Galaxy Note 7: Weitere Austauschgeräte haben sich entzündet

Samsungs Ruf nimmt weiter Schaden. Nachdem Ende dieser Woche eine Rauchentwicklung bei einem ersten Austauschgerät eines Galaxy Note 7 bekannt wurde, sind mittlerweile zwei weitere Fälle öffentlich. Einer der Fälle soll bereits Anfang der Woche passiert sein, aber Samsung wollte das wohl geheim halten und der Fall wurde daher erst an diesem Wochenende bekannt.
Erster Fall ereignete sich bereits Anfang der Woche
Die bisher bekannte Chronologie sieht demnach so aus, dass es bereits am Dienstag in den USA zur Rauchentwicklung eines ersten Galaxy-Note-7-Austauschgeräts gekommen ist. Der Besitzer des Galaxy Note 7 wachte laut dem Bericht von WKYT(öffnet im neuen Fenster) zusammen mit seiner Frau früh um 4:00 durch ein zischendes Geräusch im Schlafzimmer auf.
Das Schlafzimmer soll voller Rauch gewesen sein, der durch ein überhitztes Galaxy Note 7 verursacht worden sein soll. Es soll fürchterlich im Raum gestunken haben und er sah, wie sein Galaxy Note 7 brannte. Der Besitzer aus Kentucky versichert, dass es sich dabei um ein Austauschgerät handele, das eigentlich nicht mehr vom Problem der Selbstentzündung betroffen sein sollte.
Flugzeug-Vorfall folgt am Donnerstag
Der Besitzer des Gerätes versichert, das Gerät habe nur herumgelegen und war nicht mit einem Netzteil verbunden. Aber selbst wenn das der Fall gewesen wäre, dürfte es nicht zu einer Selbstentzündung kommen. Im Laufe des Tages fühlte er sich unwohl und suchte ein Krankenhaus auf. Das habe eine durch die Einatmung des Rauchs verursachte akute Bronchitis diagnostiziert.
Der zweite Vorfall ereignete sich dann am Donnerstag in einem Flugzeug - und war der erste Fall, der öffentlich wurde. Kurz vor dem Start eines Flugzeugs kam es zur Rauchentwicklung bei einem neuen Galaxy Note 7 , als Folge davon wurde das Flugzeug aus Sicherheitsgründen evakuiert. Zu diesem Zeitpunkt lagen Samsung bereits Details zu dem anderen Fall vor, aber das Unternehmen informierte die Öffentlichkeit nicht. Der eigentlich erste Fall wurde erst durch den Pressebericht bekannt. Der betroffene Kunde im ersten Fall erwäge derzeit rechtliche Schritte gegen Samsung.
Dritter Fall am Freitagnachmittag
Der derzeit dritte bekannte Fall in den USA wiederfuhr einem 13-jährigen Mädchen am Freitagnachmittag. Ein ausgetauschtes Galaxy-Note-7-Modell überhitzte sich in ihrer Hand, berichtet KSTP(öffnet im neuen Fenster) . Das Mädchen ließ das Smartphone sofort fallen und konnte weitere Rauchentwicklung beobachten. Der Vater des Mädchens sagte, Samsung solle eine erneute Rückrufaktion für das Galaxy Note 7 durchführen, wenn die vermeintlich fehlerfreien Geräte sich weiterhin selbst entzünden.
Kurz nach der Markteinführung des Galaxy Note 7 musste Samsung ein weltweites Austauschprogramm vornehmen. Etliche Geräte dieser Modellreihe überhitzten sich und entzündeten sich damit selbstständig. Ursache soll ein Fehler im Produktionsprozess gewesen sein. Seit Ende September 2016 sollen laut Samsung nur noch Geräte verfügbar sein, die von diesem Fehler nicht mehr betroffen sind. Die drei bisher bekannt gewordenen Fälle lassen Zweifel daran aufkommen.
AT&T will Galaxy Note 7 nicht länger anbieten
In den USA erwägt der Mobilfunknetzbetreiber AT&T, das Galaxy Note 7 komplett aus dem Sortiment zu nehmen . Falls es dazu kommen sollte, würde das Samsungs Ruf nachhaltig schädigen. In allen von Samsung veröffentlichten Stellungnahmen wird derzeit nur darauf eingegangen, dass die aktuellen Fälle überprüft würden. Ergebnisse würden noch nicht vorliegen. Auch die US-Verbraucherschutzbehörde CPSC habe in den Fällen Untersuchungen begonnen.



