Hyperscaler mischen groß mit

Auf einem Gaia-X-Gipfel im November 2020 überraschte Beobachter zudem, mit welcher Verve dort insbesondere US-Konzerne auftraten. Durch die Bank betonten Vertreter der marktbeherrschenden Hyperscaler sowie von IBM, eine wichtige Rolle bei dem europäischen Prestigevorhaben spielen und die hochgehaltenen Werte voll unterstützen zu wollen.

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Casper Klynge etwa, der bei Microsoft in Europa die Regierungsbeziehungen pflegt, lobte Gaia-X als "Katalysator für eine wettbewerbsstarke europäische Wirtschaft". Man setze seit Langem auf Partnerschaften mit lokalen Technologieanbietern mit dem Austausch von Know-how und teile die Vision eines freien Datenflusses über Grenzen hinweg.

Microsoft hatte zunächst sehr verhalten auf die erste Skizze Altmaiers reagiert. Eine staatlich vorangetriebene Lösung dauere zu lange und werde am Markt nicht erfolgreich sein, wenn Nutzer mit Schwächen leben müssten, hatte es bei dem Unternehmen geheißen. Im Januar 2020 bekundete es aber offiziell Interesse an einer Teilnahme.

Im Dezember 2020 trat zudem das auf Big-Data-Analysen spezialisierte US-Unternehmen Palantir auf den Plan. Es gab "stolz" an, sich "seit Tag Eins" Gaia-X als Mitglied angeschlossen zu haben. Bis dahin war nicht bekannt gewesen, dass die eng mit Geheimdiensten wie der CIA und der NSA sowie dem US-Militär kooperierende Firma europäische Werte vertritt.

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Im Kern der eigenen Mission stehe, dass Institutionen des öffentlichen und privaten Sektors verteilte, heterogene und über Jahrzehnte gesammelte Informationsbestände sinnvoll nutzen könnten, erklärte Palantir nun. Gaia-X sei "eine natürliche Erweiterung dieser Überzeugung".

Gegenteil europäischer Interessen

Der Protest ließ nicht auf sich warten. "Palantir ist das genaue Gegenteil von Europas Interessen", twitterte der Chef der belgischen Online-Werbefirma Actito, Benoît De Nayer. "Es ist eines der verachtenswertesten Unternehmen der Welt, das autoritären Regierungen hilft, ihr Ziel der totalen Kontrolle zu erreichen."

Die netzpolitische Referentin der Fraktion Die Linke im Bundestag, Anne Roth, schrieb an Altmaier: "Das war's dann mit dem Vertrauen in die europäische Souveränität." Im Juli gründete sich aus Protest die European Cloud Industrial Alliance (EUCLIDIA) mit 23 Firmen. Diesen wirkt Gaia-X zu sehr von außereuropäischen Anbietern unterwandert.

So ist mittlerweile bekannt, dass zu den momentan rund 300 Gaia-X-Mitgliedern auch die chinesischen Konzerne Huawei und Alibaba gehören. Altmaier erklärt die umstrittenen Teilnehmer damit, dass es ursprünglich 22 europäische Gründungsfirmen der gemeinnützigen Gaia-X-Gesellschaft mit Sitz in Brüssel gegeben habe.

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Dazu gehören Atos, BMW, Bosch, De-Cix, Deutsche Telekom, die Fraunhofer-Gesellschaft, Orange, OVH, SAP und Siemens. Diese bildeten den Vorstand der Stiftung. Diese habe man dann geöffnet für andere Mitgliedschaften. So stehe die Institution inzwischen auch "japanischen und US-amerikanischen" Unternehmen offen. Von chinesischen sprach der Minister nicht.

Den Finanzbedarf für Gaia-X schätzt Altmaier auf "fünf bis zehn Milliarden Euro, wenn wir das wuppen wollen". Die Hyperscaler investierten in ihr Cloud-Geschäft aber "50 Milliarden Euro fast jeden Monat". Das lasse sich nicht über Nacht ändern. Man könne den Marktgrößen zudem "nicht das Gefühl geben", ihnen Konkurrenz machen zu wollen.

Daher sei die Entscheidung für ein offenes Projekt gefallen. Alle involvierten Firmen müssten aber zeigen, "dass sie verlässlicher sind als sonst". Ein Kunde könne dann sagen: "Amazon soll mir den Gaia-X-Standard garantieren." Ein anderer wiederum dränge dann eventuell darüber hinausgehend darauf, dass seine Daten "von deutschen Unternehmen gehostet werden."

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 Gaia-X: Hat die groß angekündigte Cloud-Initiative eine Zukunft?Startups bemängeln: Alles wird ausspezifiziert 
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Vogel22 07. Sep 2021 / Themenstart

Fragt sich nur inwiefern sie daran beteiligt sind. Der letzte Abschnitt des Textes...

Vogel22 07. Sep 2021 / Themenstart

Für mich liest sich das nach nichts anderes als einem Standard, den Firmen implementieren...

Horcrux7 06. Sep 2021 / Themenstart

Ich sehe nicht wie KI services standardisiert werden können. Es sei denn es es ist eine...

AssassinNr1 06. Sep 2021 / Themenstart

Über Kryptowährungen liest man hier sonst nur sehr oberflächliche Artikel die inhaltlich...

Katsuragi 06. Sep 2021 / Themenstart

Was, nur terror-"verdächtig"? Was rauchst Du denn?! Wer Verschlüsselung benutzt, ist ja...

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