interessant – ob Nutzer diese Funktion häufig nutzen werden, ist für uns aber fraglich.

Insgesamt sind Samsung mit dem Galaxy S7 und dem Galaxy S7 Edge zwei interessante Top-Smartphones gelungen, die über Alleinstellungsmerkmale verfügen. Die Geräte sind ab dem 22. Februar 2016 vorbestellbar, erhältlich sollen sie ab dem 11. März 2016 sein. Der Preis des Galaxy S7 liegt bei 700 Euro, der des Galaxy S7 Edge bei 800 Euro. Wer eines der beiden Neuvorstellungen vorbestellt, erhält von Samsung ein Gear VR kostenlos dazu.


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