Galaxy Note 7: Macht es überall Kawumm?

Wer die Berichterstattung über das Galaxy Note 7 verfolgt, muss eigentlich jederzeit damit rechnen, dass irgendwo in der Nachbarschaft ganze Wohnblöcke durch Galaxy-Sprengsätze in Schutt und Asche gelegt werden. Das ist aber Panikmache.

Ein IMHO von veröffentlicht am
Brennende Geräte führen zu explosiver Berichterstattung.
Brennende Geräte führen zu explosiver Berichterstattung. (Bild: Fir0002/GFDL 1.2)

Samsungs Galaxy Note 7 ist ein hochgefährlicher Sprengsatz, der jederzeit detonieren kann. So klingen seit Wochen Berichte über Samsungs Smartphone. Ein Desaster ohnegleichen - könnte man meinen, wären da nicht die Akkurückrufe im zweistelligen Millionenbereich aus der Mitte des vergangenen Jahrzehnts. Wir wollen nicht verharmlosen, was da passieren kann. Aber stimmt das - weltweit passierende Detonationen? Macht es überall Kawumm? Mancher Fluggast, der neben sich einen Passagier mit einem Galaxy Note 7 spielen sieht, fürchtet vermutlich um sein Leben.

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Denn zuletzt berichteten erneut diverse Medien, darunter deutsche und amerikanische, das Samsung-Smartphone sei in einem Flugzeug explodiert. Und die Serie geht weiter: Nun soll auch ein iPhone 6 explodiert sein, das Smartphone in der Tasche eine tickende Zeitbombe. Wer einmal die Suche eines beliebigen Nachrichtenmagazins bemüht und nach "Explosion" sucht, weiß, wie der Begriff belegt ist: Es ist ein Desaster, das häufig zu Verletzten, Schwerverletzten und Toten führt.

Die Bundesumweltministerin schaltete sich ein

Die seit Wochen andauernde Berichterstattung sorgt sogar dafür, dass hochrangige Politiker ebenfalls besorgt sind. Deutschlands Bundesumweltministerin Barbara Hendricks fordert gar eine Aufklärung zu den überall explodierenden Smartphones. Während die damit verbundene Forderung nach einem standardmäßigen Wechselakku zwar begrüßenswert ist, ist die Reaktion reichlich übertrieben - vor allem, weil es sich um ein Ministerium handelt, das die Faktenlage sehr genau kennen muss.

Denn ein defekter Akku des Note 7 bringt niemanden um. Nach dem Hosentaschenvorfall im Flugzeug etwa, mit enormer Hitzeentwicklung versteht sich, konnte der Besitzer das Smartphone aus der Tasche nehmen, ohne sich zu verbrennen, und die Maschine konnte evakuiert werden. Die schwerste Verletzung trug das Flugzeug davon: Der Teppichboden wurde angekokelt und der Flug vorsichtshalber annulliert.

Hitze, Feuer und Rauch

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Es handelt sich nicht um Explosionen der Akkus, sondern um Brände, starke Hitze- und Rauchentwicklungen. Erkennbar ist das auf den Bildern von angeblich explodierten Geräten: Das Glas ist nicht komplett gebrochen und abgesprengt, wie es bei Explosionen zu erwarten wäre, sondern es ist geschmolzen.

Meist sehen die nicht geschmolzenen Teile des Smartphones auch noch ziemlich gut aus für eine vorgebliche Explosion. Das wundert auch nicht. Selbst wer die Gefahr eingeht, einen Lithium-Polymer-Akku mutwillig zu zerstören, wird keine Explosion auslösen, sondern - allerdings ebenfalls gefährliche - Flammen oder Rauch- und Hitzeentwicklungen, die sich durchaus explosionsartig, aber begrenzt ausbreiten können. Bei Lithium-Ionen-Akkus sieht es ähnlich aus, wenn es zum sogenannten Thermischen Durchgehen kommt.

Die Bundesumweltministerin fordert hinsichtlich der Note-Akkus, dass dieses "Problem jetzt dauerhaft behoben wird", spricht von einem "offenbar gefährliche[n] Akkutyp" und fragt obendrein, ob der Akkutyp noch woanders eingesetzt werde. Damit suggeriert die Umweltministerin, dass die Gefahr überall lauern könnte: in der elektrischen Zahnbürste, im Bluetooth-Lautsprecher und in Taschenlampen. Bedenkt man, wie viele Akkus mittlerweile in jedem Haushalt zu finden sind, darunter genug billiges Spielzeug zweifelhafter Herkunft, sind das durchaus berechtigte Fragen.

Was wirklich explodieren kann

Denn Explosionen oder explosionsartige Kräfte sind bei Akkus nicht völlig auszuschließen. 2014 warnte beispielsweise Sony vor sich aufblähenden Vaio-Fit-Akkus, die nach langer Zeit ihren Überdruck explosionsartig ablassen können. Sony warnte ausdrücklich davor, dass das Gehäuse bersten könne. In so einem Fall fliegen einem wirklich zahlreiche Notebook-Teile um die Ohren. Auch Waschmaschinen explodieren tatsächlich, und zwar häufiger, als viele wissen.

Smartphone-Akkus jedoch explodieren nicht einfach. Es wird Zeit, Explosionen dort zu lassen, wo sie tatsächlich stattfinden: bei Waschmaschinen und schwereren Katastrophen. Nur wenn ein Galaxy Note 7 tatsächlich explodiert ist, sollte es auch so genannt werden. Ansonsten sind die Smartphone-Brände und -Rauchentwicklungen schon schlimm genug und finden weiterhin statt. Das bedarf keiner weiteren Übertreibung.

IMHO ist der Kommentar von Golem.de. IMHO = In My Humble Opinion (Meiner bescheidenen Meinung nach)

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SirTurbo 22. Okt 2016

Naja, so ganz "extern" ist die Bude nicht. Die meisten Akkus kommen wohl von einer Firma...

SirTurbo 22. Okt 2016

Öhmmm. Echt jetzt? Es GIBT schlicht kein vergleichbares Produkt. Hier geht es um ein...

derdiedas 17. Okt 2016

ist doch gar nicht so schlimm. Wie jemand sich überhaupt beklagen kann ist unbegreiflich...

Nikolai 11. Okt 2016

Vielleicht erklärst Du uns was in deinem Paralleluniversum passiert ist - wir anderen...



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