Gaia-X: Gründungsmitglied tritt aus europäischer Cloud aus

Scaleway ist eines der Gründungsunternehmen von Gaia-X. Das Unternehmen sieht darin aber zu wenig Fortschritt und verlässt das Cloud-Projekt.

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Gaia-X soll eine europäische Cloud mit Datenschutzpriorität sein.
Gaia-X soll eine europäische Cloud mit Datenschutzpriorität sein. (Bild: Pixabay.com/Pixabay License)

Das französische Cloud-Unternehmen Scaleway tritt aus dem europäischen Gaia-X-Projekt aus. Damit verliert es eines der wichtigen Vertreter und Gründungsmitglieder, die das Konzept auf den Weg gebracht haben. "Obwohl die Ziele des Verbandes ursprünglich nobel waren, werden diese durch ein Polarisierungsparadoxon verlangsamt und verlagert, das für ein unausgeglichenes Spielfeld sorgt.", zitiert das IT-Magazin Heise Online Yann Lechelle, CEO von Scaleway.

Noch im Juni 2021 zeigte sich Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier zuversichtlich. Gaia-X sei "die wichtigste und erfolgreichste Initiative, die wir bislang in diesem Bereich unternommen haben", sagt er auf dem Tag der Industrie. Offensichtlich sehen das einige Geschäftspartner wie Scaleway eben nicht so. "Scaleway wird seine Zeit, Geld und Aufmerksamkeit auf sein Multi-Cloud-Produktangebot konzentrieren - ein Schlüsselfaktor für echte Flexibilität und Offenheit.", sagt Lechelle.

Ursprünglich wurde Gaia-X von insgesamt 22 europäischen Unternehmen gegründet. Dazu zählen auch einige deutsche Konzerne wie die Deutsche Telekom, BMW, Bosch, SAP und Siemens. Stand Herbst 2021 hat das Projekt etwa 300 internationale Mitglieder - auch US-amerikanische, japanische und chinesische Konzerne sind dabei.

Telekom ist seit Langem skeptisch

Die Telekom zeigt sich bereits seit März 2021 skeptisch gegenüber dem damals nicht einmal ein Jahr altem Projekt. Der Telekom-B2B-Manager Hagen Rickmann verglich das Projekt mit dem gescheiterten DE-Mail. "Wir haben in dieses Projekt als Telekom viele, viele Millionen investiert. Wir haben da viel Geld verloren. Es ist gefloppt. Komplett gefloppt. Genau wie bei Gaia-X, viele Absichten, aber irgendwann muss mal einer bestellen."

Ein ähnlicher Ton kann auch aus den Aussagen von Scaleway-CEO Lechelle interpretiert werden, auch wenn er dabei vage bleibt. Klar ist, dass das Projekt wohl Probleme hat und die Euphorie von Altmaier möglicherweise mit einer neuen Bundesregierung - und einer neuen führenden Person im Wirtschaftsministerium - ablässt.

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