Galaxy Note 7 im Test: Schaut dir in die Augen, Kleine/r/s!
Nachdem Samsung die Veröffentlichung des Galaxy Note 5 in Deutschland ausgelassen hatte, ist das neue Galaxy Note 7 mittlerweile hierzulande vorbestellbar. Die Versionsnummer 6 hat Samsung ausgelassen – wohl um die Note-Serie an die Nummerierung der Galaxy-S-Serie anzupassen.

Im ersten Hands on präsentierte sich das Galaxy Note 7 als leistungsstarkes Smartphone mit erneut hervorragender Stiftbedienung, dem es allerdings abseits davon ein wenig an Alleinstellungsmerkmalen mangelt. Der neue Iris-Scanner, mit dem das Gerät mit Hilfe der Augen entsperrt werden kann, konnte uns bei unserem ersten kurzen Test nicht so recht überzeugen.
Im ausführlichen Test schauen wir uns den Iris-Scanner genauer an und testen auch die neuen Stiftfunktionen. Trotz eines besseren Eindrucks als im Hands on fragen wir uns am Ende weiterhin, ob die Entsperrung mit dem Auge wirklich praktisch ist – und beantworten die Frage, für wen sich der Kauf des Galaxy Note 7 lohnt.
Display-Schutzfolie wird mitgeliefert
Nach dem Auspacken des Smartphones fällt uns gleich die von Hause aus angebrachte Display-Schutzfolie auf. Diese ist offenbar nötig, wie ein kürzlich veröffentlichter Kratztest gezeigt hat: Der Bildschirm aus Gorilla Glass 5 ist weniger kratzresistent als das Display-Glas des Galaxy S7 . Leider ist die Schutzfolie deutlich zu klein, was zu Lichtbrechungen an den Kanten führt. Uns hat das gestört, weswegen wir die Folie entfernt haben; zur Sicherheit sollten Besitzer des Galaxy Note 7 sich aber eine neue, größere besorgen.
Im direkten Vergleich mit anderen großen Smartphones fällt auf, dass Samsung das Gehäuse des neuen Note-Modells im Verhältnis zur Display-Größe äußerst kompakt gehalten hat. Trotz des 5,7 Zoll großen Oled-Bildschirms mit einer Auflösung von 2.560 x 1.440 Pixeln ist das Smartphone nur 1 mm länger als das Oneplus Three mit seinem 5,5-Zoll-Display. In der Breite ist das Galaxy Note 7 mit 73,7 mm sogar 0,7 mm schmaler.
Noch deutlicher wird die Kompaktheit des Gehäuses im Vergleich mit dem iPhone 6S Plus: Obwohl auch hier das Display um 0,2 Zoll kleiner ist, ist das Apple-Smartphone um 5 mm länger und über 4 mm breiter. Mit 168 Gramm ist das Samsung-Gerät zudem noch 21 Gramm leichter.
Abgerundetes Display für die Optik
Das Display ist am linken und rechten Rand abgerundet, wie Samsung es bereits beim Galaxy S6 Edge und Galaxy S7 Edge gezeigt hat. Auch beim neuen Note können Nutzer dank Edge UX Kontakte, Apps und weitere Hilfsmittel direkt über ein per Wischgeste aufrufbares Menü an der Seite des Bildschirms aufrufen. Im Standby-Betrieb können auf den Rändern Informationen angezeigt werden. Wie bei den anderen Edge-Modellen finden wir die abgerundeten Ränder auch beim Galaxy Note 7 zwar nett anzuschauen, ansonsten aber genauso unnötig.
Bei der Paradedisziplin des Galaxy Note 7 stören uns die runden Kanten sogar stellenweise: Nutzen wir den S Pen, also den im Gehäuse untergebrachten Digitizer, und kommen beim Schreiben oder Zeichnen zu nahe an den Rand, rutschen wir regelmäßig mit dem Stift über die Kante ab. Zudem werden Stifteingaben auf dem gebogenen Rand nicht erfasst.
Verbesserter Stift mit neuen Funktionen
Den Stift hat Samsung beim neuen Note weiter verbessert: Die Druckempfindlichkeit wurde auf 4.096 Stufen erhöht, was zu einer hohen Empfindlichkeit führt. Das Smartphone erkennt auch, wenn der Stift schräg gehalten wird. Das merken wir etwa in der Notiz-App Samsung Notes, wenn wir den Bleistift verwenden: Halten wir den S Pen schräg, wird der Strich dicker und wirkt so, als ob wir schraffieren würden. Ganz so stark wie beim Apple Pencil ist der Effekt allerdings nicht.
Der S Pen wird beim Galaxy Note 7 nicht, wie von uns im Hands on zunächst vermutet, durch einen Federmechanismus ausgeworfen. Stattdessen steckt der Stift wie bei den Vorgängermodellen einfach im Gehäuse des Smartphones, lediglich das Ende des Digitizers hat eine auf einer Druckfeder gelagerte Kappe. Diese springt auf Knopfdruck heraus, wodurch der S Pen einfach herausgezogen werden kann. Wer gerne zum Zeitvertreib auf Kugelschreibern herumklickt, wird sich über den Klick-Mechanismus des S Pen freuen.
Das Air Command genannte Stift-Menü erscheint wie gehabt automatisch, nachdem der Stift aus dem Gehäuse entfernt wird. Alternativ ist es wieder mit einem Druck auf den einzigen Knopf des S Pens aufrufbar. Neben bekannten Funktionen wie der Notiz und der Screenshot-Notiz hat Samsung auch einiges Neues eingebaut.
Animierte Gifs und "Überblicken"
Die Bildschirmlupe und das Übersetzungstool sind praktisch, richtig interessant sind aber zwei andere neue Funktionen: "Überblicken" und die Gif-Aufzeichnung der Smart-Select-Funktion. "Überblicken" bietet dem Nutzer die Möglichkeit, die aktuell genutzte App in eine Miniatur im unteren rechten Eck zu verkleinern und parallel eine andere Anwendung zu öffnen. Das verkleinerte Programm öffnet sich wieder, wenn der Nutzer den S Pen über die Miniaturansicht hält.
Dann lässt sich die App vergrößert wieder ganz normal benutzen. Nimmt der Nutzer den Stift vom Display weg, verkleinert sich die App wieder und die andere Anwendung kann verwendet werden. Diese Alternative zum herkömmlichen Dual-Fenster-Modus von Samsungs Benutzeroberfläche, der auch beim Galaxy Note 7 wieder dabei ist, finden wir sehr praktisch; ein Wechsel zwischen zwei Apps ist damit sehr einfach.
Praktische neue Stift-Funktionen
Mit der Smart-Select-Option des Air-Command-Menüs lassen sich jetzt Videos bis zu 15 Sekunden lang als animiertes Gif mitschneiden. Über das zu erfassende Video wird mit Hilfe des S Pens eine Maske gelegt, die anschließend den eingeschlossenen Inhalt aufzeichnet. So lassen sich schnell kleine Clips verschicken, was für manche Nutzer eine praktische Sache sein dürfte.
Vom in Deutschland nicht offiziell vorgestellten Galaxy Note 5 hat das neue Note die Screen-off-Notizen übernommen: Ziehen wir den S Pen bei ausgeschaltetem Bildschirm aus seiner Halterung, können wir direkt eine Notiz auf das schwarze Display schreiben – ohne das Smartphone anschalten zu müssen. Für schnelle Aufzeichnungen ist das eine gute Lösung.
Insgesamt bietet Samsung auch mit dem Galaxy Note 7 wieder das Stift-Smartphone mit dem größten Nutzungsumfang auf dem Markt. Der S Pen lässt sich prima bedienen und bietet dank der neuen Funktionen interessante Nutzungsszenarien. Umgekehrt in seine Halterung schieben lässt sich der S Pen beim Galaxy Note 7 übrigens nicht – zumindest nicht, ohne starke Gewalt anzuwenden und den Stift dabei zu beschädigen. Dies war beim in Deutschland nicht offiziell erschienenen Vorgänger Galaxy Note 5 ein Problem .
Entsperrung mit den Augen
Neben der Stiftbedienung hat das neue Note mit der Iris-Entsperrung eine weitere Funktion, die das Gerät von der Konkurrenz absetzen soll. Dabei werden die Augen von einer speziellen Kamera auf der Vorderseite des Smartphones erfasst. Entspricht das Iris-Muster, das bei jedem Menschen einmalig ist, dem gespeicherten, wird das Smartphone entsperrt.
Im Hands on hatten wir damit ziemliche Probleme: In dem Raum, in dem wir uns das Galaxy Note 7 anschauen konnten, schafften wir es nur schwer, das Smartphone mit den Augen zu entsperren. Mit der Brille auf der Nase klappte es im Grunde gar nicht.
Iris-Scanner funktioniert deutlich besser
Mit dem uns jetzt von Samsung zugesandten Testmuster hingegen funktioniert der Iris-Scanner weitaus besser: Nach der Registrierung der beiden Iriden schaffen wir es, das Note regelmäßig auch mit aufgesetzter Brille zu entsperren. Dass die Entsperrung beim Hands on so schlecht klappte, dürfte mit den Lichtverhältnissen zusammenhängen.
Samsung gibt an, dass es nicht zu hell sein darf – im prallen Sonnenschein funktioniert der Iris-Scanner stellenweise tatsächlich nicht besonders gut. Dunklere Orte wie der Raum, in dem wir das Hands on aufnahmen, sollen dank IR-Licht hingegen kein Problem für den Scanner sein. Das trifft auf Nutzer ohne Brille auf jeden Fall zu – hier funktioniert die Entsperrung auch in sehr dunklen Umgebungen gut. Bei Brillenträgern jedoch reflektiert sich dann die Display-Beleuchtung auf den Gläsern, wovon sich die Iris-Kamera sowohl in unserem Hands on als auch im jetzigen Test stellenweise negativ beeinflussen lässt.
Die Reflexionen irritieren die separate Kamera des Iris-Scanners, indem sie die Iriden schlicht verdecken. Dass dann keine Erkennung mehr möglich ist, ist verständlich. Trägt der Nutzer keine Brille, entfällt dieses Problem. Bei Brillenträgern funktioniert der Iris-Scanner in normal beleuchteten Umgebungen vergleichbar gut wie bei Nutzern ohne Brille; sobald es allerdings etwas dunkler ist, kann die Brille zum Problem werden.
Mit Eingewöhnung entsperrt es sich besser
Ein anderer Faktor dürfte die Gewöhnung sein: Nach zahlreichen Entsperrungen mit den eigenen Augen bekommen wir schlicht langsam den richtigen Dreh heraus, in welcher Entfernung wir das Galaxy Note 7 halten müssen, um es halbwegs zuverlässig zu entsperren. Perfekt ist das System trotzdem nicht: Mal erfolgt die Entsperrung so schnell, dass wir den eigentlichen Entsperrbildschirm kaum sehen, ein anderes Mal müssen wir erst sekundenlang mit dem Smartphone die richtige Position finden oder der Aufforderung folgen, unsere Augen weiter zu öffnen. Die korrekte Entfernung spielt hier eine große Rolle.
Das Tragen einer Brille führt bei uns nicht konsequent zu schlechteren Ergebnissen bei der Erkennung, die Resultate sind eher inkonsistent. Manchmal haben wir das Gefühl, die Entsperrung dauert mit Brille länger als ohne, dann stellt unsere Brille aber wieder kein Problem für den Scanner dar. Grundsätzlich scheint die Fehlerquote bei vielen Entsperrungen jedoch ohne Brille etwas geringer zu sein.
Entsperren mit dem Fingerabdruck geht schneller
Verglichen mit der Eingabe einer Wischgeste, einer PIN oder des Fingerabdrucks ist die Iris-Entsperrung nicht zwingend schneller. Nehmen wir das Smartphone aus der Hosentasche, liegt unser Daumen meistens schon auf dem Home-Button, in dem auch der Fingerabdrucksensor eingebaut ist. Ein Druck hierauf, und das Smartphone ist per Fingerabdruck entsperrt – das ist unkomplizierter und schneller als der Iris-Scanner, zumal wir das Smartphone dafür nicht extra vor das Gesicht halten müssen. Auch eine Wischgeste ist im Zweifel mindestens in der gleichen Zeit eingegeben, die der Scanner zum Erfassen der Iriden benötigt. Im Alltag würden wir den Iris-Scanner trotz höherer Erfolgsrate als im Hands on daher nicht verwenden.
Austricksen können wir den Scanner übrigens nicht: Ein ausgedrucktes Foto unserer Augen reicht nicht, um das Smartphone zu entsperren. Dafür sorgt ein spezieller Lichtemitter, dessen ausgesendetes Licht im UV-Bereich zu liegen scheint. Wie bei Windows Hello kann das System so zwischen einem echten Menschen und einem bedruckten Stück Papier unterscheiden.
Hardware gleicht dem Galaxy S7
Von der restlichen Hardware entspricht das Galaxy Note 7 im Grunde den Galaxy-S7-Modellen: Im Inneren arbeitet der Achtkernprozessor Exynos 8890 , der Arbeitsspeicher ist 4 GByte groß. Die Größe des internen Flash-Speichers beträgt 64 GByte, ein Steckplatz für Micro-SD-Karten ist eingebaut.
Das Galaxy Note 7 unterstützt Cat9-LTE, WLAN beherrscht das Smartphone nach 802.11ac. Bluetooth läuft in der Version 4.2 LE, ein GPS-Empfänger und ein NFC-Chip sind eingebaut. Das Smartphone ist nach IP68 vor Wasser und Staub geschützt – ebenso wie der Stift, der auch auf einem feuchten Display gut funktioniert.
Gleiche Benchmark-Ergebnisse wie das Galaxy S7
Anhand der Leistungsdaten ist es nicht verwunderlich, dass das Galaxy Note 7 Benchmark-Ergebnisse erreicht, die denen der Galaxy-S7-Modelle entsprechen: Im Geekbench-3-Test erreicht das Smartphone einen Single-Wert von 2.154 Punkten, ist der Prozessor nach zehnminütigem Spielen eines grafisch herausfordernden Spiels aufgeheizt, kommt das Galaxy Note 7 noch auf 1.852 Zähler. Damit drosselt das neue Note etwas stärker als das Galaxy S7, was sich im Alltag aber nicht merkbar auf die Leistung auswirkt.
Im Icestorm-Unlimited-Test kommt das Galaxy Note 7 auf 26.633 Punkte, auch dieses Ergebnis liegt im Bereich der Galaxy-S7-Geräte. Beim Grafik-Benchmark GFX Bench kommt das Smartphone im Manhattan-Test auf ein Offscreen-Ergebnis von 40 fps, der neue Car-Chase-Test ergibt ein Offscreen-Resultat von 15 fps. Das sind exakt die gleichen Werte, die auch die Galaxy-S7-Modelle erzielen – und die am oberen Rand des Leistungsspektrums liegen.
Flüssig laufendes System und schnelle App-Starts
In der alltäglichen Benutzung macht sich diese Leistung in einer flüssigen Bedienung der Benutzeroberfläche und schnellen App-Starts bemerkbar. Auch leistungsintensive Anwendungen laufen auf dem Galaxy Note 7 ohne Ruckler, bei zahlreichen geöffneten Apps bleibt die Systemleistung stabil. Dass das Smartphone "nur" 4 GByte Arbeitsspeicher hat, macht sich im täglichen Betrieb nicht bemerkbar.
Ebenfalls von den Galaxy-S7-Modellen übernommen hat das Galaxy Note 7 die 12-Megapixel-Hauptkamera mit größeren Sensorpixeln. Diese sorgen dafür, dass auch hier Bilder in schummrigeren Lichtverhältnissen gut ausgeleuchtet und verhältnismäßig rauscharm sind. Dafür müssen Nutzer hinnehmen, dass Aufnahmen bei Tageslicht verglichen mit den Kameras anderer Topsmartphones in den Details eine leichte Kantenüberschärfung aufweisen und nicht die gleiche Schärfe erreichen. Die Frontkamera des Galaxy Note 7 hat 5 Megapixel, was etwas wenig ist – andere Hersteller bietet hier mittlerweile mehr.
12-Megapixel-Kamera mit schnellem Autofokus
Wie die Kamera in den Galaxy-S7-Modellen stellt auch die Hauptkamera im Galaxy Note 7 sehr schnell scharf. Möglich macht das auch hier ein Phasenvergleichs-Autofokus, der alle Pixel des Bildsensors zur Fokussierung nutzt und nicht wie bei den meisten anderen Smartphone-Kameras nur einen geringen Teil davon. Dadurch benötigt das Galaxy Note 7 nur Sekundenbruchteile, um zwischen einem Objekt im Vordergrund und einem im Hintergrund hin und her zu fokussieren.
Die Entscheidung, auch beim Galaxy Note 7 die neu entwickelte Kamera des Galaxy S7 und Galaxy S7 Edge zu verwenden, halten wir für sinnvoll und gut. Mit dem schnellen Autofokus in Verbindung mit den Qualitäten des Sensors in schwieriger Beleuchtung bietet auch das neue Note einen Vorteil gegenüber anderen aktuellen Smartphone-Kameras.
Android Marshmallow mit eigener Benutzeroberfläche
Das Galaxy Note 7 wird mit Android in der Version 6.0.1 ausgeliefert, auf dem Samsung seine eigene Benutzeroberfläche installiert hat. Der Hersteller hat das Design weiter vereinfacht, App-Icons etwa wirken flacher und weniger verspielt. Von den Galaxy-S7-Geräten hat Samsung den Game Launcher importiert: Auch auf dem neuen Note können Nutzer installierte Spiele in einem separaten Launcher sammeln, der noch einige Extrafunktionen bietet.
Die interessanteste ist dabei die Möglichkeit, die Auflösung und die Bildwiederholfrequenz in zwei Stufen zu verringern. Das führt zu einer längeren Laufzeit des Akkus. Außerdem stehen die Game Tools zur Verfügung, ein kleines Bubble-Menü, das während des Spielens eingeblendet wird. Hier können Nutzer etwa alle Benachrichtigungen des Smartphones abstellen oder eine unkomplizierte Videoaufzeichnung anfertigen.
Secure Folder bietet abgetrennten Bereich
Mit dem neuen Note führt Samsung den sogenannten Secure Folder ein. Dieser Ordner wird durch ein Passwort oder auch die Iris-Erkennung geschützt und kann nicht nur Daten separat absichern, sondern auch Apps. Verwendet der Nutzer etwa Gmail mit einer privaten und einer geschäftlichen Adresse, kann er die App mit einem der beiden Konten nur im Secure Folder nutzen. Wird die im normalen Bereich befindliche Gmail-App gestartet, ist das andere Konto dann nicht sichtbar.
Das funktioniert beispielsweise auch mit Facebook. Dank des Secure Folders lassen sich Apps damit in zwei getrennten Bereichen verwenden, obwohl sie nur einmal installiert sind. Dadurch könnte sich das Galaxy Note 7 besser für den Einsatz als Geschäftssmartphone eignen als andere Geräte. Apps im Secure Folder haben dabei Zugriff auf Daten im ungesicherten Bereich des Smartphones, umgekehrt jedoch nicht.
Akku hält lange durch
Der Akku des Galaxy Note 7 hat eine Nennladung von 3.500 mAh. Wie bei den aktuellen Galaxy-Smartphones ist er nicht ohne weiteres wechselbar – das neue Note hat ein vollständig geschlossenes Gehäuse. Einen 1080p-Film können wir bei voller Helligkeit um die 12 Stunden lang anschauen, bevor der Akku alle ist, was ein sehr guter Wert ist. Im Alltag hält das Galaxy Note 7 auch bei häufigerer Nutzung problemlos mindestens einen Tag lang durch.
Verfügbarkeit und Fazit
Das Galaxy Note 7 kann aktuell unter anderem bei Samsung(öffnet im neuen Fenster) und verschiedenen Netzanbietern für 850 Euro vorbestellt werden. Momentan erhalten Vorbesteller das neue Modell der Gear VR kostenlos dazu. Die Auslieferung soll drei Tage vor dem offiziellen Marktstart am 2. September erfolgen.
Fazit
Mit dem Galaxy Note 7 bleibt die Note-Serie die Smartphone-Reihe mit der besten Stiftintegration, die es im Handel gibt. Für Fans in Deutschland ist es toll, dass Samsung das neue Modell wieder hierzulande auf den Markt bringt, nachdem das Galaxy Note 5 nicht angeboten wurde.
Bei der Stiftbedienung hat sich Samsung wieder einige neue Funktionen einfallen lassen, die im Alltag praktisch sind. Von der Hardware ist das Smartphone top ausgestattet, auch wenn Samsung verglichen mit den Galaxy-S7-Modellen keine neuen Komponenten verwendet. Besonders im Falle des Prozessors oder der Kamera ist das aber durchaus ein Vorteil. Das Edge-Display sieht zwar gut aus, ist aber aus funktionaler Sicht für uns weiterhin kein Kaufkriterium – zumal die abgerundeten Kanten uns bei der Stiftbedienung sogar stören.
Iris-Scanner im Alltag nicht praktisch
Eine neue Funktion ist der Iris-Scanner, mit dem das Galaxy Note 7 doch weitaus besser entsperrt werden kann, als es in unserem ersten Hands on den Eindruck machte. Auch mit Brille klappt die Entsperrung mit den Augen gut, wenn es nicht zu dunkel ist. Dennoch halten wir die Funktion für überflüssig, da sich das Smartphone bequemer und schneller mit dem flink reagierenden Fingerabdrucksensor oder einer Wischgeste entsperren lässt.
Interessant hingegen finden wir die Secure-Folder-Funktion, mit der nicht nur Daten in einem passwortgeschützten Bereich abgelegt werden können, sondern auch Apps. Deren parallele Nutzung mit getrennten Konten können wir uns etwa für den Geschäftsbereich als sehr praktisch vorstellen.
Wer sich ein Smartphone mit Stiftbedienung anschaffen möchte, sollte sich das Galaxy Note 7 unbedingt anschauen. In dieser Empfehlung liegt aber auch das Problem des Gerätes. Nutzer, die auf den Stift verzichten können und mit 32 GByte eingebautem Speicher auskommen, brauchen das Geld eigentlich nicht zu investieren: Das Galaxy S7 Edge hat die gleiche Hardwareausstattung und ist nur 0,2 Zoll kleiner. Es hat zwar keinen Iris-Scanner, ein Kaufargument ist dieser für uns aber sowieso nicht. Auch den Secure Folder werden nicht alle Nutzer wirklich benötigen. Mit aktuell 590 Euro ist das Galaxy S7 Edge merklich günstiger als das Galaxy Note 7.
Dank der Größenannäherung der Galaxy-S-Geräte an die Note-Serie hat Samsung sein Stift-Smartphone in eine Marktnische gedrängt: Wer vor ein paar Jahren ein großes Samsung-Smartphone mit Topausstattung haben wollte, kam am Note nicht vorbei; als Bonus gab es dann noch den Stift dazu. Heute ist es in gewisser Weise umgekehrt: Aufgrund der Größe müssen sich Samsung-Fans kein Note mehr kaufen, wegen der mit den Galaxy-S-Modellen vergleichbaren Größe ist der Stift das ausschlaggebende Kaufkriterium geworden. Ob das für gute Verkaufszahlen reicht, ist fraglich.
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