Herumfuchteln mit dem S Pen

Äußerlich unterscheidet sich der Stift von der Form her kaum von dem des Galaxy Note 9: Er hat wieder einen Bedienknopf, der verschiedene Zusatzfunktionen auf dem Smartphone steuert. Neu ist die Gestensteuerung, die Nutzern zusätzlich zum Button weitere Bedienmöglichkeiten geben soll. So können wir beispielsweise die Modi der Kamera durchschalten, wenn wir den Knopf des S Pen drücken und unsere Hand nach links oder rechts bewegen. Zwischen Front- und Hauptkamera wechseln wir, wenn wir nach oben oder unten wischen. Bewegen wir unsere Hand im Kreis, können wir zoomen. Diese Geste hat Samsung bei der Frontkamera gut umgesetzt: Dort wird zwischen den beiden möglichen Einstellungen gewechselt.

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Bei der Hauptkamera hingegen entspricht eine Umdrehung einer 0,1-fachen Vergrößerung; dabei müssen wir zwischen jeder einzelnen Umdrehung pausieren. Wollen wir also von der Normalansicht auf die zweifache Vergrößerung wechseln, müssen wir bei der Hauptkamera zehnmal unseren S Pen im Kreis schwingen - das ist natürlich vollkommener Unsinn, da es viel zu lange dauert und dazu noch sehr bescheuert aussieht. Natürlich könnte man argumentieren, dass Nutzer den Stift ohnehin nur dann verwenden, wenn sie ein Foto mit der Frontkamera machen, und es daher egal ist, dass die Zoom-Funktion bei der Hauptkamera nicht gut funktioniert; dann hätte Samsung sich die Funktion dort aber schenken sollen. Insgesamt halten wir den Stiftzoom bei beiden Kamerasystemen für Unsinn: Es kommt unserer Meinung nach einfach zu selten vor, dass Nutzer die Funktionen der Kamera-App unbedingt aus der Ferne steuern müssen.

  • Eine Aufnahme mit der Hauptkamera des Galaxy Note 10+ (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
  • Das gleiche Motiv, mit dem P30 Pro von Huawei aufgenommen; die Farben sind etwas weniger gesättigt, die Färbung geht etwas ins Magenta. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
  • Bei Superweitwinkelaufnahmen sind die Farben beim Galaxy Note 10+ noch satter. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
  • Das P30 Pro ist hier nicht minder dezent. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
  • Das Galaxy Note 10+ hat ein Teleobjektiv mit zweifacher Vergrößerung. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
  • Das P30 Pro kommt mit seinem Fünffachtele deutlich näher heran. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
  • In der Detailvergrößerung zeigt sich, dass die Hauptkamera des Galaxy Note 10+ etwas weniger Schärfe bietet, ...
  • ... als die Hauptkamera des P30 Pro. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
  • Im Nachtmodus schafft es das Galaxy Note 10+ nicht, unsere sehr dunkle Testszene zufriedenstellend abzulichten. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
  • Das P30 Pro hingegen überzeugt in dieser Situation. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
  • Samsungs neues Galaxy Note 10+ ist das bisher größte Modell der Note-Reihe. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Die Rückseite ist von der Grundfarbe her Cremeweiß, im Licht schillert sie aber in allen Farben des Regenbogens. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Die Kamera des Galaxy Note 10+ hat drei Bildobjektive und eine Time-of-Flight-Kamera. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Der S Pen lässt sich wieder im Gehäuse verstauen. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Die Frontkamera ist in einer kreisförmigen Aussparung im Display untergebracht. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Die Kamera hat den gleichen Aufbau wie die des Galaxy S10+. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Mit dem S Pen lassen sich zahlreiche Extrafunktionen nutzen. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Am praktischsten finden wir den Stift immer noch, um Notizen einzugeben. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Die neuen Wischgesten hingegen konnten uns nicht überzeugen. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
Mit dem S Pen lassen sich zahlreiche Extrafunktionen nutzen. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)

Hören wir auf dem Galaxy Note 10+ Musik, können wir mit dem S Pen die Lautstärke durch Bewegungen nach unten oder oben verändern. Das funktioniert leider nicht in allen Apps: Bei Youtube etwa erklärt uns das Telefon, dass wir die Geste nicht mit der Anwendung verwenden können. Programmierer können die S-Pen-Funktion in ihre App einbauen, möglicherweise wird es in Zukunft also mehr Anwendungen mit Stift-Gestensteuerung geben.

Wirklich vorstellen können wir uns das allerdings nicht: Die neuen Gesten sind unserer Meinung nach alles andere als hilfreich im Alltag und wirken auf uns eher so, als ob Samsung krampfhaft auf der Suche nach einer weiteren Innovation beim S Pen gewesen ist. Wir haben bereits beim Galaxy Note 9 bezweifelt, dass die Funktionen des Knopfes auf dem Stift für die meisten Nutzer hilfreich sein würden. Mit den Gesten geht es uns nicht anders: Es geht einfach schneller, die Lautstärke mit den entsprechenden Tasten zu ändern oder auf dem Display zwischen den einzelnen Zoom-Stufen der Kameras umzuschalten. Der S Pen bleibt weiterhin ein hervorragender Eingabestift, der 4.096 Druckstufen erkennt und neben Notizen weitere zahlreiche Möglichkeiten bietet, wie etwa schnelles Kopieren und Einfügen von Inhalten. Als Steuerung für Apps ergibt der Stift in unseren Augen aber schlichtweg wenig Sinn.

Kamera

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Die Kamera des Galaxy Note 10+ hat nach der Veröffentlichung des Smartphones beim DxO-Benchmark den bisherigen Spitzenreiter P30 Pro von Huawei verdrängt: Um einen Punkt besser empfanden die Tester die Hauptkamera von Samsungs neuem Smartphone. In der Aufschlüsselung des Ergebnisses wird klar, dass dies an den Videofunktionen liegt - in der Fotobewertung liegt Huaweis aktuelles Top-Modell immer noch knapp an Position eins. Diese Bewertung bestätigt sich in unseren Test.

Die Hauptkamera des Galaxy Note 10+ hat drei Bildsensoren und eine ToF-Kamera, die nur für die Entfernungsmessung zuständig ist. Das Hauptobjektiv verwendet einen 12-Megapixel-Sensor und hat eine variable Blende von f/1.5 oder f/2.4. Dieses Prinzip hat Samsung bereits bei vorigen Modellen der Note- und S-Serie verwendet: Bei wenig Licht schaltet das Objektiv auf die größere Blendenöffnung um, was mehr Licht auf den Sensor lässt und so zu einer besseren und artefaktärmeren Belichtung führt. Das zweite Objektiv hat eine Superweitwinkelperspektive und verwendet einen 16-Megapixel-Sensor; das dritte Obektiv, ein Tele, arbeitet mit einem 12-Megapixel-Sensor und bietet eine zweifache Vergrößerung.

Im Vergleich mit dem P30 Pro von Huawei macht die Hauptkamera des Galaxy Note 10+ sattere, farblich aber etwas realistischere Tageslichtaufnahmen. Was die Detailschärfe betrifft, macht das P30 Pro bereits im 10-Megapixel-Modus bessere Bilder; das neue Note hat die für Samsung typische hohe Kantenschärfe, die feine Strukturen zerstört. Schalten wir das P30 Pro auf 40 Megapixel um, sind die Unterschiede in der Schärfe noch größer. Auch beim Superweitwinkelobjektiv liegt das Galaxy Note 10+ etwas bei der Schärfe zurück, die Belichtung gefällt uns aber besser als beim P30 Pro; die Sättigung ist hier noch stärker als beim Standardobjektiv. Insgesamt gefallen uns die Bilder gut, die wir mit dem Galaxy Note 10+ machen; bei Aufnahmen mit wenig Licht zeigt sich der Unterschied zum Hauptkonkurrenten P30 Pro aber deutlich. Wo das Huawei-Smartphone in einem nahezu komplett dunklen Raum noch ein brauchbares Bild macht, erhalten wir beim neuen Samsung-Gerät nur ein viel dunkleres und dazu noch verwackeltes Foto.

Video

Was das Galaxy Note 10+ hingegen deutlich besser beherrscht, sind Videoaufnahmen: Wir können mit dem Smartphone 4K-Videos mit bis zu 60 fps aufnehmen, beim P30 Pro sind es maximal 30 fps. Die vielen automatischen Videooptimierungen wie der Verfolgungs-Autofokus und verschiedene Effekte funktionieren allerdings nur bei 1080p und 30 fps. Für die Videostabilisierung können wir auf maximal 4K mit 30 fps hochgehen. Etwas enttäuscht hat uns der neue Live-Fokus-Modus für Videoaufnahmen. Dabei können wir wie bei der Fotoaufnahme den Hintergrund eines Videos künstlich unscharf maskieren. Das funktioniert in unseren Tests bei der Trennung des Vorder- und Hintergrundes zwar ganz gut, es ist aber - anders als bei den Fotos - deutlich zu erkennen, dass hier eine digitale Optimierung vorliegt. Der unscharf maskierte Hintergrund ist zudem stark verwaschen und sieht nicht gut aus.

Das Galaxy Note 10+ hat eine gute Kamera, die verglichen mit der des Galaxy S10 allerdings im Fotobereich keine bahnbrechenden Neuerungen bringt. Im Vergleich mit dem P30 Pro bietet Huaweis Smartphone tendenziell eine bessere Schärfe und macht deutlich bessere Aufnahmen in schlechten Lichtverhältnissen. Bei Videoaufnahmen bietet das neue Note mehr als das P30 Pro, bei Fotos liegt das Huawei-Gerät aber weiter vorne.

Mit seinem 6,8 Zoll großen Bildschirm ist das Galaxy Note 10+ das bisher größte Stift-Smartphone von Samsung. Die Frage ist, ob der Nutzer etwas davon hat.

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 Galaxy Note 10+ im Test: 300 Euro für einen StiftStarkes Display, schneller Chipsatz 
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Achranon 05. Sep 2019

Die 300¤ haben mit dem Pen überhaupts nicht zu tun, das hat sich der Autor mal eben aus...

Achranon 05. Sep 2019

Ja, klingt sehr danach als ob der Autor sich sein privates Huawei Smartphone, das bald...

OderUnd 05. Sep 2019

Doch, ziemlich oft, auch andere "Edge-Screen"-Smartphones von anderen Herstellern Schön...

aargau 31. Aug 2019

Es zwingt dich aber ja auch niemand ein Note zu kaufen. Du kannst natürlich auch ein S10...

Potrimpo 29. Aug 2019

Habe ich von Kosten gesprochen? Ich habe davon gesprochen, dass es diverse Abweichungen...



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