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Das Display mit dem Knick in der Mitte

Der faltbare Bildschirm ist das Verkaufsargument für das Galaxy Fold. Zwar ist das Gerät nicht das erste faltbare Smartphone auf dem Markt - diese Ehre gebührt dem Royole Flexpai - aber wohl das erste ernstzunehmende: Das Galaxy Fold ist viel hochwertiger verarbeitet - sowohl, was das Gelenk betrifft, als auch das Gehäuse allgemein.

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Zusammengeklappt hat das Galaxy Fold eine ungewöhnliche Form, die - je nachdem, wen man fragt - entweder an eine Fernbedienung oder eine Powerbank erinnert. Auf der Vorderseite ist ein 4,6 Zoll großes OLED-Display mit einer Auflösung von 1.680 x 720 Pixeln verbaut, über das sich das Smartphone auch im zusammengeklappten Zustand benutzen lässt. Über den kleinen Bildschirm können wir schnell etwas im Internet nachschlagen oder eine Chat-Nachricht beantworten.

Dauerhaft macht uns das allerdings wenig Spaß: Wir fühlen uns bei der Nutzung des Frontbildschirms an längst vergangene Zeiten erinnert, in denen die Displays klein und der Rahmen außenherum dick waren. Unsere Finger scheinen zudem nicht mehr daran gewöhnt zu sein, auf einem derart kleinen Display zu tippen: Wir machen beim Schreiben viele Fehler.

Der Falz fällt auf

Also klappen wir das Galaxy Fold auf: Auf dem 7,3 Zoll großen Bildschirm mit einer Auflösung von 2.152 x 1.536 Pixeln und einem mittlerweile ungewöhnlichen Seitenverhältnis von 4:3 können wir Inhalte natürlich wesentlich besser erkennen und bedienen. Direkt beim ersten Blick auf das Display fällt uns der sehr prägnante Falz in der Mitte auf. Er ist technisch bedingt und nicht nur deutlich sichtbar, sondern auch fühlbar. Bei angeschaltetem Bildschirm er Falz kaum zu erkennen, wenn wir exakt gerade auf den Bildschirm schauen. Bewegen wir unseren Kopf jedoch nach links oder rechts, zeichnet er sich aufgrund von Farbverzerrungen und Reflexionen als dicker Strich in der Mitte des Bildschirms ab.

  • Das halb aufgeklappte Galaxy Fold von Samsung (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Der innenliegende Bildschirm des Galaxy Fold hat eine ausgeprägte Notch, in der vier der sechs verbauten Kameraobjektive liegen. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Das Gelenk des Galaxy Fold hat Samsung mit Kunststoffnasen abgedeckt, die verhindern sollen, dass Staub in das Smartphone eindringt. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Das zusammengeklappte Galaxy Fold (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Das Gelenk des Galaxy Fold macht auf uns einen stabilen Eindruck. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Auf der Rückseite des Galaxy Fold ist eine Dreifachkamera verbaut. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Auf der Vorderseite ist ein kleiner, 4,6 Zoll großer Bildschirm verbaut. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Das Galaxy Fold hat einen 7,3 Zoll großen Bildschirm, der nach innen gefaltet werden kann. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Das flexible Display-Panel hat einen sehr geringen Faltradius, weshalb der Bildschirm einen ausgeprägten Falz in der Mitte hat. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Ausgeklappt bietet das Galaxy Fold reichlich Platz, der Bildschirm ist aber aufgrund fehlender Glasabdeckung gegen Kratzer nur leicht geschützt. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Youtube auf dem Galaxy Fold (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Bei einigen Videoinhalten lohnt sich der große Bildschirm des Galaxy Fold. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Bei modernen Serien oder Spielfilmen hingegen wird auf dem 4-zu-3-Display viel Platz verschwendet; der sichtbare Bereich ist dann nicht größer als bei anderen Smartphones herkömmlicher Bauart. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
Das flexible Display-Panel hat einen sehr geringen Faltradius, weshalb der Bildschirm einen ausgeprägten Falz in der Mitte hat. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)

Im Alltag fällt und das mal mehr, mal weniger stark auf. Bei Spielen beispielsweise oder auch beim Anschauen von Videos ist der Falz eher unauffällig, beim Lesen von Webseiten oder Büchern mit hellem Hintergrund stört er uns hingegen öfters. Grundsätzlich müssen Käufer des Galaxy Fold bedenken, dass sie mit dem Knick in der Mitte leben müssen - verhindern lässt er sich offenbar nicht.

Das liegt an der Konstruktion des Galaxy Fold: Der Bildschirm liegt im Inneren des zusammengeklappten Smartphones und nicht außen wie beim Royole Flexpai oder Huaweis Mate X. Daher ist der Radius beim Zusammenklappen bei Samsungs Gerät sehr klein, was zu einer stärkeren Beanspruchung des flexiblen Display-Panels führt. Auf den bisher veröffentlichten Bildern zu Motorolas neuem Razr ist kein derartig prägnanter Falz zu erkennen, obwohl auch dort der Bildschirm nach innen geklappt wird - Lenovo verwendet offenbar einen größeren Radius, was zu einer geringeren Belastung des Panels führt.

Reibungsloses Umschalten zwischen den Displays

Sehr gut funktioniert das Zusammenspiel zwischen dem vorderen und dem inneren Display. In den Systemeinstellungen können wir auswählen, bei welchen Apps wir nahtlos zwischen den beiden Bildschirmen wechseln können. Aktivieren wir dies beispielsweise bei Youtube, können wir auf dem Frontdisplay ein Video starten und es ohne erkennbare Pause oder Stocken auf dem innenliegenden Bildschirm weiterschauen, nachdem wir das Smartphone geöffnet haben. Samsung hat den Übergang wirklich sehr gut gelöst. Kleines Manko: Der Frontbildschirm lässt sich nicht im Querformat verwenden.

Das innenliegende Display ist mit seinen 7,3 Zoll in der Diagonale und seinem verhältnismäßig breiten 4:3-Format sehr gut dafür geeignet, Texte zu lesen. Wir können sehr bequem im Internet browsen oder ein E-Book lesen: Dank des Formats wird viel Text dargestellt. Generell halten wir das Galaxy Fold für Office-Arbeiten sehr gut geeignet: E-Mail-Apps werden häufig übersichtlicher als auf einem herkömmlichen Smartphone dargestellt, auch mit Textverarbeitungsprogrammen lässt sich gut arbeiten.

Klappen wir das Smartphone nicht ganz auf, können wir sogar eine Aufteilung wie früher beim Nokia Communicator erreichen: Auf dem unteren Displayteil wird dann die Tastatur eingeblendet, auf dem oberen der eingegebene Text. Anders als der Communicator bleibt das Galaxy Fold in dieser Konfiguration allerdings nicht von alleine stehen.

Die Tastatur lässt sich bei normaler Benutzung über einen Knopfdruck zweiteilen, die Teile werden in Richtung der jeweiligen Ränder verschoben. Das hilft bei der Texteingabe mit den beiden Daumen.

Angenehmes Multitasking

Gut gelöst hat Samsung auch die Möglichkeit, mehrere Apps gleichzeitig zu verwenden. Bis zu drei Anwendungen können wir parallel nutzen: eine davon groß auf der linken Seite des Displays und zwei weitere im rechten Teil. Dafür müssen wir lediglich mit dem Finger von rechts in den Bildschirm wischen und eine zweite oder dritte App auswählen. Wir können auch den Platz der gleichzeitig verwendeten Anwendungen tauschen. Aufgrund des Bildschirmformats ist genügend Platz, um auch mehrere Apps bequem gleichzeitig benutzen zu können.

Zunächst gingen wir auch davon aus, dass sich der aufgeklappte Innenbildschirm generell gut für Video eignet. Angesichts des Formats von 4:3 bringt die Größe von 7,3 Zoll aber bei vielen aktuellen Videos im Internet keinen nennenswerten Vorteil gegenüber einem Smartphone mit 6,2 bis 6,5 Zoll großem Display. Aktuelle Serien bei den bekannten Streamingdiensten beispielsweise sind häufig in einem breiten 18:9-Format aufgenommen, Kinofilme teilweise sogar mit 21:9.

Diese Inhalte werden auf dem aufgeklappten, gedrehten Galaxy Fold in der Bildschirmmitte mit breiten Rändern ober- und unterhalb des Videos angezeigt. Auf einem Galaxy S10+ oder Xiaomis Mi Note 10 beispielsweise haben wir diese Ränder nicht; entsprechend ist der sichtbare Bereich des Videos vergleichbar groß wie beim Galaxy Fold. Schauen wir beispielsweise den Science-Fiction-Film Interstellar auf Netflix, messen wir auf dem Galaxy Fold eine Bildschirmdiagonale von 15,6 cm - auf dem Mi Note 10 sind es ebenfalls 15,6 cm. Lediglich älteres Videomaterial mit 4:3-Format oder auch viele Youtube-Videos füllen den aufgeklappten Bildschirm so aus, dass wir im Vergleich zu einem herkömmlichen Smartphone ein größeres Bild haben.

Falt-Display ist für Spiele ideal

Wer häufiger auf seinen Smartphones spielt, wird den durch das Aufklappen gewonnenen Platz allerdings schätzen. Sowohl Strategiespiele als auch Mobas oder Autorennspiele sehen auf dem innenliegenden Bildschirm gut aus und lassen sich besser spielen als auf einem herkömmlichen Smartphone. Als störend empfinden wir dabei allerdings die große Notch, in der die innenliegenden Frontkameras eingebaut sind. Viele Spiele sind noch nicht an sie angepasst, weshalb teilweise Inhalte abgeschnitten werden.

Auch viele Apps sehen auf dem aufgeklappten Faltbildschirm sehr gut aus. Google Maps beispielsweise bietet eine bessere Übersicht als auf einem herkömmlichen Smartphone. Wer sein Galaxy Fold allerdings für die Navigation verwenden möchte, braucht eine Halterung, in die das Smartphone aufgeklappt passt: Auf dem kleinen Außenbildschirm macht Maps keinen Spaß.

In der alltäglichen Nutzung des Galaxy Fold verwenden wir das Smartphone meist aufgeklappt - selbst, wenn es nur um die Beantwortung einer Textnachricht geht. Uns ist das Frontdisplay schlicht zu klein für etwas anders als die Überprüfung eingegangener Nachrichten oder als Sucher für die Kamera.

Samsungs Faltkonstruktion hat gegenüber der von Huaweis Mate X den Vorteil, dass das Display besser geschützt ist - aber den Nachteil, dass wir das Gerät im Grunde so gut wie immer aufklappen müssen. Wir finden zudem, dass wir im Alltag das große, breite 4:3-Display gar nicht so häufig benötigen - aber das ist sicherlich eine Geschmackssache. Aufgrund der Konstruktion bietet das Galaxy Fold kaum Platzvorteile, wenn es zusammengeklappt ist, anders als das neue Motorola Razr: Dieses ist zusammengeklappt sehr klein und entsprechend unauffällig in der Hosentasche.

Ständiges Aufklappen nervt uns

Insgesamt glauben wir, dass der große Bildschirm des Galaxy Fold für manche Nutzer im Alltag praktisch sein könnte, wir finden ständige Aufklappen allerdings binnen kürzester Zeit umständlich und nervig. Wäre der auf der Vorderseite verbaute Bildschirm etwas größer, könnten wir ihn vernünftig nutzen; dann wäre das große, faltbare Display eine praktische Ergänzung. Bei der aktuellen Konstruktion ist der aufklappbare Bildschirm für uns allerdings das Hauptdisplay.

Über den Nutzen des faltbaren Bildschirms kann man also streiten - über die Verarbeitung nicht.

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 Galaxy Fold im Test: Falt-Smartphone mit falschem FormatNeuer Schutz vor Staub und Schmutz 
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Fatal3ty 17. Dez 2019

Dann solltest du fast alle aktuellen Modelle wegstreichen, die haben nämlich abgerundete...

RedRanger 11. Dez 2019

Jedes Pixel in "The Wall" hat einen beinahe 1mm großen Rand. Der Pixelabstand beträgt 0...

Qbit42 11. Dez 2019

Ganz ehrlich? Wer heutzutage noch Text-to-speech benutzt für den Input sieht längst von...

unterhosendieb 11. Dez 2019

Thx für den Tip, direkt bestellt!

FrankGallagher 11. Dez 2019

Wow... Es gibt auch Leute die behaupten, die Erde sei flach.


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