G Flex 2 im Hands On: LG verbiegt sich ein zweites Mal

LG hat auf der CES 2015 in Las Vegas mit dem G Flex 2 sein zweites Smartphone mit gebogenem Display vorgestellt. Es hat wie sein Vorgänger einen von oben nach unten gekrümmten Bildschirm und ist leicht biegbar. Es lässt sich beispielsweise auf einen Tisch gelegt komplett durchdrücken. Bei den technischen Details hat LG einiges verbessert. Golem.de hat sich das Smartphone in einem ersten Kurztest angeschaut.

Am auffälligsten sind für uns die Verbesserungen beim Display. Beim ersten G Flex gab es bei zwei Testgeräten deutlich sichtbare Geisterbilder auf dem Bildschirm. Scrollten wir beispielsweise eine Internetseite mit schwarzer Schrift auf weißem Grund durch, blieb die Schrift immer als Schatten sichtbar. Zudem konnten wir ein Muster erkennen, das offenbar von der Beschichtung des Display-Paneels herrührte. Diese Probleme treten beim Display des G Flex 2 nicht mehr auf.






Mit 5,5 Zoll ist es zudem etwas kleiner als das 6-Zoll-Display des ersten G Flex, hat mit 1.920 x 1.020 Pixeln aber eine höhere Auflösung – was in der Praxis zu deutlich schärferen Bildschirminhalten führt. Die Farben wirken natürlich, insgesamt macht der Bildschirm einen sehr guten Eindruck. Die Display-Abdeckung ist laut LG jetzt außerdem aus Gorilla Glass 3, beim ersten G Flex war sie noch aus Kunststoff.
Rundere Rundung
Eine etwas subtilere Änderung betrifft die Krümmung des G Flex 2: LG hat die Rückseite zu den Ecken hin ebenfalls etwas gekrümmt, weshalb das Smartphone noch besser als der Vorgänger in der Hand liegt. Zu dem guten Bedienungsgefühl trägt auch die geringere Display-Größe bei. Dennoch bleibt das G Flex 2 ein großes Smartphone: Halten wir es in einer Hand, reicht auch bei großen Händen der Daumen nicht bis in alle Ecken.
Zum Sinn des gekrümmten Displays gibt es unterschiedliche Meinungen. Wir empfinden die leichte Biegung als sehr angenehm bei der Touch-Bedienung. Wie das erste Modell ist das G Flex 2 zudem tatsächlich flexibel. Wir können das auf dem Tisch liegende Gerät wieder komplett durchbiegen, übertreiben sollte man es allerdings wohl nicht.
Rückseite repariert sich schneller
Die Rückseite des neuen G Flex ist wie beim ersten Modell mit einer Schicht bezogen, die kleine Kratzer von selbst ausbessern soll. Wie beim Vorgänger dürfte es sich dabei um Polyrotaxan-Lack handeln, zumindest sieht die Schicht äußerlich genauso aus. Die Selbstheilungskräfte hat LG allerdings verbessert: Anstatt nach ein paar Minuten sollen Kratzer jetzt bereits nach wenigen Sekunden verschwunden sein. Beim ersten G Flex hat die selbstreparierende Schicht bei nicht allzu tiefen Kratzern gut funktioniert.






Die Rückseite ist zudem abnehmbar, bei allzu starken Kratzern könnte sie also auch ausgetauscht werden. Der ebenfalls gebogene Akku hat eine Nennladung von 3.000 mAh, zur Laufzeit macht LG keine Angaben. Innerhalb von 40 Minuten soll er bis zu 50 Prozent seines Ladestandes erreichen.
Auch im Inneren hat LG einiges verbessert: Als Prozessor kommt jetzt ein Snapdragon 810 zum Einsatz, ein 64-Bit-SoC mit acht Kernen. Vier A57-Kerne takten auf knapp 2 GHz, die restlichen vier A53-Kerne kommen auf 1,5 GHz. Zusammen mit den 2 GByte Arbeitsspeicher führt die Chip-Ausstattung zu einem flüssig laufenden Betriebssystem, das in unserem kurzen Test keine nennenswerten Ruckler gezeigt hat. Die Speicherausstattung soll wahlweise bei 16 oder 32 GByte liegen.
13-Megapixel-Kamera mit schnellem Fokus
Die Kamera auf der Rückseite hat 13 Megapixel, LG hat sich anders als andere Hersteller nicht für einen Sensor mit mehr Pixeln entschieden. Dafür wurde der separate Autofokus-Sensor des G3 eingebaut, der mit Hilfe eines Laser-Rasters Entfernungen schnell misst und so schnell scharf stellt. Im Test klappt das wie beim G3 sehr gut. Die Bildqualität ist auf den ersten Blick gut, Genaueres kann aber erst ein tiefergehender Test zeigen.
Die Frontkamera hat 2,1 Megapixel, hier bieten viele andere Hersteller mittlerweile eine höhere Auflösung, was im Hinblick auf die Vorliebe für Selbstporträts bei vielen Nutzern einleuchtet. LG bedient diese Zielgruppe allerdings auch, indem es einige nützliche Hilfen installiert hat. So kann die Frontkamera wie beim G3 auf Zuruf oder durch eine Geste mit der Hand ausgelöst werden. Neu ist die Möglichkeit, den Selbstauslöser durch eine Bewegung des Smartphones zu starten.
Das G Flex 2 wird mit Android 5.0 alias Lollipop ausgeliefert, auf dem uns gezeigten Gerät war die Version 5.0.1 installiert. Die Benutzerfläche hat LG angepasst. Sie fügt sich gut in das Design von Lollipop ein. Dem Nutzer stehen einige Extrafunktionen wie ein Dual-Window-Modus zur Verfügung, bei dem zwei Apps gleichzeitig auf dem Bildschirm genutzt werden können. Praktisch ist auch die neue Glance-Funktion: Hier kann der Nutzer im Standby-Zustand von oben in das Display ziehen und so die Uhrzeit und Benachrichtigungen einsehen.
Fazit
Das neue G Flex 2(öffnet im neuen Fenster) macht im ersten Kurztest einen sehr guten Eindruck. LG hat verglichen mit dem ersten Modell das Display und den Prozessor verbessert. Die Größe wurde etwas reduziert, was das Smartphone handlicher macht. Auch der schnelle Autofokus gefällt uns gut. Ob man den gekrümmten Bildschirm sinnvoll findet, ist sicherlich auch eine subjektive Entscheidung – wir empfinden die gebogene Form als sehr angenehm bei der Bedienung des Smartphones.
LG will das G Flex 2 Ende Januar 2015 in Südkorea auf den Markt bringen. Den Preis hat der Hersteller noch nicht verraten. In Deutschland soll das Gerät in den kommenden Wochen ebenfalls auf den Markt kommen.



