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Gablingen: Telekom überbaut neues Netz von Deutsche Glasfaser

Während viele Gemeinden in Deutschland auf die Versorgung warten, wird in Gablingen von der Telekom doppelt ausgebaut. Doch zuvor überbaute Deutsche Glasfaser das Vectoringnetz der Telekom.
/ Achim Sawall
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Netzausbau auf dem Lande (Bild: Deutsche Glasfaser)
Netzausbau auf dem Lande Bild: Deutsche Glasfaser

Die Deutsche Telekom will in Gablingen im schwäbischen Landkreis Augsburg ein neu errichtetes FTTH-Netz von Deutsche Glasfaser überbauen. Das berichtet der Bayerische Rundfunk (BR)(öffnet im neuen Fenster). Die Telekom wollte ursprünglich die kleine Gemeinde frühestens im Jahr 2025 mit FTTH ausbauen. Die Deutsche Glasfaser und M-Net begannen den Ausbau jedoch schon im Februar 2022 und wollen bis Ende des Jahres fertig sein.

Laut dem Bericht wechseln darum Telekom-Kunden zur Deutschen Glasfaser. Daher will die Telekom bereits im kommenden Frühjahr die Bauarbeiten für ihr eigenes FTTH-Netz in Gablingen beginnen.

"Ein doppelter Ausbau von Glasfasernetzen ist vollkommener Unsinn. Jeder doppelt ausgebaute Ort bedeutet, dass ein anderer Ort auf die Erschließung mit Glasfaser warten muss. So dauert der Glasfaserausbau in Deutschland länger und wird teurer. Deshalb lehnen wir den Doppelausbau ab", sagte Deutsche-Glasfaser-Sprecher Cornelius Rahn Golem.de.

Open Access oder nur Bitstream?

"Wir bieten ihr dabei genau dieselben Konditionen, die die Telekom für den Zugang zu ihrem Glasfasernetz von anderen Anbietern verlangt", betonte Rahn. Josef Scherl, Konzernbevollmächtigter für die Region Süd der Telekom, sagte dem BR: "Für uns war es in dem Fall viel lukrativer und wirtschaftlicher, ein eigenes Netz zu bauen. Insofern ist es eine ganz einfache betriebswirtschaftliche Entscheidung."

Doch es ging offenbar nicht um Open Access, sondern nur um Bitstream-Zugänge. "Auch im gemeinsamen Ausbaugebiet mit Deutsche Glasfaser bieten wir allen Anbietern auf Wunsch selbstverständlich gerne Bitstream-Zugänge zu fairen und marktüblichen Konditionen an. Bislang wurde dieses Angebot aber noch nicht nachgefragt", sagte M-Net-Sprecher Hannes Lindhuber Golem.de.

Telekom-Sprecher Markus Jodl erklärte Golem.de: "Wir haben in Gablingen bereits eine Infrastruktur. Wir können heute jedem in Gablingen auf Knopfdruck bis zu 250 MBit/s anbieten. Nicht wir überbauen die Deutsche Glasfaser, sondern die Deutsche Glasfaser überbaut uns. Wir haben der Kommune und der Deutsche Glasfaser angeboten, unseren Glasfaserausbau vorzuziehen. Tatsächlich ist die Ausbaufirma, die in Gablingen für die Deutsche Glasfaser tätig ist, auch für uns aktiv. Leider wurde auf unser Angebot nicht eingegangen."

Bürgermeisterin Karina Ruf (CSU) hatte versucht, zu erreichen, dass die Telekom wenigstens die Baustellen der Deutschen Glasfaser mit nutzt, was aber wiederum die Deutsche Glasfaser ablehnte. Beide Netzbetreiber bauen in dem Ort eigenwirtschaftlich aus, also ohne Förderung.


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