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Galaxy Gear: Samsungs unreife Tomate

In einem Interview bezeichnet ein hochrangiger Samsung -Manager die Galaxy Gear als grüne Tomate, die noch reifen muss. Die von ihm gesehene Innovation scheint indes nicht beim Kunden anzukommen - die Smartwatch verkauft sich außerordentlich schlecht.
Aktualisiert am , veröffentlicht am / Tobias Költzsch
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Samsung-Manager David Eun hätte sich keine Galaxy Gear gekauft. (Bild: Jemal Countess/Getty Images)
Samsung-Manager David Eun hätte sich keine Galaxy Gear gekauft. Bild: Jemal Countess/Getty Images

Samsungs Executive Vice President und Chef des Open Innovative Centers, David Eun, hat im Gespräch mit Business Insider(öffnet im neuen Fenster) zugegeben, dass Samsungs erste Smartwatch Galaxy Gear ein noch nicht komplett ausgereiftes Produkt ist. "Die Galaxy Gear ist ein 1.0-Device" , erklärt Eun.

Samsungs Galaxy Gear - Test
Samsungs Galaxy Gear - Test (02:35)

Die Galaxy Gear - eine grüne Tomate

Die Galaxy Gear sei die erste Generation von Samsung-Smartwatches. Eun vergleicht die Uhr mit einer kleinen, grünen Tomate: Es sei wichtig, an der unreifen Tomate zu arbeiten und sie nicht zu früh zu pflücken, damit sie reifen könne. Eine grüne Tomate sollte nicht dafür kritisiert werden, dass sie keine reife, rote Tomate ist.

Damit reagiert Eun indirekt auf die gemischten Testergebnisse, die Samsungs Smartwatch erhalten hat. Eun selbst gibt jedoch offen zu, dass er sich nicht sicher sei, ob er sich die erste Version der Galaxy Gear gekauft hätte. Mittlerweile gefalle ihm die Uhr aber, zudem sehe er, in welche Richtung sich das Projekt in Zukunft entwickeln werde.

Eun beklagt sich jedoch darüber, dass nicht genügend Leute die Innovation hinter der Galaxy Gear anerkannt hätten. Es sei nicht einfach gewesen, all die Funktionen in die Uhr zu integrieren. Im Laufe der Zeit werde die Galaxy Gear noch zu etwas Großem heranwachsen.

Schlechte Verkaufszahlen

Die von Eun gepriesene Innovation scheint hingegen nicht bei sonderlich vielen Nutzern anzukommen: Laut einem Bericht der Internetseite Businesskorea.co.kr(öffnet im neuen Fenster) wurden bisher unter 50.000 Galaxy Gears verkauft. Die Galaxy Gear ist derzeit nur mit wenigen Samsung-Geräten kompatibel, Android-Geräte anderer Hersteller werden nicht unterstützt. Geek.com(öffnet im neuen Fenster) berichtet, dass die Rückgabequote der Smartwatch bei Bestbuy.com in den USA bei 30 Prozent liege.

Auch im Test von Golem.de schnitt die Galaxy Gear eher schlecht ab. Hauptkritikpunkte waren unter anderem fehlende Funktionen und mangelnde Kompatibilität bei einem zu hohen Preis. Mittlerweile hat Samsung ein Update nachgereicht , das mehr Apps erlaubt, Benachrichtigungen an die Uhr zu senden. Diese beinhalten zudem jetzt auch konkrete Informationen und nicht nur den bloßen Hinweis, auf sein Smartphone zu schauen.

Custom ROM mittlerweile verfügbar

Unterdessen ist das erste Custom ROM für die Galaxy Gear erschienen. Das Null-ROM von Fomey(öffnet im neuen Fenster) kommt mit dem Nova Launcher, erweitert die Videoaufnahmezeit auf 60 Sekunden, beinhaltet die kompletten Android-Einstellungen und ermöglicht es, die Smartwatch über Bluetooth-Tethering über das Smartphone direkt mit dem Internet zu verbinden.

Damit sollten auch das Internet nutzende Apps auf der Smartwatch funktionieren, was bei einer Galaxy Gear mit Stock-ROM nicht möglich ist - hier ist immer die Verbindung über den Gear Manager nötig, die Kompatibilität ist auf wenige Samsung-Geräte beschränkt. Dank Null-ROM sollte die Galaxy Gear als eigenständiges Gerät mit zahlreichen Android-Smartphones kompatibel sein.

Nachtrag vom 19. November 2013, 14:00 Uhr

Laut einem Reuters-Bericht(öffnet im neuen Fenster) beziffert Samsung selbst die Anzahl der verkauften Galaxy Gear mit 800.000 Geräten seit dem Verkaufsstart. Diese Zahl ist 16-mal höher als die Verkaufszahlen, die Businesskorea.co.kr nennt.


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