Gaia-X: Europas Konzerne wollen schnell die europäische Cloud

Einzelheiten zur technischen Architektur von Gaia-X wurden am Donnerstag vorgestellt. Doch wie der Zugriff auf europäische Server durch die USA verhindert werden soll, ist unklar.

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Wären gern mit dabei: Cloud Infrastructure Management - Helion CloudSystem von HPE
Wären gern mit dabei: Cloud Infrastructure Management - Helion CloudSystem von HPE (Bild: HPE)

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) stellt zusammen mit seinem französischen Amtskollegen Bruno Le Maire sowie Unternehmen und Organisationen am 4. Juni in einer Videokonferenz Pläne für eine gemeinsame Gaia-X-Steuerorganisation des europäischen Cloudprojekts vor und veröffentlicht erste Einzelheiten zur technischen Architektur.

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Mit dem ersten Architekturpapier wird ein Konzept für Gaia-X vorgestellt, das wesentliche Funktionen, die so genannten föderierten Dienste und Rollen sowie Funktionsweisen im Ökosystem technisch beschreibt. Die föderierte Architektur soll auf europäischen Regeln und Standards aufbauen und diese effizient umsetzen. Eine erste Übersicht der Vorschläge für Policy Rules and Architecture of Standards (PRAAS) wird vorgestellt und ebenso der Prozess, wie diese fortentwickelt werden.

Der IT-Branchenverband Bitkom forderte, das Projekt müsse jetzt Fahrt aufnehmen. "Gaia-X muss möglichst bald erste Angebote auf den Markt bringen. Dazu braucht es eine arbeitsfähige und offene Gaia-X-Organisation, um das Cloud-Ökosystem zu steuern und die hochgesteckten Ziele zu erreichen", sagte Bitkom-Präsident Achim Berg.

"Von einer sicheren, souveränen und leistungsfähigen digitalen Infrastruktur, die nicht nur den Zugang zu Daten, sondern auch deren Verarbeitung sowie Speicherung erleichtert, wird Europa langfristig stark profitieren", sagte Oliver J. Süme, Vorstandsvorsitzender des Internet-Wirtschaftsverbands Eco.

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Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) unterstützt gemeinsam mit einigen Stadtwerken die Arbeiten an der Cloudarchitektur über die Gaia-X-Arbeitsgruppe Energie. Bei der Verkehrswende müssten "Energie- und Automobilwirtschaft nicht nur beim Ausbau der Ladeinfrastruktur, sondern auch bei der digitalen Steuerung der Energieversorgung via smartem Stromnetz zusammenarbeiten. Die digitale Steuerung über Sektorengrenzen hinweg setzt voraus, dass Daten sicher, transparent und nachvollziehbar durch einheitliche Zugangsregeln und Schnittstellen geteilt werden können, wie Gaia-X es vorsieht", erklärte VKU-Hauptgeschäftsführer Ingbert Liebing.

Gaia-X: USA sollen draußen bleiben

Experten von Unternehmen wie der Deutschen Telekom, SAP, Bosch, Siemens, DE-CIX, Festo, Atos und Arago sowie von Verbänden wie Bitkom, BDI und Eco waren an der Entwicklung des Konzepts beteiligt.

Hintergrund der Initiative ist die Sorge, dass europäische Unternehmen bei der Nutzung von Clouddiensten von US-Konzernen wie Amazon, Microsoft und Google abhängig zu werden. Aus Sicht des Bundesinnenministeriums können diese Unternehmen zudem die europäischen Sicherheitsvorgaben nicht erfüllen.

Unklar bleibt allerdings, wie die Bundesregierung den Zugriff auf europäische Server verhindern will, wenn die EU beispielsweise mit den USA eine Vereinbarung über den gegenseitigen Zugriff auf Daten durch Ermittlungsbehörden trifft. So haben die USA und Großbritannien bereits einen entsprechenden Austausch festgelegt. Die EU-Kommission verhandelt mit den USA ebenfalls über ein solches Austauschabkommen, obwohl die USA zunächst erklärt hatten, nur bilaterale Vereinbarungen abschließen zu wollen.

Susanne Dehmel, Mitglied der Bitkom-Geschäftsleitung, sagte Golem.de auf Anfrage: "Es ist richtig, dass im Rahmen eines Abkommens zwischen der EU und den USA festgelegt werden kann, dass Zugriffsmöglichkeiten im Rahmen des Cloud Acts auf Daten in Europa gewährt werden und umgekehrt europäischer Zugriff auf Daten in den USA erfolgen kann." Unter welchen Bedingungen dies mit den bestehenden Datenschutzvorgaben und Rechtsweggarantien vereinbar sei, müsse die EU-Kommission gemeinsam mit ihren Mitgliedsstaaten ausloten.

Entsprechend müsse das Abkommen ausgestaltet werden, erklärte Dehmel. "Gaia-X zielt ja ebenfalls auf die Einhaltung rechtlicher europäischer Vorgaben, so dass sich hier keine Konflikte ergeben sollten." Die Frage, wann ausländischen Strafverfolgungsbehörden der direkte Zugang zu Daten im eigenen Land gewährt werde, stelle sich auch innerhalb der EU, wo derzeit mit dem E-Evidenz-Verordnungsentwurf die Zugriffsmöglichkeiten auf Daten in anderen Mitgliedsstaaten erleichtert werden sollen.

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