Galaxy Note 10.1: Samsungs Notiztablet mit Android kommt im August
Samsung beginnt bereits mit der Auslieferung des Galaxy Note 10.1. Das Gerät ist ein Android-Tablet mit einem 10-Zoll-Bildschirm (1.280 x 800 Pixel), einem Digitizer und sogar der Möglichkeit des Telefonierens. Samsung hat das Galaxy Note 10.1 bereits Ende Februar 2012 auf dem Mobile World Congress gezeigt, wo wir es auch ausprobieren konnten. Im März folgten sogar erste Preisinformationen, Samsung entschied sich aber, das Tablet vorerst nicht auf den Markt zu bringen.
Vielleicht spielte die große Zahl von Tablets eine Rolle. Schließlich gibt es Galaxy Tabs mittlerweile in weit mehr als einem Dutzend Versionen. Die Zeit hat Samsung genutzt, um noch einmal das Innenleben zu überarbeiten.
Vier Kerne und 2 GByte RAM
Im Inneren steckt nun ein Quadcore-Prozessor mit 1,4 GHz. Die Urvariante bot nur einen Dual-Core-Prozessor mit derselben Frequenz je Kern. Zudem wurde der Arbeitsspeicher auf 2 GByte verdoppelt. Der Nutzer kann also ein ziemlich fixes Gerät erwarten. Verglichen mit vielen anderen Tablets stellt das eine Verdoppelung der Grundwerte dar. Das ist insofern interessant, als das Galaxy Note 10.1 einen Splitscreen zulässt. Die 1.280 x 800 Pixel lassen sich in zwei Hälften (zweimal 640 x 800 Pixel) aufteilen. Rein rechnerisch würden die beiden Anwendungen so auf jeweils zwei Kerne zugreifen können und hätten mehr als ausreichend RAM. Anwendungen, die tatsächlich Quadcore-CPUs ausnutzen können, sind bisher selten. Samsung erschafft damit auf clevere Art und Weise einen Bedarf für die hohe CPU-Leistung, die das Gerät bieten soll.
Das demonstrierte Samsung auch schon auf einer Presseveranstaltung. Der Splitscreen funktionierte ganz gut, allerdings müssen Anwendungen daran angepasst werden. Laut Samsung gehören dazu unter anderem der Videoplayer, das E-Mail-Programm, die Galerie und der Browser. Das Galaxy Note wird vorerst nur mit Android 4.0 alias Ice Cream Sandwich ausgeliefert. Auf dem Testsystem war Version 4.0.4 installiert. Die Zeit hat offenbar nicht ausgereicht, um gleich Android 4.1 alias Jelly Bean zu installieren. Jelly Bean zeigte sich in unserem Test dem Vorgänger überlegen, insbesondere die Darstellung von Animationen wurde beschleunigt. Samsung kann ein Update auf Android 4.1 jedoch noch nicht bestätigen.
Überlegene Technik, hoher Preis
Das Galaxy Note 10.1 wurde bei der Ausstattung an den ersten Galaxy Tabs orientiert. Es gibt also wieder Dual-Band-WLAN, was Samsung für die Galaxy-Tab-2-Reihe seinerzeit gestrichen hatte. Selbst die Plus-Varianten waren diesbezüglich dem offiziellen Nachfolger der Galaxy Tabs überlegen. Samsung verspricht eine WLAN-Bruttodatenrate von 130 MBit/s.

Zudem wird es vom Note Varianten mit Mobilfunkmodem (HSPA+, 21 MBit/s down, 5,76 MBit up) geben. Die WCDMA-Frequenzen gibt Samsung nicht an. Im GSM-Bereich ist das Gerät als Quadband-System nahezu überall einsetzbar. Zudem bietet das Galaxy Note Bluetooth 4.0. Die Speicherausstattung liegt bei 16 GByte. Über einen Micro-SD-Kartenslot werden Karten mit bis zu 64 GByte akzeptiert (SDXC).
Das Note 10.1 unterstützt zudem GPS und das russische System Glonass. Die Ausstattung kostet aber viel Geld. Wer ein Galaxy Note haben will, muss mindestens 599 Euro ausgeben.
Digitizer von Wacom
Das Galaxy Note 10.1 ist nicht zuletzt durch seinen Digitizer anderen Tablets überlegen. Die Präzision übersteigt prinzipbedingt Stiftsysteme, die eigentlich nur einen Finger simulieren. Kapazitiv arbeitende Stifte müssen eine gewisse Dicke haben, damit Touchscreens sie erkennen können. Die notwendige Dicke unterscheidet sich bisweilen von Panel zu Panel, so dass es hier Inkompatibilitäten geben kann.

Ein Digitizer-Stift hingegen funktioniert nur auf bestimmten Eingabesystemen, dafür aber in einem pixelgenauen Präzisionsbereich. So lässt sich ein Stift von Wacom nicht auf einem Digitizer-System von N-Trig verwenden. Das Galaxy Note verwendet Stifttechnik von Wacom. In einem kurzen Test zeigte sich, dass der Stift mit einem Windows-Convertible kompatibel ist. Ersatzstifte sind also kein Problem. Allerdings ist diese Art von Stift ziemlich teuer. Samsungs Galaxy Note ist als Tablet damit recht nah am Funktionsumfang eines Tablet-PCs, allerdings braucht ein Tablet-PC Windows und entsprechende Anwendungen. Was Samsung bereits zeigen konnte, kommt aber einigen Anwendungsszenarien von Tablet-PCs sehr nahe.
Druckempfindlicher Stift
Der Stift unterstützt laut Samsung 1.024 Druckstufen und besitzt eine wechselbare Frontspitze. Ab etwa 14 mm Entfernung wird vom Tablet der Stift erkannt, um sogenanntes Vectoring, also versehentliches Zeichnen mit dem Handballen, zu verhindern. Samsung installiert zudem eine passende Zeichenanwendung vor: Photoshop Touch.
Das Galaxy Note ist 8,9 mm dünn, 262 mm breit und 180 mm hoch. Das Gewicht liegt bei 600 Gramm. Die Akkukapazität gibt Samsung leider nicht in Wattstunden an, sondern nur in mAh. Der Wert liegt bei 7.000. Das soll bei der Videowiedergabe für 9 Stunden reichen.
Samsung will das Galaxy Note 10.1 noch im August 2012 auf den Markt bringen und rechnet mit einer Verfügbarkeit bei den ersten Händlern in weniger als zwei Wochen. Die Preisempfehlung seitens des Herstellers liegt bei 689 Euro für die Variante mit 16 GByte internem Speicher und 3G-Modem. Als WLAN-Variante kostet es 599 Euro. Eine 32-GByte- oder 64-GByte-Variante ist zwar möglich, aber ob diese kommen, ist offen. Die Nachfrage wird bestimmen, ob es derartige Modelle geben wird, so Samsung. Zum Lieferumfang gehört ein Dropbox-Upgrade auf 50 GByte für zwei Jahre. Als Option gibt es einen Digitizer-Stift, der auch eine Rückseite mit Löschfunktion bietet. Dieser passt dann aber nicht mehr ins Gehäuse.
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