Das Xiaomi 12X und das Galaxy S22Bild:
Tobias Költzsch/Golem.de
Bei kompakteren Top-Smartphones gab es in den vergangenen Jahren nicht mehr sonderlich viel Auswahl. Neben Sony mit seiner Compact-Serie boten vor allem Google das Pixel 5 und Asus das Zenfone 8 an – ansonsten sind Oberklasse-Smartphones meist deutlich über 6 Zoll groß.
Samsung und Xiaomi haben jüngst im Rahmen ihrer neuen Smartphone-Serien jeweils ein Modell veröffentlicht, das kleiner als die Geräte der aktuellen Marktteilnehmer ist und dennoch eine hochwertige Ausstattung hat: Samsung das Galaxy S22 und Xiaomi das 12X . Im Test lassen wir die beiden Modelle gegeneinander antreten und stellen fest, dass das Xiaomi 12X zwar deutlich günstiger ist, aber gegenüber dem Galaxy S22 auch Schwächen hat.
Das Galaxy S22 hat einen 6,1 Zoll großen Bildschirm, der des Xiaomi 12X ist mit 6,28 Zoll etwas größer. Der Größenunterschied zeigt sich vor allem in der Länge: Das 12X misst 152,7 x 69,9 x 8,16 mm, das Galaxy S22 kommt auf 146 x 70,6 x 7,6 mm – das Xiaomi-Gerät ist also fast 7 mm länger. Beide Smartphones haben Full-HD-Auflösung, Bildraten bis 120 Hz und unterstützen HDR. Beim Galaxy S22 kann die Bildrate bis 10 Hz automatisch heruntergeregelt werden.
Gute Displays mit 120 Hz
Beide Displays machen auf uns einen sehr guten Eindruck: Die Schärfe stimmt, die Bildschirme sind blickwinkelstabil. In der Grundeinstellung gefallen uns die Farben beim Xiaomi 12X besser, da das Galaxy S22 wie bei Samsung üblich eine für unseren Geschmack übertriebene Farbsättigung aufweist. In den Einstellungen können wir die Farbwiedergabe bei beiden Smartphones konfigurieren und die Farbsättigung des Galaxy S22 realistischer einstellen.
Bild 1/43: Das Richard-Wagner-Denkmal im Berliner Tiergarten, aufgenommen mit dem Galaxy S22 ...
Bild 2/43: ... und mit dem Xiaomi 12X. In der Belichtung gibt es kaum Unterschiede, der Himmel wirkt beim Xiaomi-Smartphone etwas realistischer. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Bild 3/43: Das gleiche Motiv mit der Superweitwinkelkamera des Galaxy S22 ...
Bild 4/43: ... und des Xiaomi 12X aufgenommen. Auch hier gibt es kaum Unterschiede. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Bild 5/43: Die Telekamera des Galaxy S22 hat eine dreifache Vergrößerung, ...
Bild 6/43: ... die des Xiaomi 12X nur eine zweifache. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Bild 7/43: Schatten belichtet das Galaxy S22 sehr gut, die Farbsättigung ist allerdings manchmal etwas zu stark. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Bild 8/43: Beim Xiaomi 12X reißen helle Stellen eher mal aus, dafür wirken die Farben wesentlich realistischer. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Bild 9/43: Die hellen Stellen auf den Narzissen sind beim Galaxy S22 besser belichtet ...
Bild 10/43: ... als beim Xiaomi 12X. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Bild 11/43: Die Luiseninsel, aufgenommen mit dem Galaxy S22 (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Bild 12/43: Das gleiche Motiv, aufgenommen mit dem Xiaomi 12X (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Bild 13/43: Die Luiseninsel, aufgenommen mit dem Superweitwinkelobjektiv des Galaxy S22 (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Bild 14/43: Die Luiseninsel, aufgenommen mit dem Superweitwinkelobjektiv des Xiaomi 12X (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Bild 15/43: Das Galaxy S22 hat neben der Hauptkamera auch eine ...
Bild 17/43: Über die dreifache Vergrößerung können wir auch digital vergrößern, ...
Bild 18/43: ... was selbst bei 20-facher ...
Bild 19/43: ... und 30-facher Vergrößerung noch brauchbare Ergebnisse liefert. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Bild 20/43: Beim Xiaomi 12X steht neben der Hauptkamera ebenfalls eine Telekamera zur Verfügung. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Bild 21/43: Der digitale Zoom geht allerdings nur bis zu zehnfacher Vergrößerung, die qualitativ wesentlich schlechter als beim Galaxy S22 ist. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Bild 23/43: Auch düstere Ecken werden gut ausgeleuchtet. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Bild 24/43: Szenen mit dunklen und hellen Stellen werden ausgeglichen belichtet. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Bild 25/43: Der Nachmodus kann auch mit der Superweitwinkelkamera ...
Bild 26/43: ... und der Telekamera verwendet werden. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Bild 27/43: Auch das Xiaomi 12X hat einen guten Nachtmodus. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Bild 28/43: Verglichen mit den Aufnahmen des Galaxy S22 gibt es in puncto Bilddynamik kaum Unterschiede. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Bild 29/43: In manchen Situationen wirken die Bilder aber dunkler. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Bild 30/43: Außerdem funktioniert der Nachtmodus nicht gut mit dem Superweitwinkelobjektiv. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Bild 31/43: Das Teleobjektiv lässt sich beim Xiaomi 12X auch mit dem Nachtmodus verwenden. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Bild 32/43: Links das Xiaomi 12X, rechts das Galaxy S22 (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Bild 33/43: Das Xiaomi 12X ist etwas länger als das Galaxy S22. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Bild 34/43: Bei beiden Smartphones sind die Frontkameras in einem Loch im Display verbaut. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Bild 35/43: Beide Modelle haben eine matte Rückseite, die des Xiaomi 12X schimmert im Licht. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Bild 36/43: Die Verarbeitung ist bei beiden Smartphones sehr hochwertig. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Bild 37/43: Sowohl das Galaxy S22 als auch das Xiaomi 12X haben eine Dreifachkamera. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Bild 38/43: Das Kameramodul des Xiaomi 12X (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Bild 39/43: Das Kameramodul des Galaxy S22 (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Bild 40/43: Xiaomi hat die Displayränder beim 12X abgerundet. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Bild 41/43: Das Galaxy S22 hat keine abgerundeten Displayränder. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Bild 42/43: Die Unterseite des Galaxy S22 (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Bild 43/43: Die Unterseite des Xiaomi 12X (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Bei beiden Smartphones ist die Frontkamera in einem Loch im Display eingebaut. Die vordere Kamera des Galaxy S22 hat 10 Megapixel, die des Xiaomi 12X 32 Megapixel. Im direkten Vergleich zeigt sich, dass die höhere Auflösung nicht zwingend für bessere Bilder sorgt: Das Galaxy S22 macht wesentlich ausgeglichener belichtete Selbstporträts als das Xiaomi 12X. Die Hintergrundunschärfe gefällt uns bei beiden gut, die Randerkennung ist bei Samsung allerdings besser.
Auf der Rückseite haben beide Smartphones eine Dreifachkamera mit Hauptkamera, Superweitwinkelkamera und Telekamera. Beim Galaxy S22 kommt eine Hauptkamera mit 50 Megapixeln und optischem Bildstabilisator (OIS) zum Einsatz, die Superweitwinkelkamera hat 12 Megapixel. Die Telekamera verwendet einen 10-Megapixel-Sensor und bietet eine dreifache Vergrößerung. Das Xiaomi 12X hat eine ähnliche Kameraausstattung.
Die Hauptkamera des 12X hat 50 Megapixel, die Superweitwinkelkamera kommt auf 13 Megapixel. Die Telekamera verwendet einen 8-Megapixel-Sensor und bietet eine Zweifachvergrößerung. Beim Hauptsensor verwendet Xiaomi Sonys IMX707, Samsung setzt auf den selbst entwickelten Isocell GN3 – beides sind 1/1.56-Zoll-Sensoren.
Gute Kameras mit Vorteilen bei Samsung in der Nacht
Bei Tageslichtaufnahmen zeigen sich bei den Hauptkameras der beiden Smartphones von der Schärfe her kaum Unterschiede. Der Sensor im 12X sorgt unter starker Vergrößerung für etwas schärfere Konturen, die unter normaler Betrachtung aber kaum ins Gewicht fallen. In Belichtungssituationen mit sehr starken Dynamikunterschieden belichtet das Galaxy S22 in einigen Fällen Schatten besser, helle Stellen reißen weniger aus.
Die Farben gefallen uns beim Xiaomi 12X oftmals etwas besser als beim Galaxy S22. Das Samsung-Smartphone hat wie frühere Geräte des südkoreanischen Herstellers die Tendenz, auch bei den Fotos Farben zu stark gesättigt darzustellen – wie beim Display. Zusammen mit einem manchmal etwas zu übereifrigen HDR-Modus führt das mitunter zu etwas unrealistisch wirkenden Bildern. Beim Xiaomi 12X wirkt blauer Himmel fast durchweg echter als beim Galaxy S22.
Die Unterschiede bei den Farben zeigen sich auch bei den Superweitwinkelkameras der beiden Smartphones. Die Schärfe ist ebenfalls sehr ähnlich, vom Blickwinkel her können wir keinen nennenswerten Unterschied erkennen. Seine Stärken spielt das Galaxy S22 vor allem dann aus, wenn wir das Teleobjektiv verwenden.
Galaxy S22 hat klare Vorteile bei den Teleaufnahmen
Mit seiner dreifachen Vergrößerung holt das Teleobjektiv des Galaxy S22 Objekte näher heran als das Xiaomi 12X, die Bilder sind zudem merklich schärfer. Vor allem in HDR-Situationen würden wir uns aber auch hier beim Galaxy S22 etwas weniger übertriebene Farben wünschen. Der Schärfeunterschied wird allerdings dramatisch, wenn wir über die eigentliche Vergrößerung der beiden Teleobjektive hinausgehen.
Bild 1/43: Das Richard-Wagner-Denkmal im Berliner Tiergarten, aufgenommen mit dem Galaxy S22 ...
Bild 2/43: ... und mit dem Xiaomi 12X. In der Belichtung gibt es kaum Unterschiede, der Himmel wirkt beim Xiaomi-Smartphone etwas realistischer. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Bild 3/43: Das gleiche Motiv mit der Superweitwinkelkamera des Galaxy S22 ...
Bild 4/43: ... und des Xiaomi 12X aufgenommen. Auch hier gibt es kaum Unterschiede. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Bild 5/43: Die Telekamera des Galaxy S22 hat eine dreifache Vergrößerung, ...
Bild 6/43: ... die des Xiaomi 12X nur eine zweifache. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Bild 7/43: Schatten belichtet das Galaxy S22 sehr gut, die Farbsättigung ist allerdings manchmal etwas zu stark. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Bild 8/43: Beim Xiaomi 12X reißen helle Stellen eher mal aus, dafür wirken die Farben wesentlich realistischer. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Bild 9/43: Die hellen Stellen auf den Narzissen sind beim Galaxy S22 besser belichtet ...
Bild 10/43: ... als beim Xiaomi 12X. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Bild 11/43: Die Luiseninsel, aufgenommen mit dem Galaxy S22 (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Bild 12/43: Das gleiche Motiv, aufgenommen mit dem Xiaomi 12X (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Bild 13/43: Die Luiseninsel, aufgenommen mit dem Superweitwinkelobjektiv des Galaxy S22 (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Bild 14/43: Die Luiseninsel, aufgenommen mit dem Superweitwinkelobjektiv des Xiaomi 12X (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Bild 15/43: Das Galaxy S22 hat neben der Hauptkamera auch eine ...
Bild 17/43: Über die dreifache Vergrößerung können wir auch digital vergrößern, ...
Bild 18/43: ... was selbst bei 20-facher ...
Bild 19/43: ... und 30-facher Vergrößerung noch brauchbare Ergebnisse liefert. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Bild 20/43: Beim Xiaomi 12X steht neben der Hauptkamera ebenfalls eine Telekamera zur Verfügung. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Bild 21/43: Der digitale Zoom geht allerdings nur bis zu zehnfacher Vergrößerung, die qualitativ wesentlich schlechter als beim Galaxy S22 ist. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Bild 23/43: Auch düstere Ecken werden gut ausgeleuchtet. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Bild 24/43: Szenen mit dunklen und hellen Stellen werden ausgeglichen belichtet. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Bild 25/43: Der Nachmodus kann auch mit der Superweitwinkelkamera ...
Bild 26/43: ... und der Telekamera verwendet werden. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Bild 27/43: Auch das Xiaomi 12X hat einen guten Nachtmodus. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Bild 28/43: Verglichen mit den Aufnahmen des Galaxy S22 gibt es in puncto Bilddynamik kaum Unterschiede. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Bild 29/43: In manchen Situationen wirken die Bilder aber dunkler. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Bild 30/43: Außerdem funktioniert der Nachtmodus nicht gut mit dem Superweitwinkelobjektiv. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Bild 31/43: Das Teleobjektiv lässt sich beim Xiaomi 12X auch mit dem Nachtmodus verwenden. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Bild 32/43: Links das Xiaomi 12X, rechts das Galaxy S22 (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Bild 33/43: Das Xiaomi 12X ist etwas länger als das Galaxy S22. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Bild 34/43: Bei beiden Smartphones sind die Frontkameras in einem Loch im Display verbaut. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Bild 35/43: Beide Modelle haben eine matte Rückseite, die des Xiaomi 12X schimmert im Licht. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Bild 36/43: Die Verarbeitung ist bei beiden Smartphones sehr hochwertig. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Bild 37/43: Sowohl das Galaxy S22 als auch das Xiaomi 12X haben eine Dreifachkamera. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Bild 38/43: Das Kameramodul des Xiaomi 12X (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Bild 39/43: Das Kameramodul des Galaxy S22 (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Bild 40/43: Xiaomi hat die Displayränder beim 12X abgerundet. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Bild 41/43: Das Galaxy S22 hat keine abgerundeten Displayränder. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Bild 42/43: Die Unterseite des Galaxy S22 (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Bild 43/43: Die Unterseite des Xiaomi 12X (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Bilder des Galaxy S22 sind in digitaler zehnfacher Vergrößerung noch sehr brauchbar – die des Xiaomi 12X hingegen nicht. Die Konturen sind nur noch zu erahnen, für mehr als zu Dokumentationszwecken ist die zehnfache Vergrößerung nicht zu gebrauchen. Darüber hinaus können wir beim Xiaomi-Smartphone nicht weiter vergrößern. Das Galaxy S22 hingegen bietet eine bis zu 30-fache Vergrößerung, die besser aussieht als die zehnfache beim Xiaomi 12X.
Nachts machen die Hauptkameras beider Smartphones gute Fotos, die sich bis auf die etwas wärmere Farbtemperatur beim Galaxy S22 in puncto Belichtung und Schärfe kaum unterscheiden. Das Xiaomi 12X weist etwas mehr Artefakte auf, macht aber im Dunkeln dennoch sehr gute Bilder. Unterschiede gibt es, wenn wir mit den Superweitwinkelkameras Aufnahmen machen: Der Nachtmodus funktioniert beim Xiaomi 12X dort nicht so gut, was zu einem starken Qualitätsunterschied zu den mit dem Galaxy S22 gemachten Aufnahmen führt.
Videos können wir mit dem Galaxy S22 in maximal 8K mit 24 fps aufnehmen. Bei 4K-Auflösung sind bis zu 60 fps möglich. Auch beim Xiaomi 12X sind 8K mit 24 fps möglich, bei 4K-Aufnahmen können wir ebenfalls zwischen 30 und 60 fps wählen. 4K-Aufnahmen mit 60 fps sind beim Xiaomi 12X von der Schärfe her natürlicher, ebenso von den Farben. Bei beiden Smartphones funktioniert die Bildstabilisierung bei Videoaufnahmen gut, in 4K besser als in 8K.
Galaxy S22 hat die vielseitigere Kamera
Insgesamt betrachtet hat das Galaxy S22 die etwas vielseitigere Kamera, obwohl die Hardware-Ausstattung bei beiden Smartphones sehr ähnlich ist. Das liegt an den stellenweise besseren Algorithmen, die vor allem beim Digitalzoom, der Bilddynamik und den Nachtaufnahmen mit der Superweitwinkelkamera zum Zuge kommen. Dafür gefallen uns generell die Farben bei den mit dem 12X gemachten Aufnahmen wesentlich besser, die Videos sind etwas schärfer. Beide Kameras sind gut, für den Aufpreis beim Galaxy S22 gibt es aber mehr Vielseitigkeit.
Besseres SoC beim Galaxy S22
Im Galaxy S22 kommt Samsungs Exynos 2200 zum Einsatz, im Xiaomi 12X der etwas ältere Snapdragon 870 von Qualcomm. Von der reinen Rechenleistung her sind die beiden Chips recht nahe beieinander: Das Galaxy S22 kommt im Geekbench-Gerätetest auf einen Single-Score von 1.161 Zählern, das 12X auf 974 Punkte. Im Multi-Test erreicht das Samsung-Smartphone 3.644 Punkte, das Xiaomi-Gerät 3.282 Zähler.
Den Grafik- und Gerätetest 3DMark können wir nicht ohne Weiteres auf dem Xiaomi 12X durchführen. Grund ist offenbar eine Sperre seitens Xiaomi, die verhindert, dass die notwendigen DLC-Dateien für die Tests heruntergeladen werden. Das gleiche Problem haben wir auch mit dem Grafiktestprogramm GFX Bench.
Wie uns Futuremark, der Hersteller des 3DMark, mitteilte, kam dies in der Vergangenheit bereits häufiger bei Smartphones von Xiaomi vor. Mit Hilfe von Futuremark konnten wir die notwendigen DLC-Dateien per Sideloading auf das Xiaomi 12X kopieren und den Benchmark dennoch durchführen – für die Blockierung gibt es aber starke Punktabzüge.
Im Test Wild Life Extreme Unlimited erreicht das Xiaomi 12X einen Wert von 952 Punkten. Das Galaxy S22 schafft mit 2.162 Zählern mehr als das Doppelte an Punkten, was der besseren Grafikleistung geschuldet ist. Beide Smartphones haben 8 GByte Arbeitsspeicher und reagieren flink auf unsere Eingaben. Auch Multitasking und anspruchsvolle Apps sind für die Geräte kein Problem.
Xiaomi 12X voller Bloatware
Ausgeliefert wird das Galaxy S22 mit Android 12 und Samsungs One-UI-Oberfläche, das 12X kommt noch mit Android 11 und Xiaomis MIUI-Oberfläche. Samsung installiert eine Menge eigener Anwendungen sowie Google-Apps und Facebook vor, bei Xiaomi finden wir aber wesentlich mehr Software, die wir als Bloatware bezeichnen würden. So ist eine Reihe von Spielen vorinstalliert, ebenso die Ebay- und Aliexpress-Apps, Facebook und eine obskure Internet-Security-App. Immerhin lassen sich die unerwünschten Anwendungen löschen – nervig ist eine derartige Flut an Junk-Apps dennoch.
Bild 1/43: Das Richard-Wagner-Denkmal im Berliner Tiergarten, aufgenommen mit dem Galaxy S22 ...
Bild 2/43: ... und mit dem Xiaomi 12X. In der Belichtung gibt es kaum Unterschiede, der Himmel wirkt beim Xiaomi-Smartphone etwas realistischer. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Bild 3/43: Das gleiche Motiv mit der Superweitwinkelkamera des Galaxy S22 ...
Bild 4/43: ... und des Xiaomi 12X aufgenommen. Auch hier gibt es kaum Unterschiede. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Bild 5/43: Die Telekamera des Galaxy S22 hat eine dreifache Vergrößerung, ...
Bild 6/43: ... die des Xiaomi 12X nur eine zweifache. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Bild 7/43: Schatten belichtet das Galaxy S22 sehr gut, die Farbsättigung ist allerdings manchmal etwas zu stark. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Bild 8/43: Beim Xiaomi 12X reißen helle Stellen eher mal aus, dafür wirken die Farben wesentlich realistischer. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Bild 9/43: Die hellen Stellen auf den Narzissen sind beim Galaxy S22 besser belichtet ...
Bild 10/43: ... als beim Xiaomi 12X. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Bild 11/43: Die Luiseninsel, aufgenommen mit dem Galaxy S22 (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Bild 12/43: Das gleiche Motiv, aufgenommen mit dem Xiaomi 12X (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Bild 13/43: Die Luiseninsel, aufgenommen mit dem Superweitwinkelobjektiv des Galaxy S22 (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Bild 14/43: Die Luiseninsel, aufgenommen mit dem Superweitwinkelobjektiv des Xiaomi 12X (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Bild 15/43: Das Galaxy S22 hat neben der Hauptkamera auch eine ...
Bild 17/43: Über die dreifache Vergrößerung können wir auch digital vergrößern, ...
Bild 18/43: ... was selbst bei 20-facher ...
Bild 19/43: ... und 30-facher Vergrößerung noch brauchbare Ergebnisse liefert. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Bild 20/43: Beim Xiaomi 12X steht neben der Hauptkamera ebenfalls eine Telekamera zur Verfügung. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Bild 21/43: Der digitale Zoom geht allerdings nur bis zu zehnfacher Vergrößerung, die qualitativ wesentlich schlechter als beim Galaxy S22 ist. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Bild 23/43: Auch düstere Ecken werden gut ausgeleuchtet. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Bild 24/43: Szenen mit dunklen und hellen Stellen werden ausgeglichen belichtet. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Bild 25/43: Der Nachmodus kann auch mit der Superweitwinkelkamera ...
Bild 26/43: ... und der Telekamera verwendet werden. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Bild 27/43: Auch das Xiaomi 12X hat einen guten Nachtmodus. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Bild 28/43: Verglichen mit den Aufnahmen des Galaxy S22 gibt es in puncto Bilddynamik kaum Unterschiede. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Bild 29/43: In manchen Situationen wirken die Bilder aber dunkler. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Bild 30/43: Außerdem funktioniert der Nachtmodus nicht gut mit dem Superweitwinkelobjektiv. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Bild 31/43: Das Teleobjektiv lässt sich beim Xiaomi 12X auch mit dem Nachtmodus verwenden. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Bild 32/43: Links das Xiaomi 12X, rechts das Galaxy S22 (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Bild 33/43: Das Xiaomi 12X ist etwas länger als das Galaxy S22. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Bild 34/43: Bei beiden Smartphones sind die Frontkameras in einem Loch im Display verbaut. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Bild 35/43: Beide Modelle haben eine matte Rückseite, die des Xiaomi 12X schimmert im Licht. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Bild 36/43: Die Verarbeitung ist bei beiden Smartphones sehr hochwertig. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Bild 37/43: Sowohl das Galaxy S22 als auch das Xiaomi 12X haben eine Dreifachkamera. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Bild 38/43: Das Kameramodul des Xiaomi 12X (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Bild 39/43: Das Kameramodul des Galaxy S22 (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Bild 40/43: Xiaomi hat die Displayränder beim 12X abgerundet. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Bild 41/43: Das Galaxy S22 hat keine abgerundeten Displayränder. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Bild 42/43: Die Unterseite des Galaxy S22 (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Bild 43/43: Die Unterseite des Xiaomi 12X (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Nach der Veröffentlichung der Galaxy-S22-Reihe fanden Nutzer heraus, dass Samsung eine App-Drosselung einsetzt. Bei dieser wurde bei der Ausführung leistungsstarker Apps ohne Wissen der Nutzer die Taktrate verringert, wahrscheinlich aus Gründen der besseren Hitzeverteilung. Samsung hat das Problem mittlerweile durch ein Update beseitigt – Xiaomi kann daraus in unserem Vergleich also keinen Nutzen ziehen, im Gegenteil: Es steht der Verdacht im Raum, dass auch Xiaomi die Leistung drosselt. Auf unsere Nachfrage dazu hat sich der Hersteller noch nicht geäußert.
In puncto Software-Nachhaltigkeit hat das Galaxy S22 gegenüber dem Xiaomi 12X einen Vorteil: Samsung verspricht für das Galaxy S22, das mit Android 12 ausgeliefert wird, vier Android-Upgrades und fünf Jahre lang Sicherheitsupdates. Wer sich das Smartphone kauft, kann es also ruhigen Gewissens immerhin bis 2027 nutzen. Xiaomi hingegen hat für das Xiaomi 12 Pro und das Xiaomi 12 drei Android-Upgrades und vier Jahre Sicherheitsupdates versprochen, das Xiaomi 12X in diesem Zusammenhang allerdings nicht genannt(öffnet im neuen Fenster) . Einen noch kürzeren Update-Zeitraum plus die Auslieferung mit Android 11 sehen wir als deutlichen Nachteil gegenüber dem Galaxy S22.
Das Galaxy S22 hat einen Akku mit einer Nennladung von 3.700 mAh, das Xiaomi 12X kommt mit einem 4.500-mAh-Akku. Das Galaxy S22 können wir mit maximal 25 Watt schnellladen, drahtlos mit maximal 15 Watt. Ein Ladegerät liegt dem Samsung-Gerät nicht bei. Das Xiaomi 12X lässt sich mit bis zu 67 Watt laden, also wesentlich schneller als der Konkurrent. Dafür ist drahtloses Laden nicht möglich.
Trotz des nominell kleineren Akkus erreicht das Galaxy S22 in unserem Videotest ein besseres Ergebnis: Einen Full-HD-Film können wir rund zwölf Stunden lang streamen, beim Xiaomi 12X sind es nur zehn Stunden. Dafür ist das Xiaomi 12X schneller wieder aufgeladen als das Galaxy S22. Der Sound ist dank zweier Lautsprecher bei beiden Smartphones gut; beim Galaxy S22 ist der Ton noch etwas voller.
Galaxy S22 und Xiaomi 12X: Verfügbarkeit und Fazit
Das Galaxy S22 kostet mit 8 GByte Arbeitsspeicher und 128 GByte Flash-Speicher 850 Euro. Die Version mit 256 GByte Flash-Speicher ist für 900 Euro zu haben. Das Xiaomi 12X kostet 700 Euro, es ist nur in einer Speichervariante mit 8 GByte RAM und 256 GByte Flash-Speicher erhältlich.
Fazit
Das Galaxy S22 und das Xiaomi 12X sind hochwertig ausgestattete, verhältnismäßig kompakte Smartphones – zumindest im Vergleich zu den meisten anderen Konkurrenten. Mit Displaygrößen nahe 6 Zoll eignen sich die Geräte sehr gut für Nutzer, die kein Riesen-Smartphone in der Hosentasche tragen wollen. Das Galaxy S22 ist sogar noch etwas kürzer als das Xiaomi 12X.
In unserem Test zeigt sich das Galaxy S22 als das bessere Smartphone: Die Kamera ist vielseitiger, das Smartphone beherrscht drahtloses Laden, der Prozessor ist leistungsfähiger und die Softwareunterstützung länger. Dafür zahlen Nutzer aber auch 150 Euro, bei gleicher Speicherausstattung sogar 200 Euro mehr.
Das Xiaomi 12X scheint auf den ersten Blick eine gute Alternative zum Galaxy S22 zu sein – vor allem, da es in den Punkten, in denen das Galaxy S22 besser ist, nicht wirklich schlecht ist. Getrübt wird unser Blick auf das Xiaomi-Smartphone jedoch von der unnötigen und lästigen Bloatware und dem Problem, dass uns nicht erlaubt wird, bestimmte Benchmark-Apps auszuführen. Derartige Blockaden sind nicht zeitgemäß und vor allem sinnlos.
Bild 1/43: Das Richard-Wagner-Denkmal im Berliner Tiergarten, aufgenommen mit dem Galaxy S22 ...
Bild 2/43: ... und mit dem Xiaomi 12X. In der Belichtung gibt es kaum Unterschiede, der Himmel wirkt beim Xiaomi-Smartphone etwas realistischer. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Bild 3/43: Das gleiche Motiv mit der Superweitwinkelkamera des Galaxy S22 ...
Bild 4/43: ... und des Xiaomi 12X aufgenommen. Auch hier gibt es kaum Unterschiede. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Bild 5/43: Die Telekamera des Galaxy S22 hat eine dreifache Vergrößerung, ...
Bild 6/43: ... die des Xiaomi 12X nur eine zweifache. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Bild 7/43: Schatten belichtet das Galaxy S22 sehr gut, die Farbsättigung ist allerdings manchmal etwas zu stark. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Bild 8/43: Beim Xiaomi 12X reißen helle Stellen eher mal aus, dafür wirken die Farben wesentlich realistischer. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Bild 9/43: Die hellen Stellen auf den Narzissen sind beim Galaxy S22 besser belichtet ...
Bild 10/43: ... als beim Xiaomi 12X. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Bild 11/43: Die Luiseninsel, aufgenommen mit dem Galaxy S22 (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Bild 12/43: Das gleiche Motiv, aufgenommen mit dem Xiaomi 12X (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Bild 13/43: Die Luiseninsel, aufgenommen mit dem Superweitwinkelobjektiv des Galaxy S22 (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Bild 14/43: Die Luiseninsel, aufgenommen mit dem Superweitwinkelobjektiv des Xiaomi 12X (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Bild 15/43: Das Galaxy S22 hat neben der Hauptkamera auch eine ...
Bild 17/43: Über die dreifache Vergrößerung können wir auch digital vergrößern, ...
Bild 18/43: ... was selbst bei 20-facher ...
Bild 19/43: ... und 30-facher Vergrößerung noch brauchbare Ergebnisse liefert. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Bild 20/43: Beim Xiaomi 12X steht neben der Hauptkamera ebenfalls eine Telekamera zur Verfügung. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Bild 21/43: Der digitale Zoom geht allerdings nur bis zu zehnfacher Vergrößerung, die qualitativ wesentlich schlechter als beim Galaxy S22 ist. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Auch falls die Blockierung nur ein Einzelfall wäre, ist das Galaxy S22 das Smartphone mit der besseren Software. Das Xiaomi 12X hat nämlich offenbar auch einen kürzeren Software-Support, der unter denen der anderen Geräte der Xiaomi-12-Reihe liegt. Diese Geräte liegen bereits unter dem, was Samsung für seine Smartphones verspricht. Außerdem wird das Xiaomi 12X noch mit Android 11 ausgeliefert, das Galaxy S22 hingegen mit Android 12.
Alles in allem denken wir, dass sich der Aufpreis für das Galaxy S22 im Vergleich mit dem Xiaomi 12X lohnt. Die Vorteile des Samsung-Smartphones addieren sich auf, so dass Nutzer am Ende mehr von dem Smartphone haben.