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G-Series X und A: AMD entwickelt ARM-SoCs mit Radeon-Grafik

Nicht nur für Server, auch für Embedded-Geräte entwickelt AMD neue Systems-on-a-Chip mit ARM-Kernen. Dies gab das Unternehmen bei der Vorstellung der neuen G-Series bekannt, die noch mit Jaguar-Kernen arbeitet.
/ Nico Ernst
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Blockdiagramm der G-Series X (Bild: AMD)
Blockdiagramm der G-Series X Bild: AMD

Auf der Embedded-Konferenz Design West(öffnet im neuen Fenster) hat AMD eine neue Serie von SoCs angekündigt. Die fünf verschiedenen Bausteine, die es als Dual- oder Quad-Core gibt, tragen die Serienbezeichnung " G-Series X(öffnet im neuen Fenster) ". Das X ist dabei bemerkenswert, denn AMD weist damit darauf hin, dass in den Chips x86-Kerne stecken – bisher war das bei AMDs Embedded-Chips eine Selbstverständlichkeit.

Wie das Unternehmen aber Engadget(öffnet im neuen Fenster) sagte, arbeitet AMD auch an Embeded-SoCs mit ARM-Kernen, diese werden "G-Series A" heißen. Bei Serverbausteinen ist die Verwendung von ARM-Kernen durch AMD bereits bekannt, für besonders sparsame Embedded-Systeme hatte der Chiphersteller diese Architektur noch nicht angekündigt.

 
Video: AMD stellt G-Series X vor

Das Ziel soll eine Leistungsaufnahme von 3 Watt für ein ARM-SoC sein, das dann neben den Rechenkernen auch eine Radeon-GPU und alle Schnittstellen enthalten soll. AMDs x86-SoC für Tablets, Temash , kommt bisher nur auf 4,5 Watt.

In solche Regionen stößt die neue G-Series X nicht vor, der sparsamste Chip mit der Modellnummer GE210HICJ23HM kommt als Dual-Core samt GPU und I/O immerhin noch auf 9 Watt. Die x86-Kerne basieren bei der neuen G-Series auf der Jaguar-Architektur , die auch im Chip der Playstation 4 zum Einsatz kommt. Neben diesen Cores hat AMD auch eine Radeon-GPU integriert, zu der es bisher aber nur wenige Angaben gibt – maximal 155 GFlops soll sie erreichen und zwei Full-HD-Bildschirme parallel ansteuern können. Die Displays können per DVI, HDMI 1.4a und (Embedded-)Displayport angeschlossen werden, wahlweise auch per LVDS.

Alle modernen Schnittstellen on chip

Vor allem von dieser Flexibilität verspricht sich AMD gute Absatzchancen. Das Unternehmen nennt als Anwendungen digitale Werbetafeln (digital signage), Spielautomaten, Medizintechnik, Kassensysteme und Unterhaltungselektronik.

Gerade bei letzterem Gebiet könnten Dritthersteller mit günstigen Media-Center-PCs punkten, denn die SoCs kosten nur zwischen 49 und 72 US-Dollar. Das ist zwar teurer als die kleinsten PC-APUs von AMD, die ab rund 40 US-Dollar zu haben sind – dabei ist aber immer noch ein Chipsatz einzukalkulieren, der zusätzlich die Mainboards vergrößert und die Geräte damit verteuert.

Wie bei Embedded-SoCs üblich, ist Betriebssicherheit auch bei der neuen G-Series besonders wichtig. Da die Chips oft jahrelang im Dauerbetrieb in fest verschlossenen Geräten genutzt werden, müssen sie recht zuverlässig sein. Dafür sorgt unter anderem ECC-Speicher, auch besonders sparsame Speichermodule mit 1,35 oder 1,25 Volt Betriebsspannung können verwendet werden.

Bei den Schnittstellen ist die neue G-Series recht gut bestückt. So gibt es unter anderem zwei SATA-Ports mit maximal 3 GBit/s, achtmal USB 2.0 und zwei USB-3.0-Ports. Zusatzbausteine wie eine Netzwerkschnittstelle – sie ist nicht im SoC enthalten – können über zwei x1-Verbindungen oder einen x4-Port nach PCI Express 2.0 angebunden werden. Für serielle Verbindungen, etwa Sensoren, gibt es gleich vier Ports nach RS 232 oder 485.

All das bringt AMD in einem Chipgehäuse mit BGA-Lötkontakten von 24,5 Quadratmillimetern unter. Nach Angaben des Unternehmens werden die Bausteine noch im zweiten Quartal des Jahres 2013 in Serienstückzahlen ausgeliefert.


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